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Zweiter Band. I - Z.
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Templum — Tempus clausum.

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tro, der Athene-T. zu Syrakus (vgl.Athenaeum 1847, 23. Jan.), jetzt der Dom,

S. Maria del Piliero, nach Schubring ur-sprünglich ein Artemis-T.; die Mauern desDomes greifen in das Peristyl des Tem-pels ein. Weingärtner fügt hinzu: S. Ste-fano delle Carozze oder S. Mariadel Sole in Rom, ein ehemaliger Vesta-

T. (?) ( Gailhabaud II, Lief. 7; nach Bim-sen Besehr. d. Stadt Rom III ein Cybele-T.);der T. der Yesta zu Tivoli, welcherchristliche Gemälde aufweist (Familienbuchdes Lloyd 1857, 6); S. Urbano beiRom, ein ehemaliger Bacchus-T.; S. Ma-ria in Cosmedin ebend. (wol mit Un-recht, wenn auch die Säulen der Kircheantik sind); S. Maria Egiziaca, an-geblich früher ein T. der Fortuna virilis( Kugler Bauk. I 303, geweiht unter Jo-hann VIII, 872—882); die Peripteren desParthenon in Athen, wo der JesuitP. Bobin vor 1687 noch Kapellen sah{Bötticher Tckton. II, B. 4, S. 77), und dasjetzt als Kirche dienende choragisehe Mo-nument des Thrasykles an der Südseiteder Akropolis; S. Andrea di Barbarain Rom {Piper I 49).

Die von den genannten Gelehrten bei-gebrachten Beispiele lassen sich indessennoch vermehren. So ist nach Adlers Un-tersuchungen die Kirche S. Pancrazioin Taormina aus der Cella eines antikenhellenischen Tempels, der 358 v. Chr. ge-baut wurde, entstanden (Sitzung der arch.

Gesellschaft in Archäol. Ztg. 1876, 114).Ebenso wäre nach Bormann (Arch. Ztg.1881, 70) die Kirche S. Maria della Mi-nerva in Assisi ein ehemaliger Tempel.Endlich sei verwiesen auf die inschriftlichWar in i (n. XCIV *. CLX 3 . CCXXXI 2r~ S. Agata in Vercelli) bezeugtenUmwandlungen dieser Art. kraus.

TEMPLUM wird gleich voto; in den dreiersten Jahrhunderten von christlichenSchriftstellern nicht im Sinne unsererjKirche* gebraucht; wo es einmal ge-schieht, wie Ignat. Ad Magnes. c. 7 (vaävouvt P £ ‘/. £ " e fleoü) und Barnab, Ep. c. 16 u.

ist der Ausdruck in übertragenemoinne gebraucht. In ähnlicher Weise spre-C l< i\!' n, ' tun Bus und Eusebius von dem Tem-fh r?*'*'. 138 3,1 unserer Brust. Aber seitj re . r ^eü bedienen sich die Kirchenväteroch auch vielfach des Terminus zur Be-eic inung Jos christlichen Bethauses; soschon LactrmL V 2; Ambros. Ep. 33 ad

arcellm.; Prudent. Pass. Laur. v. 161 sq.;

irfp - 1 ,A >polyt - v - 215 sq.; EHar. Comm.in rs. 126; Aug. De civit. Dei VIII 27;

seit aU o- ^ en Griechen jetzt vadc inTi ein Smnegewöhnlich wird: Eusvb. X 4;

leodoret. I 31; Chrys, Hom. 4 de verbis

Is. (III 865). Ambros. Ep. 29 ad Tlieodos.,al. 17, gebraucht fanum für das Conventi-culum der Valentinianer, nicht templum.Vgl. Bingham III 122 f. kraus.

TEMPUS CLAUSUM (feriatum, sacraium).Schon in der Heidenwelt galt der Grund-satz, dass die Aufregung der Sinnlichkeit,welche durch den Usus coniugii hervor-gerufen werde, der Betrachtung und Er-fassung göttlicher Dinge hinderlich undmit der gewissen religiösen Handlungenund heiligen Zeiten gebührenden Ehr-furcht nicht verträglich sei ( Herodot. Hist.I 198; II 37). Derselben Anschauungs-weise begegnen wir im mosaischen Ritual-gesetze (vgl. Exod. 19, 15 und I Kön.21, 5). Es darf daher nicht befremden,wenn auch im X. T. I Kor. 7, 5 die frei-willige Enthaltung vom Debitum coniugaleum höherer, religiöser Zwecke willen em-pfohlen wird. Bei dem eminenten Tu-gendleben der ersten Christen ist die An-nahme nicht zu gewagt, dass auch die-jenigen, welche erst im Begriffe standen,sich zu vermählen, eine Enthaltung inso-fern geübt haben werden, als sie ihrej eheliche Verbindung in die Zeiten solenner! Feste oder kirchlicher Busstrauer etc.,mit denen ohnehin schon die lärmendenI Ergötzlichkeiten einer Hochzeit nicht har-monirten, wahrscheinlich nicht verlegten.Eine positive Verordnung der Kirche je-! doch, wodurch ein Impedimentum matri-monium impediens temporis geschaffenworden wäre, ist bis jetzt aus den drei| ersten christlichen Jahrhunderten histo-risch nicht nachweisbar. Im 4. Jalirh.

! «aber begegnen wir einem diesbezüglichenI Verbote in dem 52. Kanon des Conc. Lao-Idic. (zwischen 343 u. 381): oti ou osT b1 TE.7~apay.o3Tr; ydpooi rj -j'EVE&Ata (i. e. liata-litia principum) e^iteXeiv. Die sog. arab.-nienen. Kanones, die aber einer spätemnaehnicaenischen Zeit angehören, kennenj ebenfalls (c. 20 bei Hardouin I 517) die' Quadragesimalzeit als T. c. für Eingehungder Ehen und fügen als Grund bei, ,weili die Tage des Fastens Tage der Trauer: und Wehmuth sind, an denen man Ge-bete und Bitten Tag und Nacht Gott dar-j bringen müsse 1 . Daran schliesst sich inj chronologischer Ordnung der strittigeKanon 3 des Conc. Ilerd. (Lerida, in derspanischen Kirchenprovinz Tarragona). Erlautet angeblich: ,non oportet a Septua-gesima usque ad octavas Pascliae, et tri-bus hebdonmdibus ante festivitatem sanctiIoannis Baptistae et ab adventu Dominii usque post Epiphaniam nuptias celebrare.Quod si factum fuerit, separentur. 1 Beij Schott Hist, legum eccles. de temporibus! nuptiarum clausis, Lips. 1774, ist die Echt-

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