Vigilien.
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Ueber den Eitus bei Anlegung des Schleiersibid. 144.
7) Bechte. Die Wittwen hatten einenEhrenplatz in der Kirche, im Schiffe zu-nächst dem Presbyterium ( Constit. apost.II 57; ygl. R.-E. II 154). In den öffent-lichen Gebeten wurden sie bevorzugt; siegehörten zu den ,dignitates orationis“, wieAmbrosius die Klassen der Gläubigennennt (Serm. 22 in Ps. 118, § 5). Inder Ostkirche scheint die ,senior vidua-rum‘ einen gewissen Rang innegehabt zuhaben; vielleicht sind die .TrpsaßimÖEj 1 bis-weilen solche Seniores gewesen. So schei-nen an manchen Orten die älteren Witt-wen geheissen zu haben, wie bei Epiphan.Expos, fid. c. 4; bei Fulgent. Ferr. Brev.c. 221 (Migne LXVII 960): mulieres, quaeapud Graecos presbyterae appellantur, apudnos autem viduae seniores, conversae etmatriculariae. Oefter wird in Grabschrif-ten der Stand der kirchlichen Wittwenbeigefügt: H • ALB ■ YID ■ M • ANSTAV(raverunt) = heredes Albinae viduae me-moriam anstauraverunt ( Huber Christenth.in Südostdeutschland I 245).
III. Endlich hiess auch Wittwe in derOst- und Westkirche die Frau, welchefreiwillig von ihrem Manne getrennt lebte( Lebas u. Waddington Inscript, grecqueset lat. de l’Asie min. 876: SoKppoaovr) £Vj-aaaa ev yjrjpoaovr) xaTeXst^s ouvsovov yaXsirio
TievSkl TEtpopSVOV. KRIEG.
VIGILIEN (vigiliae) bezeichnet I. dienächtliche Yor- und Einleitungsfeiervor kirchlichen Festen oder die gemein-same gottesdienstliche Vorbereitung aufdie Festfeier. Der Name ist der römi-schen Militärsprache, bezw. der Einthei-lung der Nacht in drei oder vier Theileentnommen, deren ein jeder die Benen-nung Yigilia (prima . . .), erste, zweite . . .Nachtwache führte.
1) Die ersten Christen hatten mehrfacheäusserliche Anregung zu dem nächt-lichen Gottesdienst überhaupt; die jüdischeSabbathsfeier begann mit einbrechenderNacht, wie denn auch Christus in derersten Nachtwache das heilige ,Abend-malil 1 einsetzte, und die Apostel und dienächsten Jahrhunderte behielten die Nacht-zeit zur Feier der Eucharistie bei. Auchdie Heiden hatten ihre Nachtfeier (itawuyi't,pervigilium). Für die Christen legte sichdie gemeinsame Vorbereitung wenigstenszur Zeit des Gallicinium schon aus demGrunde nahe, weil sie und seitdem sie vorTagesanbruch die heilige Eucharistie (syn-axis) feierten und empfingen ( antelucanicoetus . s. conventus). Dieser zunächstäusserlich angeregten Uebung legten aberdie Christen alsbald eine Reihe von Ideen
unter, die sich indess alle auf einen echtbiblischen Gedanken zurückführen las-sen, der Luc. 12, 35 ff. am deutlichstenausgesprochen ist. Dort giebt Christusdie Parole aus, zu ,wachen 1 , weil derChrist nicht wisse, ob der Herr in dersecunda oder tertia vigilia (cpoXaxr,) erscheine.Darauf gründet auch die altchristlicheIdee von der Militia Christi, von welcherso oft die Rede ist, und Cassian Instit.II 1 nennt den Christen mit Bezug aufLuc. 12, 35 (sint lumbi vestri praecincti)einen ,miles accinctus cingulo Christi“(Matth. 25, 6 ff.); wo das Gleichniss vomBräutigam erzählt wird, giebt der Herrdie ,media nox“ als die Zeit seines Kom-mens an und mahnt darum abermals Y. 13:Ypri-fopstTE. Noch deutlicher finden wir die-selbe Idee Marc. 13, 32—37, wo Y. 35 dievier Vigiliae oder Nachtwachen ausdrück-lich genannt werden und wiederholt dieMahnung Christi: ÄfpoitvsiTE, Yprf/opslTE er-folgt. Diese Mahnung, welche der Herrmit Rücksicht auf seine Parusie in deneschatologisclien Reden wiederholt, aufden Entscheidungstag bereit zu sein, be-herrschte das ganze altchristliche Leben,wie zahlreiche Vaterstellen darthun. Esist die (Matth. 25, 6) angekündigte Wieder-kunft Christi, sagt Hippolyt c. 27, wes-wegen wir wachen und beten: nocte vigi-lias celebramus propter adventum regisDei nostri, und Lactant. Instit. VII 19:haec est nox (Finsterniss), quae a nobispropter adventum regis ac Dei nostri per-vigilio (Ostervigil) celebratur. Viele Väterglaubten nämlich, Christus komme in derOsternacht zum Weltgericht. Iiieron.Comment. in Matth. 25, 6: traditio Iudaeo-rum est, Christum media nocte venturum(Vorübergehen des Würgengels um Mitter-nacht) . . . unde reor et traditionem apo-stolicam permansisse, ut in die vigiliarumpaschae ante noctis dimidium populos di-mittere non liceat, exspectantes adventumChristi.
Andere Väter sehen mehr auf das Vor-bild Christi, welcher nächtlicher Weilewachte und betete. Schön und eingehendbehandelt dies Cyprian. De orat. c. 35 u. 36und sagt c. 29: si (Christus fuit pernoctansin oratione, Luc. 6, 12) per totam noctemiugiter vigilans continuis precibus orabat,quanto nos magis in frequentanda orationedebemus nocte vigilare. Denselben Ge-danken wiederholt fast mit den gleichenWorten Ambros. In ps. 118, v. 147, wäh-rend sich Origenes De orat. c. 12 ausser-dem auf das Beispiel des Paulus und Silasberuft. Vgl. die eingehende Begründungder V. bei Iiieron. Comment. in Dan. c. 4und Ep. 53 ad Riparium.
Ferner galt der Schlaf als Bruder des