Traumdeuterei —■ Träume und Visionen.
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stens bei den Geistlichen durchsetzen.,Ueberwinde nach Vermögen die Weich-heit deines Gemiithesschreibt Hierony-mus an den Bischof Heliodor (c. 14,ep. 60), ,und wehre dem allzu reichlichenThränenstrom, damit, was doch nur grosseLiebe zum Neffen (Nepotian) ist, bei un-gläubigen Christen nicht für Verzweiflungan Gott gehalten werde. Denn wie esdem König ergeht, so auch dem Bischof:auf ihn sind Aller Augen gerichtet, seinHaus und sein Wandel sind wie auf eineWarte gestellt, das Vorbild der öffent-lichen Sitte. Hüte dich also, etwas zuthun, woraus die Tadler einen gerechtenGrund zur Schmähung schöpfen könntenoder was Andere nicht nachahmen dürfen,ohne zu fehlen/ — Die Art der öffent-lichen, der Staats-T. lernen wir ausdem Senatsbeschluss bei dem Tode Con-stantins kennen: ,die Bäder und Märktewurden geschlossen, ebenso die öffentlichenSchauspiele und überhaupt Alles, was dielebenslustigen Menschen zu ihrer Er-götzung gewohnt waren 1 ( Euseb. VitaConst. IV 69). SDRALEK.
TßAUMDEUTEREI (<3vsipop.avxei'a), eineArt yon pavcsta, welche ohne Zweifel indie Gesetze gegen die yaxap.avxeuop.evoi, dieHaruspices, Mathematici, Augures, Chal-daei, Harioli u. s. f. eingeschlossen war(vgl. Cod. Theod. IX 16, 4; Ammian. Mar-cell. z. J. 355 und andere Belege bei Bing-ham VII 247). Das Conc. Ancyr. c. 24straft diese Zauberkünste mit fünfjährigerBusse, der Can. Bas. 72 setzt dieselbeStrafe wie gegen Mord für sie fest. Vgl.über Träume d. Art.
TRÄUME und VISIONEN. Die Einwir-kung Gottes auf die Menschen durchTräume ist im A. und N. T. bezeugt.Gott offenbarte dem Joseph seineErhöhung(Gen. 37), dem Pharao Hungersnoth resp.Ueberfluss (Gen. 41) im Traume. DenNährvater Joseph belehrte ein Engel (Matth.1, 20; 2, 13) im Traume. Das Weib desPilatus litt wegen des Gerechten (Jesus)im Traume viel (Matth. 25, 19). Obgleichbeim Heiland wegen der Göttlichkeit sei-ner Person von einer derartigen Einwir-kung keine Bede sein kann, so bezieht ersich doch bei Joli. 1, 51 auf das Traum-gesicht des Patriarchen Jakob. AuchPetrus spricht (Act. 2, 17) von Offenba-rungen Gottes durch Träume unter Be-ziehung auf Joel 3, 1. — Verschieden vondieser Offenbarung Gottes (durch Träume)sind die Visionen, wie die Verzückungdes hl. Paulus (II Kor. 12, 2—4), die Er-scheinung des macedonischen Mannes (Act.16, 9) und die dem Petrus gewordene Er-
scheinung des grossen Tuches (Act. 10,10—16).
Diese Art Einwirkung Gottes dauertein den ersten Jahrhunderten der Kirchefort. Wie empfänglich die erste Kirchefür eine derartige Einwirkung war, zeigtdie sozusagen prophetische Stimmung, inder dieselbe war {Euseb. Hist. eccl. V 3;Tertull. Adv. Marcion. IV 22). Hervor-ragende Väter, wie Quadratus, Bischofvon Athen, und Melito, Bischof von Sar-des, u. A. werden als Propheten hervor-gehoben {Euseb. Hist. eccl. III 37; Hieron.De vir. illustr. 24). Von dieser Stimmungthut Erwähnung und giebt Erklärung Ori-genes (Contra Cels. 146), wenn er schreibt:,man sieht jetzt noch unter den Christendie Einwirkungen desjenigen Geistes, derehedem herabgekommen ist. Sie treibenDämonen aus, heilen Krankheiten, sehenzukünftige Dinge vorher, wenn es demLogos gefällt. Ja Viele wurden fast wi-der ihren Willen zum christlichen Glau-ben getrieben, weil eine gewisse göttlicheKraft sie auf einmal, sei es im Traume,sei es in einer Vision, so lebendig gerührtund so gewaltig verändert hat, dass sienicht nur allen Hass gegen denselben fah-ren Hessen, sondern ihn sogar mit Erdul-dung des Todes behaupteten 1 (vgl. diespätere Bekehrung des Arnobius, Hieron.Chron. ad a. 325). Durch Visionen undTräume wurden manche Märtyrer auf ihrMartyrium vorbereitet. So geschah esdem hl. Polykarp. Als dieser sich vorder Verfolgung aufs Land zurückgezogenhatte, sah er drei Tage vor seiner Ge-fangennehmung sein Kopfkissen in Flam-men stehen, was er gleich dahin erklärte,er würde lebendig verbrannt werden {Rui-nart Act. mart. 79 ed. Rat.). Beich anVisionen ist das Martyrium der hl. Per-petua und ihrer Gefährten {Ruinart 1. c.140 f.). Dem hl. Cyprian wurde die deci-sche Verfolgung lange vor deren Ausbruchin einer Vision angekündigt; sein eigenesMartyrium unter Valerian wurde ihm amersten Tage des Exils in einer Traum-vision mitgetheilt (Ep. 11; Pontian. VitaCypr. 12). Aehnliches geschah den Mär-tyrern Marianus, Jacobus , Aemilianus{Ruinart 1. c. 270 f.). Bekannt ist dasdem Constantin vor seinem Kampfe mitMaxentius gewordene Traumgesicht, inwelchem ihm das Monogramm Christi mitder Umschrift EN T01 TCO N1KA erschien{Lact. De mort. persec. 44; Sozom. Hist,eccl. I 3). Als Iulian das Heidenthumwiederherstellen wollte, wurde manchenBischöfen die himmlische Offenbarung inGesichten, dass Iulian und seine Bestre-bungen nur ein Meteor seien, das vorüber-gehe. Am Todestage Iulians sah der be-