Band 
Zweiter Band. I - Z.
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773
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Spieltische und Würfel.

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Nach der Meinung R. Rochettefs und sei-ner Gesinnungsgenossen beläuft sich dieZahl der Spieltafeln, von denen bekanntist, dass sie aus den Katakomben her-stammen, nur auf fünf oder 'wenig mehr;in Wirklichkeit aber sind deren mehr alsfünfzig, wenn wir die ganzen und dieFragmente, die von verschiedenen Tafelnherrühren, zusammenzählen. Es ist hiernicht der Ort, zu erklären, wie darauf

Torkommen von Spieltischen in den Ka-takomben aus der Fortsetzung eines heid-nischen Gebrauches erklärten, glaubteneinen Beweis hierfür in den Würfeln zuerkennen, welche sich in den Gräbern fin-den und deren symbolische BedeutungBachofen (Ann. Inst. corr. arch. 1858, 141)erklärt. Die Spieltafeln und Würfel inden Katakomben hätten demnach die Kürzedes Lebens zu versinnbilden, welches mit

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Fig. 455. Tafel ans S. Basilla (Lupi Sev. Epifc. tab. IX 6 ).

gespielt wurde; es sei nur bemerkt, dasssie zum Würfelspiel dienten. Man kannsie sehr leicht erkennen, denn sie habenimmer drei wagrechte Linien, jede mitzwölf Zeichen, und da sie in der Mittedurch grössere, oft kreisrunde Zeichengetrennt sind, bilden sie gleichsam zweientgegenstehende Colonnen. Die Zeichensind meistens kleine Kreise oder Blätteroder Punkte, je nach der Laune und Will-kür des Künstlers, der sie in den Mar-mor einhauen musste. Anstatt dieser Zei-

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Fig. 45G. Tafel aus S. Callisto.

chen stehen oft Buchstaben des Alphabets,welche je sechs zusammen auf den Linienstehen und Worte bilden, die eine aufdas wechselnde Glück des Spieles und aufdas Geschick der Spieler bezügliche Sen-tenz enthalten. Als Beispiel führe ich dievorstehende an, welche Marangoni in derKatakombe des Callistus copirte (Acta s.Vict. 140, Orelli 4315; s. uns. Fig. 456).Zuweilen sind Linien mit Buchstaben ver-bunden mit solchen, die einfache Zeichenhaben, wie in der noch unedirten Fig. 457des Coemeterium der Domitilla.Diejenigen, welche mit R. Röchelte das

einem Würfelspiel verglichen wird. Aberabgesehen davon, dass, wie wir oben ge-sehen haben, die Tafeln gar nicht in die-ser Absicht gebraucht wurden, wurde auchnicht Ein Würfel innerhalb der Gräbergefunden, sondern immer an der Aussen-seite derselben, im Tuf oder äussern Kalk-bewurf der Loculi befestigt, offenbar alsZeichen, um das Grab wieder zu erken-nen. Doch haben wir ein Beispiel, wo

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Fig. 457. Spieltisch aus S. Domitilla.

Würfel an einem Grabe in einer Weisebefestigt sind, die eine besondere Ab-sicht zu verrathen scheint, aber ihre Sym-bolik — wenn wir es nicht mit einemZufall zu thun haben — ist durchausnicht heidnisch, sondern gehörte zu demCyclus jener Bilder, welche die Christenzur Bezeichnung der ewigen Seligkeit an-zuwenden pflegten. Fabretti nämlich (Inscr.Dom. 574) erzählt, dass er im Coemete-rium des Callistus an dem Wandgrabe