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Zweiter Band. I - Z.
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Todtenbestattung.

mit Heiden durch den Hinweis auf dieihnen drohende Gemeinschaft des Grabesund der damit verbundenen Idololatrie:moratur Dei ancilla cum laribus alieniset inter illas omnibus honoribus daemo-num, omnibus solemnibus regum, incipienteanno, incipiente mense, nidore thuris agi-tabitur. Eine diesbezügliche höchst merk-würdige Inschrift, welche de Rossi in dieersten Jahre des Friedens setzt, wurde1878 beim Abbruch der Porta Flaminiaauf einem mächtigen Travertinblock ge-funden, auf welcher der Yater erklärt,seine Tochter sei, wenn auch äusserlichHeidin (inter alienos pagana), doch in derThat Christin gewesen (inter fideles fidelisfuit) und daher verbiete er nach dem Wil-len der Yerstorbenen und auf Grund derLex monumenti die Yornahme heidnischerRiten an ihrem Grabe (Bull. 1878, 118 f.).Dagegen dürfte wenigstens für die ältesteZeit ein Begraben der Judenchristen zuRom in den jüdischen Katakomben nichtauszuschliessen sein (über eine Inschriftin hebräischer Sprache im Coemeteriumdes Callistus vgl. Bull. 1877, 156).

2) Ueber die Behandlung der Leichenalsbald nach der Ausfahrt der Seele gebenuns die kirchlichen Schriftsteller wie dieGräberfunde der Katakomben Aufschluss.Die Sitte, den Todten Mund und Augenzu schliessen und die Leiche zu waschenund zu bekleiden, welche die Gläubigenmit den Heiden gemein hatten, wurdeselbst in Zeiten grösster Sterblichkeit vonden Christen nicht ausser Acht gelassen,wie es sich aus einem Briefe des hl. Dio-nysius von Alexandrien ergiebt. Obschondie Pest furchtbar in Aegypten wüthete,,optimi quique ex fratribus nostris . . .Sanctorum corpora excipientes oculos illiset ora claudentes, . . . lavacro et vestimen-tis ornantes, paulo post eadem officia abaliis consecuti sunt* ( Euseb . YII 22).

Für die Jünbalsamirung bot die Bestat-tung des Herrn (Joh. 19, 39) das Vorbild,und wie reichlich die Christen Myrrhe,Salben und Wohlgerüche für ihre Todtenverwendeten, lehrt uns Tertullian (Apol.c. 42): ,sciant Sabaei, pluris et cariorissuas merces christianis sepeliendis pro-fligari, quam diis fumigandis. Der Pseudo-Dionysius (Eccl. hierarch. c. 7) stellt dieSalbung bei der Taufe der Salbung derVerstorbenen gegenüber; jene rüste zumKampfe des Lebens, vüv oi iTti/eiopsvovsXaiov ip/paivEt, xaxa touc aÜTobj tepouc dytöva?dfiX-quavra y.al TcXeuoöevTa tov XExoip.rjp.evov. —

Ueber die Einhüllung der Todten in Lein-tücher und Bekleidung mit kostbaren Ge-wändern wird uns wiederholt berichtet,und was uns Eusebius (YII 16) von Astu-rius erzählt, er habe die Leiche des Mär-

tyrers Marinus ,iicl Xapicpäc xai tcoXote Xoüieafirjxoj 1 zu Grabe getragen, und wasuns in den Acten des hl. Bonifatius ( Rui-nart III 188) erzählt wird: acceperunt Cor-pus s. martyris et unguentes illud aroma-tibus et involventes linteaminibus pretiosis,war allgemeine Sitte. Von dem weissenGewände, in welches die Leiche gekleidetwurde, ist auch Rede in der apokryphenHistoria Iosephi (ed. Tischendorf 135):vestem expandentes lucidam ea corpus ob-volverunt. Wie uns der hl. Athanasius dasTtspieXi'aasiv dfiovfoic rot acopaxa, xai paXtaxatüW aYuuv papxupiov als Sitte des Orientsschildert, so bezeugt dasselbe für den Oc-cident Prudentius (Cathem. X 69):candore nitentia Clarapraetendere lintea mos est,adspersaque myrrha Sabaeocorpus medicamine servat.

Sophronius von Jerusalem meldet (MaiSpicil. III 689) über die Bestattung deshl. Märtyrers und Bischofs Petrus vonAlexandrien: odoriferis condientis aro-matibus induerunt (eum) sericis indu-mentis, während man das abgeschlageneHaupt in Tücher hüllte (cooperueruntsindonibus) und sein Blut sammelte (sa-crum vero cruorem peniculo reverentercollegerunt). Nach Hieronymus (Ep. 49 adInnoc.) gab es eigene Kirchendiener, welchedie Leichen zur Bestattung vorbereiteten:clerici. . . quibus id officium est... linteocadaver obvolverunt, und dies ist sicher-lich eine schon viel ältere Einrichtung, daman schwerlich die Arbeit der Pollinctoresdem heidnischen Personal der Libitinariiüberlassen mochte (vgl. Becker Gallus III350). Während der hl. Chrysostomus in denneuen Kleidern (xaivoic ipaxi'oij), mit wel-chen die Todten ins Grab gelegt wurden,das Vorbild für das Gewand der Unsterb-lichkeit erblickt, mit welchem der Herrdie Seinen bekleidet (Hom. 66), macht derhl. Hieronymus es den Reichen zum Vor-wurf, dass sie ihre Todten mit golddureh-wirkten Gewändern bekleideten: cur etmortuos vestros auratis obvolvitis vesti-bus? ein Vorwurf, gegen den man sichauf die Thatsache hätte berufen können,dass auch die hl. Caecilia in solchen Ge-wändern bestattet worden sei. Die Leicheder Kaiserin Maria, der Gemahlin desHonorius, welche in der Kirche der hl. Pe-tronilla bei St. Peter begraben war, fandsich 1544 bekleidet mit einem Gewändeaus Goldstoff, mit einem Schleier von Gold-stoff um das Haupt aus einem ähnlichenTuche, welches Gesicht und Brust bedeckte.Aus diesen Stoffen wurden 35, nach An-deren 40 Pfd. feinsten Goldes gewonnen(vgl. de Rossi Bull. 1863, 53). Für diespätere Zeit berichtet uns Gregor. Turon.