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Trauer.
deine Edelsteine.“ ,Das T.-Gewand,“ meintAmbrosius (De viel. c. 8), ,der Thränen-strom, die tiefe Betrübniss, von welcherdie Furchen der bleichen Stirn Zeugnissgeben, schrecken lüsterne Augen zurückund lassen keine Begierden aufkommen;in der That ist die T. ein guter Wächterder Sittsamkeit.“ — Dagegen dringt diekirchliche Auctorität streng auf Elimini-rung rein heidnischer T.-Sitten: an dieStelle der Nänien sollen die Psalmen treten(Chrysost. De consol. mort. c. 6; Conc.Tolet. III a. 589, c. 22). Die Stelle derheidnischen Todtenfeste und ihrer Todten-opfer (vgl. Marquardt-Mommsen RömischeAlterth. VI 298 If.) vertreten die Ge-dächtnisstage der Verstorbenen, welcheman mit Psalmen, Lesungen, Gebet undFeier der Eucharistie im Abendlandezunächst am Jahrestage (Tertull. De cor.mil. c. 3), später noch am 3. und 30. oderam 7. und 40. Tage ( Ambros. De ob. Theod.c. 3; De excessu fr. Sat. c. 2), im Orient(Syrien) am 3. Tage, mit Rücksicht aufden, welcher am dritten Tage auferstandenist, am 9., am 40., gemäss des alten Vor-bildes (Deut. 34, 8), und endlich am Jahres-tage ( Const. apost. VIII 42) beging. ,Eswar einst Sitte,“ sagt Hieronymus (Ad He-liod. c. 1, ep. 60), ,dass bei den Leichen-begängnissen der Verstorbenen ihre Kinderin öffentlicher Versammlung von der Red-nerbühne herab Lobreden hielten undgleich den T.-Gesängen die Gemüther derZuhörer dadurch zu Thränen und Klagenrührten.“ Mit den heidnischen Laudationes(vgl. Marquardt-Mommsen VII 346—350)vergleicht Hieronymus seine, von ihm selbstEpitaphien genannten (Ep. LX 1, LXXVII1), brieflichen Nekrologe über Personenseines Freundeskreises. Mehr Analogieenweisen naturgemäss die T.-Reden (X0701imacpioi) der Väter auf, wie sie in höch-ster Meisterschaft schon ihr Schöpfer Gre-gor von Nazianz, nur von Bossuet über-troffen, auf seinen Bruder Caesarius (368od. 369), seine Schwester Gorgonia (373/74),seinen Vater Gregor (374) und auf Ba-silius (f 379), zwei Jahre nach dessenTode (381), die vorzüglichste, die uns daschristliche Alterthum geschenkt hat, wiesie Gregor von Nyssa in Constantinopelauf den Patriarchen Meletius (381) nachzwei Vorrednern, auf Pulcheria, die Toch-ter (385), und Placilla, die Gemahlin Theo-dosius’ I (385) gehalten haben (die RedeGregors von Nyssa auf seinen Bruder Ba-silius ist kein X070C eTuxacptoc, sondern eineLobrede, wie diejenige auf den hl. Ephraemu. a.). Die ältesten Leichenreden der christ-lichen Litteratur des Abendlandes sinddiejenigen des hl. Ambrosius: der Eindruckder ersten, welche seinem Bruder Satyrus
(379) galt (und mit einer acht Tage späteram Grabe desselben vorgetragenen Trost-predigt über den Glauben an die Auf-erstehung zu einem Werkchen vereinigt),wurde noch durch die Gegenwart desTodten erhöht, der nach der Sitte derZeit und des Landes mit unverhülltemAngesicht zu den Füssen des Redners lag.Ein grösseres stoffliches Interesse bietendie beiden anderen, gehalten beim TodeValentinians II (392) und bei dem Theo-dosius’ d. Gr. (395), von denen die erstere,ästhetisch bedeutender, sich von der zweitendurch einen wärmern und freiem Ausdruckdes Gefühls auszeichnet (s. Ebert Gesch. d.christl. lat. Litter. I 155—158). In diesenReden der Väter feiert die Rhetorik ihrehöchsten Triumphe, wenn sie dem Schmerzüber den Tod der Gefeierten ergreifendenAusdruck leiht und anderseits ihn lindertdurch Trostgründe und in die rechtenGrenzen weist durch Entwicklung derGrundsätze über das Maass christlichererlaubter T., welche für immer norm-gebend geblieben sind. Wenn ferner diezum Theil sehr umfangreichen Reden zu-gleich ein Charakterbild der Verstorbenenmit einer mehr oder weniger ausführlichenLebensskizze bieten, so sind sie zugleichtrotz des panegyrischen Charakters zu-verlässigere historische Quellen, als dieheidnischen Laudationes, welche schonvon den Alten (Cic. Brut. XVI 61; Liv.VIII 40, 4) als unzuverlässige und ausFamilieneitelkeit absichtlich gefälschte Ge-schichtsquellen bezeichnet werden, weilbei den christlichen Rednern selbst gegen-über den verstorbenen Verwandten De-muth und Wahrheitsliebe das Ausartenin Selbstlob verhinderte. So sind dennihre T.-Reden in der That unverwelklicheTodtenkränze, Blumengewinde (Greg. Naz.In Caes. c. 16; Ambros. De ob. Valent,c. 56), deren Duft noch die Nachwelt er-freut. — Wenn das Uebermaass der T.schon bei dem ,Christen aus dem gewöhn-lichen Haufen“ tadelnswerth erschien, dannum so mehr bei den Gottgeweihten, denMönchen und Geistlichen. ,Wir ver-zeihen der Mutter die Thränen,“ schreibtHieronymus der tiefgebeugten Paula (c. 5,ep. 39); ,wenn ich an die Mutter denke,so tadle ich deine T. nicht; wenn ichaber an die Christin, an die Nonnedenke, so wird durch diese beiden Namendas Gefühl der Mutter ausgeschlossen.“Als eine Auflehnung gegen Gottes Willenverurteilt Chrysostomus (De consol. mort.c. 7) die übermässige T. der Geist-lichen, und die dritte Synode von Toledo(c. 22) erwartet von den Bischöfen, dasssie das Verbot der leidenschaftlichen T.-Geberden und der Leichengedichte wenig-