Verkündigung Mariae.
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Abbild. Fig. 517) zeigt eine auf einemSessel mit Lehne und Fussbank sitzendeMatrone, xvelche mit Tunica und Palliumbekleidet ist und mit leise zur Erde gesenk-tem Kopf, ernstem Ausdruck und abweh-
Fig. B17. Fresco aus S. Priscilla {Bottari tav. CLXXVI).
render Gebärde der Linken zuhört, was ihreine jugendliche männliche Gestalt sagt,die, mit Tunica, welche mit dem Clavusgeschmückt scheint, und Pallium bekleidetvor ihm steht, die rechte Hand mit vor-gestrecktem Zeigefinger nach der Sitzendenhingewendet. Bosio (R. S. 541) und Aringhi(R. S. II 296 f.) wussten die Scene nichtzu deuten; Bottari (III 141, tav. CLXXVI)vermuthete zuerst, sehr unsicher, dieV. M.,welche dann ohne Bedenken von d’Agin-court (D. A. Malerei, Tafel XII 4 ), de Iiossi(Imag. scelte 11), Martigny 2 (50), Gri-moitard de St . Laurent (Guide de l’art ehret.III 287), RohauJt de Fleury (a. a. 0. I 77),Lehner (Marienverehrung 290), Garrucci(Hagioglypta Macarii 245; Storia tav.LXXV *), de Waal (s. d. Art. Bibi. Dar-stellungen I 158, Engelbilder I 416), Le-normant (Tresor de Numismatique et Glyp-tique, recueil gen. de basreliefs etc. II 5)und auch mir (R. S. 2 306) angenommenworden. Dagegen hat V. Schultee (Arch.Stud. 184) in dem Bilde eine einfacheFamilienscene, Davin (Rev. de l’art ehret.1880, XXIX 145) Susanna und Christus(sic!) gefunden. Schultzds Gründe sinddann sowol von seinem Recensenten imLit. Centralblatt 1881, n. 42, als von Hach(a. a. O. 427) gebilligt worden; es sind imWesentlichen folgende: 1) das Fresco vonS. Priscilla gehört dem Stile nach dem3. Jahrh. an, während die Verkündigungs-darstellungen nicht vor dem 5. Jahrh.auftreten; 2) die ältere Kunst stellte bisEnde des 4. Jahrh. die Madonna nie ohneKind dar; 3) die Darstellung der V. M.lehnt sich, wo sie zuerst auftritt, einerapokryphen Quelle an.
Diese Argumentation ist scheinbar sehrstark. Indessen enthält der erste Grundeine Petitio principii; der zweite ist nichtso ausgemacht, als vorgegeben wird; derdritte, die Beziehungen der späteren Bilderauf die Apokryphen, kann doch kein Be-weis sein, dass ein Künstler des 3. Jahrh.nicht aus dem Evangelium geschöpft habensoll. Mir ist auch heute noch das Bildvon S. Priscilla, wenn nicht ausgemacht,so doch aller Wahrscheinlichkeit nach, eineDarstellung der V. M. Die wesentlichenj Einwendungen gegen unsere Auffassung\ dürften durch die bevorstehende Publi-cation Hells beseitigt werden, welche das! Bild zum erstenmal getreu, sehr abwei-chend von Bosio und Garrucci, wieder-geben wird.
Sehen wir von dieser ab, so hatV. Schnitze (a. a. 0. 211. 216, n. 28) einSarkophagrelief aus S. Francescoin Ravenna ( Garrucci Storia CCCXLIV 3 ;
| Lehner Taf. VII 69 ; Rohault de Fleury! a. a. 0.) als die älteste Darstellung desSujets erklärt. ,Maria (in Stola und mitKopftuch) sitzt links auf einem Schemel,nach rechts gerichtet, und hält in derhalb emporgehobenen Linken einen Spinn-rocken (theilweise abgebrochen), in derRechten (jetzt ganz abgebrochen) hattesie ohne Zweifel ursprünglich die Spindel.Vor ihr zu ihren Füssen steht ein rund-licher Korb mit Wolistreifen. Von rechtsnaht sich ihr ein beflügelter Engel, derden rechten Arm (jetzt abgebrochen) imRedegestus erhob. Das Monument gehörtdem Anfang des 5. Jahrh. an‘ (vgl. nochRahn Ravenna 12), welcher das Reliefnach S. Romualdo versetzt). Indessen
muss man Th. Hach (a. a. 0. 428) zugeben,dass für diese Zeitbestimmung keine zwin-genden Gründe vorliegen und das Werkauch nach 431 fallen kann.
Das Protevangelium Jacobi(Evangelia apocrvph., ed. Tischendorf, Lips.
! 1853, 20 f.) c. 10 f. erzählt, dass Maria| von dem Priester im Tempel die Purpur-| wolle zum Spinnen erhalten und mit der-selben nach Hause gegangen, worauf esdann (c. 11) heisst: xai sXaßsv xr ( v xdXirrjv! xat ect)XS)ev ispiaat uocup xal looü cfiuvl] Isyouaaj yaip£ y.£yotpiT(op.EVY), 6 xuptoc ptExd aoü, eu-j XofflP-^r) au h fu'/atcw ■ xal -EpteßXerexo Ssi;idI xal dptaxspd, ~o9ev auxr] vjcpcovyj • xal auvxpoptoci yevo|xev 7] dbuEi sic tciv oTxov aux/jc xat dvs-j -avasv Tfjv xdXirqv, xat Xaßoüaa xrjv -opepupav! Exdihasv irrt xoö flpovou auxrje xat eiXxev auxrjv.Kat illoü d-f/s/.oe zuptoo saxr] svuixtov aexr;cj Xey <uv Mt) epoßoü, Maptdpt - eopsc ‘fdp ydptvIvtuTitov xoü trdvxtov osaroxou, xal u. s. f. Indieser Darstellung des Protevangeliumsj (vgl. auch Fahricius Cod. apocr. X. T.! I 91) verläuft also die V. M. in zwei