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Todtenbestattung.
waren, und sicherlich sind nach meinerMeinung sehr viele der sog. Blutampullenderartige Essenzgefässe gewesen. Dennmochte man auch, wie uns ja der Augen-schein lehrt, die Oeffnung des Grabes nochso sorgfältig mit einer dicken Kalkeinfas-sung der Marmor- oder Ziegelplatten ver-schliessen, der poröse Tulf Hess doch indie Gänge übergenug Miasmen ausströmen,zu deren Niederschlagung man der schärf-sten Essenzen nothwendig bedurfte. AuchLorbeerblätter wurden zu demselben Zweckals Unterlage für die Leichen verwendet,wie dies noch Gregor. Turon. (De gl. conf.84) für seine Zeit berichtet: lauri etiamfolia sub se habebat strata (vgl. de EossiR. S. III 711). Theilweise dem gleichenZwecke dienten die Schalen mit aromati-schen Oelen, die auf eigenen Säulen nebenden Gräbern standen (R. S. III 505).
3) Das bisher Gesagte wird durch dieGräberfunde zumal in den römischen Ka-takomben erläutert. Indem ich auf dieeingehenden Ausführungen bei Kraus R. S.487 ff., de Eossi R. S. III 710, BoldettiOsserv. 295—311, auf die reichhaltigenNotizen bei Marchi etc. verweise, möchteich kurz über eine Untersuchung berich-ten, die ich in dieser Beziehung im Coe-meterium Thrasonis an der Yia Salaria an-stellte. Dasselbe weist noch ganze Gängeintacter Gräber auf, von denen eine grosseAnzahl mit halb erbrochenem Verschlusseinen Einblick in das Innere gewährt.Die Gänge gehören der nachconstantini-schen Zeit an ; das ganze Coemeterium istäusserst arm an Grabkammern und Arco-solien; es sind also vorwiegend Leute ausden unteren Klassen gewesen, welche hierihre Ruhestätte fanden, und so sehen wirgerade hier am besten die kirchliche Sittein Bezug auf die gewöhnlichen Gläubigenund deren Bestattung. Die gelbweissenGebeine der Skelette lagen vorwiegendnoch in vollkommen natürlicher Ordnung;nur der Kopf war meistens aus seiner na-türlichen Lage verschoben, woraus zuschliessen, dass demselben ein, vielleichtmit Lorbeerblättern gefülltes Kissen unter-gelegt gewesen, bei dessen Verfaulung derSchädel zurückfallen oder auf die Seitesinken musste. Die Füsse waren, entspre-chend der Verengung des Loculus nachunten zu, bei der Bestattung manchmalauf die Seite gebogen worden, wie sichaus der Lage der Knöchlein ersehen Hess.Die Arme lagen meistens neben dem Kör-per ausgestreckt; in einzelnen Fällen wa-ren die Hände kreuzweise über einandergelegt. Manche Leichen waren ganz inKalk gehüllt, und zumal der Schädel hattesich mit der Kalkkruste fest verbunden;bei anderen Gerippen fand sich bloss eine
Masse Kalk zwischen den Schenkelknochen.Nicht selten lag neben dem Kopfe einedunkelbraune Masse, die sich bei genauerUntersuchung als ein zusammengefaltetes,mit Spezereien getränktes Leinentuch er-wies ; manchmal auch lag dieser Stoffzwischen den Schenkeln; wiederholt warausser der Kalkhülle auch noch ein sol-cher Stoff in Anwendung gekommen. Eineförmliche Einbalsamirung Hess sich nurbei zwei oder drei Leichen constatiren,und zwar in ähnlicher Weise, wie sie He-rodot (Hb. II 86) als Sitte des Orients be-richtet : eitstra tt ; v vqSuv apjjpvrjj iy.rfidzoot£Tpip.p.svir)c, xal v.'jmrfi xal t<öv aXXov Oupur)-[Aatujv, TzXty XißavtuTOÖ, -Xr'actv-EC, aoppdutouatdmaoi. Die ganze Bauchhöhle war näm-lich mit jenem vorhin erwähnten dunkel-braunen Stoff angefüllt, in welchem sichnoch die einzelnen Lagen der zusammen-gefalteten Leinwand unterscheiden Hessen.Beim Verbrennen entwickelte sich ein sehrintensiver Wohlgeruch, ähnlich dem un-serer Räucherkerzchen, aber viel feinerund angenehmer. Von einer Umwicklungund Einhüllung, wie man sie in den bei-den bekannten Sarkophagen von S. Cal-listo bei den Leichen sieht, fanden sichhier keine Ueberreste; die Skelette lagenalle nackt da. Vergebens suchte ich inden Gräbern nach einem Gefäss, welcheszur Dämpfung des Verwesungsgeruchs Es-senzen enthalten hätte und wie de Eossikürzlich ein solches in einem Sarkophagim Coemeterium der Domitilla gefundenhat. Letzteres war eine lange, enge Flasche,quer neben der Leiche Hegend und nochhalb mit einer Flüssigkeit gefüllt, derenAnsatz an das Innere der Glasröhre in-crustirt war. Obgleich die Flüssigkeit kei-nen Geruch hatte, so war sie doch wolohne Zweifel ursprünglich eine wohlrie-chende Essenz gewesen, deren ätherischeBestandteile verflüchtigt waren. Von Stof-fen und Kleidungsstücken fand ich eben-sowenig, wie von Schmucksachen und ähn-lichen Gegenständen, soweit die Ehrfurchtgegen die Gebeine eine Untersuchung zu-liess, eine Spur; nur neben der Leicheeines Kindes schimmerten Reste von Gold-fäden, jedoch bloss an einer einzigen Stelle,so dass es also wol nur eine schmale Gold-verbrämung einer Schleife oder dergleichengewesen war. Verhältnismässig wenig Grä-ber enthielten zwei Leichen. In den Kalk-verputz der Schlusssteine waren die ver-schiedensten Gegenstände eingefügt: Ringeund andere Schmucksachen, Piippchen vonElfenbein, Muscheln, bunte Steine undGlasflüsse, einige Male auch Lampen undGlasampullen. Weitaus der grösste Theilder Gräber war mit Ziegelplatten geschlos-sen; hier und da fand sich eine Inschrift;