Vesperae — Viaticum.
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des erstem Pflegekind sei oder nicht, auf-recht, ,weil nichts die väterliche Zuneigungin so hohem Grade erzeugt und den ehe-lichen Verkehr so sehr ausschliesst, wiedieses Verhältniss, durch welches (untergöttlicher Vermittlung) ihre Seelen ver-bunden sind* (1. 26, Cod. de incest. etinutil. nupt. V 4). Auffallender Weisenimmt weder diese Constitution noch auchdas spätere griechisch-orientalische Kir-chenrecht eine geistliche Verwandtschaftund ein Ehehinderniss zwischen dem Tau-fenden und dem Täufling an ( Zhishmana. a. 0. 279). Die weitere Entwicklungund Ausdehnung des Eheverbotes in dermorgenländischen ( Conc. Trull. a. 692,c. 53) und in der abendländischen Kirche(Conc. Roman. Gregor. II a. 721, c. 4) liegtjenseits der hier gesteckten Zeitgrenzen(s. Archiv f. kath. K.-R. XV, n. Folge 9,Mainz 1866, 216—274; Loening Gesch. d.deutschen K.-R. II 563 ff). sdralek.
VESPERAE, s. Officium divinum II 530.
VESTIARIUM (sceuophylacium), zunächstder Raum zur Aufbewahrung der Kleiderin den Kirchen, das ffjwcTo^puAaxiov, dannaber auch von Ilesychius erklärt als Auf-bewahrungsort der Kirchenschätze, derKostbarkeiten. In letzterm Sinne begegnetes uns bei Greg. M. Ep. II, ind. 11. 35und bei Joh. Diac. Vit. Greg. M. I 10;Lib. Fontif. in Leone III etc.; vgl. Du-cange i. v.
VESTIARIUS, s. d. Art. Vestitor.
VESTIBULUM der Basilika, s. I 121.
VESTITOR (qui a Veste est), Vestiarius.Eine Hofcharge, deren Lampridius, Theo-phanes, Cedrenus (ßsa-riaptta?) gedenken.Auf einer christlichen Inschrift in S. Paul
wird ein EL.VESTITOR IMPERA-
TORIS vom J. 404 genannt (Aringhi Libr.III, c. 3, fol. 249; Reines. CI. XX, n.CCXCI).
VIATICUM. Mit dem Worte oder
V. bezeichnete der profane Sprachgebrauchalles, was zu einer Reise nöthig ist, die,Rüstung auf die Reise*. In diesem Sinnekommt es auch bei kirchlichen Schrift-stellern ( Irenaeus Adv. haer. I 1; MinuciusFelix Oct. c. 37) vor. In höherem Sinnehatte es die Bedeutung von geistiger Zu-rüstung für die Lebensreise durch wissen-schaftliche Erkenntniss, durch Weisheit(Greg. Thaumat. Orat. paneg. in Orig. n. 5).In kirchlichem Sprachgebrauch erlangtees sodann die weitere Bedeutung vonallem, was nöthig ist, um die Reise in dieEwigkeit gut zu bestehen und das ewigeHeil zu erlangen. So wurde die Los-Beal-Encykloimdle. II.
sprechung der Busser, die Taufe der Ka-techumenen £900107, ,Wegzehrung* genannt(Augusti Denkw. IX 457; Binterim Denkw.II 2, 214). Endlich beschränkte sich derBegriff auf den Empfang der heiligenEucharistie in der Krankheit. Indiesem Sinne schreibt Clem. Alex. (Stro-mat. IV 1): ,die in der Wahrheit rechtUnterrichteten werden nach Empfang der„Wegzehrung fürs ewige Leben“ in denHimmel erhoben.* Die griechische Liturgiedes hl. Basilius bezeichnet n u r die heiligeEucharistie als e'footov (Renaudot Liturg.Orient, coli. I 76.
Zur Zeit der Verfolgung wurde das hei-lige Opfer, wie Dionys. Alex, sagt, an allenmöglichen Orten gefeiert, und selbst dieLeidensstätten, wie Solitudo, Xavigium,Diversorium, Carcer, wurden zu dieserFeier benützt (Etiseb. H. e. VII 22). Anbestimmten Orten konnte darum ohnePreisgebung des Heiligsten die heiligeEucharistienicht aufbewahrt werden. Daherwurde sie den Christen mitgegeben oderdurch die Diakonen (lustin. Apol. I a 65)den Gefangenen und Kranken überbracht.In Abwesenheit der Diakonen durftendieser Liebespflicht Kleriker der niedernWeihen, selbst Laien obliegen. Der Em-pfang des Leibes und Blutes Christi wardie beste ,Vorbereitung aufs Martyrium*(Cypr. Ep. 58, ed. Goldhorn). Diese be-wirkte, dass die Seele ganz in Gott ver-senkt wurde und so der Körper dieSchmerzen weniger empfand (Passio s. Mon-tani n. 21; Tertidlian. Ad martyr. c. 2;Passio s. Perpetuae n. 15; Euseb. H. e.V 1). Wenn den Eingekerkerten die Eu-charistie nicht gebracht werden konnte,so feierten selbst gefangene Priester inGefängnissen das heilige Opfer und theil-ten die consecrirten Gestalten aus (Euseb.H. e. VII 2).
Da die heilige Communion den Christenin einem am Halse getragenen Tuche(Orarium) oder in einem Körbchen (fim'Swv)mit nach Hause gegeben wurde, so konn-ten die Kranken, welche noch beiKräften und mit der Engelspeise nochversehen waren, dieselbe sich selbst rei-chen. Solches berichtet Basilius (Ep. 289)von den Einsiedlern seiner Zeit. Zur Zeitdes Dionysius von Alexandrien wurde einemkranken Greise Serapion, der sehr nachder,Wegzehrung* verlangte, dieselbe durcheinen Knaben überbracht, da der einzigePriester auch schwer krank war (Euseb.II. e. VI 44). Selbst Büssern, sogar Ex-communicirten durfte das V. gereichtwerden. Jedem Büsser der vier Buss-grade, ,cuius exitus urgere coeperit* (Cypr.Ep. 13), durfte ein Priester oder in dessenAbwesenheit ein Diakon die Busse nach-
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