Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Taufe.

hat auch hier die völlige Entblössung inZweifel ziehen wollen. Aber abgesehenvon den alten bildlichen Darstellungender T. [(de Eossi R. S. II, tav. XVI).Ein Mosaik in Ravenna, in dem Battisterodegli Ariani, und ein Basrelief im Domzeigen die T. Christi, wobei der als Jüng-ling geschilderte Christus völlig entkleidetmit deutlich angegebenen Geschlechts-theilen gebildet ist. K.] ergiebt sich die-selbe unzweifelhaft aus Chrysost. Kol. 6, 4;Ambr. In Ps. 61, n. 32; C. haeres. prae-dest. II 27; Galland. X 379. Uebrigenswar auch liier für Schonung des Scham-gefühles Vorsorge getroffen ( Clement. Hom.14, 1; Epiphan. Haer. 79, 3; Const. apost.III 15). Es war aber jene Anordnungunerlässlich, weil die T. regelmässig durchvölliges Untertauchen vollzogen wurde,eine Sitte, die bis zum 12. Jalirh. herab,wie es scheint, auch im Abendlande all-gemein war. Erst im 13. Jahrh. wurdehier die heutige Form der Begiessung mitWasser mehr und mehr üblich, doch nenntnoch Thomas von Aquin die Untertauchungdas Herkömmlichere (III, q. 66, a. 7).Und zwar wurde ehedem die Untertau-chung dreimal vollzogen, was Tertullian(Kor. 4) und Basilius (De spir. s. 27, 66)glaublich auf apostolische Anordnung zu-rückführen. Dies wurde für so wichtigangesehen, dass der 42. apostolische Kanonschwere Strafe auf die einmalige Unter-tauchung setzt. Der Grund dieser An-ordnung war der Gedanke, dass eine jededer drei göttlichen Personen in gleicherWeise und gleichviel zur Wiedergeburtdes Sünders beitrage. Als darum dieArianer dies im gerade entgegengesetztenSinne auslegten und einen Unterschied inder Art und Weise der Heiligung vonSeite der drei Personen aus der dreifachenCeremonie herauslasen, gebot Gregor d. Gr.(Ep. I 43) den Spaniern, unter denen dieseFrage damals besonders brennend gewor-den, die T. durch eine Untertauchung zuvollziehen, was auch das Conc. Tolet. IV, c. 6im J. 633 durchführte. In Rom behieltensie, wie aus jenem Briefe Gregors hervor-geht, die frühere Sitte bei, und so bliebes auch im Abendlande überall (TheodulphusAurel. De bapt. 14). Unter Karl d. Gr.erhoben Manche sogar gegen die Spanierdeshalb heftige Anklagen, ja Alcuin be-zichtigte sie sogar der Fälschung, dennder Brief Gregors, auf den sie sich stütz-ten, sei gar nicht echt. Doch wies dasConcil von Worms 868, c. 5 diese An-schuldigung zurück und nahm ausdrück-lich die beiderseitige Praxis in Schutz.Noch mehr Bedenken hegten Manche gegendie durch Abgiessen des Wassers er-theilte T. Diese wurde zuverlässig, den

Nothfall ausgenommen, im Alterthum wolauch nicht vorgenommen. Ein solchermochte wol den Aposteln bereits öfter vor-gekommen sein, wenn sie an einem Tage,ohne ein besonderes Taufhaus zu besitzen,3000 Menschen tauften (Apg. 2, 41; vgl.10, 47 f. 16, 32 f. Siegel Handb. d. Alterth.IV 501 f.). Bei grossen Massenbekeh-rungen mag sich das öfter wiederholthaben. Ein Nothfall, der hiezu drängte,war auch bei der T. von Kranken undSterbenden vorhanden (s. d. Art. Kranken-taufe n. 2). Aber eben gegen diese er-hoben sich manche Stimmen, welche Zweifelerregten, ob sie auch genügend sei. Soz. B. Magnus, der gegenüber Cyprian(Ep. 76) zwar entschieden die Gültigkeitdieser T. vertheidigt, ohne aber deshalbdie andere Meinung angreifen zu wollen.(Das Nähere s. d. Art. Krankentaufe n. 5über diese oft missdeutete Stelle.) Obaber auch sonst, solche zwingende Fälleausgenommen, die T. ehemals durch blossesAbgiessen mit Wasser vollzogen ward-?Die Treue des Alterthums gegen die kirch-lichen Riten, die es von Alters her über-kommen, macht das durchaus unwahr-scheinlich- Auf Bildwerke, z. B. das be-kannte im Iter Ital. von Mabillon, kannman sich hier nicht wol berufen, da, ab-gesehen von Licenzen, deren der Künstlersich bedient haben konnte, die Darstellungeiner T. eben im Augenblicke der völligenUntertauchung selbst für einen altchrist-lichen Maler zu unkünstlerisch erscheinenmusste. I? K.] Und selbst Walafrid Strabo(De eccl. reb. 26), welcher doch sagt, dassViele nicht mit Untertauchen, sondern mitUebergiessen getauft wurden und nochso getauft werden können, wie aus denActen des hl. Laurentius hervorgehe, fügtbei: si necessitas sit.

12) Die Taufformel, unter welcherdie T. gespendet wurde, enthielt immerund überall bei allen Katholiken dieNamen der drei göttlichen Per-sonen, aber mit mannigfachen klei-neren Verschiedenheiten je in den ver-schiedenen Kirchen (s. darüber die fleissige,gleichwol unvollständige Sammlung vonPolchow De formula bapt., Gottingac1766). Besonders boachtenswerth ist derUnterschied zwischen der lateinischen undgriechischen Kirche. Die erstore tauft,und zwar zuverlässig bereits seit denältesten Zeiten, obgleich dafür der littera-rische Nachweis sehr schwer sein dürfte,mit der Form: ego to haptizo in nomineP. et F. et Sp. s. Die griechische Formellautet jetzt: ßxrcxi'Oixai (baptizatur, wofürmanche Lateiner baptizotur losen) 6 SoüXo;xoö dsoö, 6 Sstva, ei? xo övop.x xoü II- T -Y. •/.. x. a. “v. vüv xal <üel y.al £il xobs aiiüvac