Todtencommunion — Toleranzedicte.
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Selbstmördern das Begräbniss: quisibi manum admoverit, insepultus iaceat,und Seneca giebt dafür als Erklärungs-grund an: ut aliquid post mortem time-rent, qui nee mortem timent (Controv.1. 8). Auch die Kirche verwehrte denBiothanati das Officium funebre, mochtensie nun sich selbst das Leben genommen,oder bei einem Yerbrechen den Tod gefun-den haben: quicunque se propria volun-tate in aquam iactaverit, aut collum liga-verit, aut de arbore praecipitaverit, autferro percusserit, aut qualibet occasionevoluntariae se morti tradiderit, istorumoblatio non recipiatur (Conc. Antissiod.c. 17; vgl. das Conc. Aurel. II, c. 15).Optat. Milev. erwähnt den Fall, dass selbstein donatistischer Bischof den in einemAufruhr erschlagenen Circumcellionen,welche kirchlich begraben werden sollten,diese Ehre verweigert habe: cum aliquiin basilicis sepeliri coepissent, clericuspresbyter in loco Subbulensi ab episcoposuo coactus est, ut insepultam faceretsepulturam (III 68). Das Gleiche galtvon den Lapsi, welche unausgesöhnt mitder Kirche gestorben waren, sowie vonden Haeretici.
[Litteratur: Ausser der die Kata-komben betr. Litteratur u. A. AllegranzaDe sepulc. Christ, in aedib. sacr., Mediol.1773. Greiser De fun. Christ., Ingoist. 1611.Joch De ritu sepel. mort. ap. vett. Christ.,Jenae 1726. Kiesling De ritib. sepulcr.Christ, fidem indicantibus, Yiteb. 1736.I. F. V. L. (Franzen) Antiqq. circa fu-nera et ritus Christian, quo in tempore ineccl. observ., Lips. 1713. Larroquanus ins. Adv. Sacr., Lugd. Bat. 1688. PanvinioDe ritu sepel. mort. apud vett. Christ, eteorundem coemet., Lov. 1572, Rom. 1581,Lips. 1719. Sammelius De sepult. Christ.,Taur. 1678. Schurzfleisch Qualis Christ,fun. ritus fuerit (Controv. 34). Unbedeu-tend sind die modernsten Schriften überden Gegenstand, wie Hornstein Les sepult.devant l’hist., l’archöol., la liturgie etc.,Par. 1868. Favrot Hist, des inhumations,Par. 1868. Eine kritische Geschichte deschristl. Begräbnisswesens in seinem Ver-hältniss zu den vor- und ausserchristl.Riten und Auffassungen bleibt noch zuschreiben. K.] de waal.
TODTENCOMMUNION. Die Unsitte, denYerstorbenen die heilige Eucharistie zugeben, finden wir in der morgen- undabendländischen Kirche vom 4. bis herabin das 7. Jahrh. Das erste Verbot da-gegen erliess die Synode von Hippo (Conc.Carthag. III) 397, c. 6: placuit, ut corpo-ribus defunctorum eucharistia non detur.Und die Begründung des Verbotes: dictum
est enim a Domino: accipite et edite, cada-vera autem nec accipere possunt nec edere.Wiederum eingeschärft wird später vondem Conc. Antissiod. (578) c. 12: non licetmortuis nec eucharistiam nec osculumtradi, worauf dieselbe Motivirung folgt,wie oben. Ygl. das Conc. Trullan. (692)c. 133, Chrysost. Hom. 40 in I Cor., § 1,und das Synodalstatut des hl. Bonifatius(Hefele Concilien-Gesch. III 545). Manlegte die consecrirten Elemente entwederin den Mund, wie aus einem unechten,dem Amphilochius zugeschriebenen Lebendes grossen Basilius erhellt (£v tco stouaTiaoxou, Opp. Basil., ed. Combefis 224), odergewöhnlicher auf die Brust. So befahlder hl. Benedict, den Leib des Herrneinem Todten auf die Brust zu legen, nachGregor. M. Dial. II 24. Eine consecrirtePartikel legte man auch dem hl. Cuthbertauf die Brust (Amalar. De off. eccl. IV 41).Dem gegenüber ward wiederholt betont,dass bei der Communion eine ein
,ore sumere, bibere et manducare 4 statt-finden müsse, nicht bloss eine 56ai;. Obman den Y erstorbenen eucharistischenWein in besonderen Fläschchen mit inden Sarg gab zum Schutze gegen böseGeister, hängt mit der Frage nach demInhalt der Blutampullen zusammen;es dürfte aber sehr wahrscheinlich sein.S. d. Art. Phiala cruenta II 620, wo auchdie Litteratur verzeichnet ist. J. A. GleichDe euchar. moribundorum et mort., Wit-tenberg. 1690. KRIEG.
TOLERANZEDICTE, römische.
A. Apokryphe.
I. Die Tiberius-Fabel. TertullianApol. c. 5 (ed. Oehler) berichtet Folgen-des: ,als dem Kaiser Tiberius ChristiKreuzestod und wunderbare Auferstehunggemeldet worden, stellte er beim Senatden Antrag, Christum unter die Staats-gottheiten aufzunehmen. Die Curie wei-gerte sich, auf den Vorschlag des Fürsteneinzugehen; dieser behielt aber seine derneuen Religion günstige Gesinnung beiund untersagte bei Todesstrafe, die An-hänger Jesu als solche anzuklagen. 1 DieseErzählung wird Euseb. H. e. II 2 unterausdrücklicher Berufung auf die soebencitirte Stelle Tertullians wiederholt. Die-selbe Geschichte findet sich später beiOrosius (Adv. pag. VII 4), der im J. 417schrieb, in ausführlicherer Form. Auchder sog. Anonymus post Dionem, der seineCompilation frühestens um die Mittedes 5. Jahrh. verfasste (vgl. meinen in denFleckeisen’ sehen Jahrb. f. dass. Philologie1875, H. 3 [201—221] veröffentlichten Auf-satz 212—219), gedenkt der fraglichen