Verlobung — Versammlungen.
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weniger unwahr, da diejenigen, welcheaus christlichen Motiven Entsagung übten,ihre Güter nicht unfruchtbar aufspeicher-ten, sondern zu Werken der Barmherzig-keit verwendeten und so das gewerblicheLeben in anderen Zweigen förderten, undTertullian bemerkte nicht unrichtig, wenngleich den Vorwurf mehr rhetorisch ab-weisend, als eingehend widerlegend: wennman den Kupplern, Giftmischern, Wahr-sagern und ähnlichem Gelichter keinenVerdienst gebe, so sei man nicht unpro-ductiv, sondern in Wahrheit productiv.,His infructuosos esse 1 , sind seine eigenenWorte, ,magnus fructus est 1 (Apol. c. 43;vgl. Minuc. Fel. Oct. c. 38). Man vgl. Kor-tholt Pagan. obtrect., Kiel 1683. fuxk.
VERLOBUNG, s. Eheschliessung I 389.
VERONIKABILDER, s. II 18.
VERRAT DES JUDAS, s. d. Art. JudasII 75.
VERSAMMLUNGEN der ersten Chri-sten (conventus ecclesiastici, collectae,uuveAeüjei? , CTuvaäjstc, cöXAoyoi z.at Starpißaizowai).
Tägliche Versammlungen. OhneZweifel haben die ersten Christen, wo im-mer sich Gemeinden bildeten, die aposto-lische Sitte (Act. 2, 46) nachgeahmt und,soweit die Umstände es erlaubten, sichtäglich zum Gebet und Brodbreelien ver-sammelt, wenn auch der Tag der feier-lichen Versammlung der Sonntag war.Bestimmte Zeugnisse hierfür haben wiraus dem 3. Jahrh. Sollten auch die WorteTertullians: petendo panem quotidianumperpetuitatem postulamus in Christo (Deorat. c. 6) und Cyprians: quotidie euchari-stiam ad cibum salutis accipimus (De orat.dom. c. 18) von der Privatcommunion zuverstehen sein und nicht von der Con-secration, die immer in feierlicher Ver-sammlung stattfand (s. d. Art. EucharistieI 433), so sprechen doch die Coiist. apost.(II 59 ff.; VIII 35 ff.) bestimmt vontäglichen V. in der Kirche zur Morgen-und Abendandacht und fordern dringendzum allgemeinen Besuch derselben auf.An Wochentagen begnügte man sich mitder Theilnahme an diesen beiden Gebet-stunden. Das ergiebt sich aus vielen Stel-len der hl. Väter und insbesondere auchdaraus, dass nur der Ordo dieser Gebets-stunden die Anwesenheit der Laien be-rücksichtigt ( Const. apost. 1. c.); jedoch be-theiligten sich viele Laien auch an denübrigen kirchlichen Betstunden.
Die Gemeinde versammelte sich vorSonnenaufgang und die Eeier begann mitdem Psalmus matutinus ('ji'xlp.&i 4p8pw6«,
d. i. 62). Dann folgten die Gebete für dieKatechumenen, Energumenen, Competen-ten und Büsser, worauf alle diese entlas-sen wurden. Hierauf folgte die irposspd)-vTrjcuj, dann Gebete für die einzelnen Stände,dann die Feier der Eucharistie, wenn siestattfand. Daran schloss sich das Dank-gebet (eu^apuma dpflpivij) und der Segen(yEipo&sata dphpivfj) des Bischofs, woraufder Diakon die Gemeinde entliess mitder Formel: itpoeXffsTS (itopEoealk) ev stpr^.Schriftlesung und Predigt fand an Wochen-tagen nicht statt.
Die Abendandacht war dieselbe wie amMorgen (Conc. Laod. c. 18), mit geringender Tageszeit entsprechenden Abänderun-gen, nur wurde sie eröffnet mit Ps. 140,dem Irahr/yio; «J/oAjtoc, psalmus lucernalis.In vielen Kirchen fand Abends auch Schrift-lesung statt. Ueberhaupt giebt sich inBezug auf den Inhalt dieser täglichen An-dachten nach Zeit und Ort grosse Ver-schiedenheit kund, namentlich hinsichtlichder Zahl und Auswahl der Psalmen, undes hängen diese Veränderungen innig zu-sammen mit der Entwicklung des Chor-gebetes (s. d. Art. Officium divinum II 530).
Dass aber diese V. sowol Morgens alsAbends sehr eifrig besucht waren, ist viel-fach bezeugt (Basfl. Ep. 63 ad Neocaes.;Sidon. Apoll, lib. I ep. 2; Cassian. Collat.Patr. II 2; Chrysost. Hom. 18 in Act.),auch durch die strenge Aufforderung zumtäglichen Kirchenbesuch in den Cons‘.apost. II 59. 61.
In den Zeiten der Verfolgung gebotdie Klugheit, die V. in die Kaclit zu ver-legen. Das bezeugen viele Väter undauch Plinius in seinem Briefe an Traian(1. X, ep. 97). Daher die häufigen Vor-würfe: latebrosa et lucifugax natio, con-gregationes noeturnae, occultis ac noctur-nis sacris apposita suspicio (Min. FelixOct. e. 8. 9). Später behielt man dieseSitte vielfach nicht bloss für den Sonntag,sondern auch für die Wochentage bei,wol um den eifrigen Gläubigen bequemeGebetszeit zu bieten, besonders aber umsie den Verlockungen der Arianer, dieim nächtlichen Psalmengesang sehr eifrigwaren, zu entziehen (Socr. VI 7. VII 8;Sozom. VIII 8; Sidon. Apoll. 1. c.; Chry-sost. Hom. 30 in I Cor.; Hom. 4 de verb.Isaiae).
Während der vierzigtägigen Fasten tratbei den täglichen V. zum Gebet auch dieVerkündung des göttlichen Wortes. Einenfortlaufenden Cyklus von solchen Fasten-belehrungen bilden z. B. des hl. Chryso-stomus Homilien über die Genesis, vonden Bildsäulen u. s. w. Das hl. Opferwurde in dieser Zeit nur am Samstag undSonntag gefeiert (sl pJj b oa^axtp vm