Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Vigilien.

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ganze Nacht, bezw. bis zum (ersten) Gal-licinium; dies die eigentlichen Pervigilia,Pernoctationes, Ttavvoyt'Sac, cxacrsic ixawuyoi.So war die Ostervigil eine vwjytv. Comt.apost. V 19: vom Abend bis zum Hahnen-ruf wachet. Die meisten V. jedoch be-gannen erst um Mitternacht (a medianocte) und endeten entweder mit Tages-anbruch (usque ad lucem, bis zur Morgen-röthe, sagt Hippolyt, c. 38) oder auchschon beim ersten Hahnenschrei (dritteNachtwache). Chrysostomus Hom. 1 u. 4de verb. Isai. rühmt den Eifer der Christenin dieser Hinsicht: geh in die Kirche undsieh, wie die Armen von Mitternachtbis zum Anbruch des Tages ver-harren. Sieh da die hl. Nachtfeier, welchedie Nacht mit dem Tage verbindet . . .Durch diese nächtlichen, ununterbrochenenGebetsstationen (Sirjvsy.eTc ctaasij yal ttcüv-vuyoos) ahmet ihr die Chöre der Engelnach und bringet eurem Schöpfer ohneUnterlass das Opfer eurer Lobgesängedar . . .‘ (vgl. Hom. 20 de stat.) Vonlangen V. und von dem grossen Eifer undausserordentlicher Ausdauer der Christenwährend derselben lesen wir oftmals beiden Schriftstellern: pervigiles noctes adprima crespuscula iungens, rühmt Venant.Fortunat. II 10 von dem gallischen Klerusund Volk. Im 3. Jahrh. erwähnt MethodiusConviv. (Symposion) orat. V 402 die Ein-theilung der V. in drei Stationen (?uXcr/.cc);eine abendliche, zweite und dritte. Auchdann, wenn die Y. mit Einbruch der Nachtoder um Mitternacht anfingen, pflegte manöfter gegen Morgen auf einige Zeit nachHause zu gehen, um nachher zum Ilaupt-gottesdienst etwa um 9 Uhr sich wiederin der Kirche zu versammeln.

5) Bestandtheile der Y. Hierüberbesitzen wir ausser vielen vereinzeltenAngaben einen genauen Bericht in denConst. apost. Y 19 über die Ostervigil.Darnach umfassten die Y.

a) Gebet: orate et vigilate, sagte derHerr. Da dieser Gottesdienst ein öffent-licher und gemeinsamer war, müssen dieGebete liturgischer Art gewesen sein: essind hauptsächlich die Gebete des Offi-ciums, das ja während der Y. persolvirtwurde.

h) Gesang und zwar vornehmlich Psal-men-, dann allmälig auch Hymnengesang.Gregor von Nazianz sagt in der Leichen-rede auf Gorgonia: gedenket deren stren-gen Nachtwachen und hl. Gesänge Da-vids. So sehr gehörte Gesang zu den Y.,dass ,vigilare, iravvuyi'£stv‘ fast geradezu für,hymnos cantare, up-vstv* gebraucht wird.Chrysost. Hom. in Act. 12, 4: Uexpo? . . .; j ’ j / U H- VE ‘ oMA (= d. h.) v/pikvsi, dXX’ IvA-dsuos (vgl. Hom. 20 de stat.); ausdrücklich

nennt er als Yigilgesänge das ,Gloria inexcelsis“ und das Trisagion (Hom. 1 u. 4de verb. Isai.). Theodoret H. e. II 24:iidem (Diodorus und Flavianus) divinarumrerum studiosis ad martyrum basilicascongregatis una cum illis pernodare (xav-vu-/i'£siv) consueverant Deum hymnis cele-brantes. Schön beschreibt Sidonius Apol-linaris L. Y, ep. 17 die Yigilfeier am Na-tale des hl. Iustus von Lyon: wir gingenzür Kirche; da war ein Zusammenströmenvon Menschen beiderlei Geschlechtes, grös-ser, als die geräumige Kirche zu fassenvermochte: et cultu peracto vigiliarum,quas alternantes mulcedine monachi cleriei-que psalmicines concelebraverunt . . . gin-gen wir nach verschiedenen Orten weg,doch nicht zu weit, um zur dritten Stunde(9 Uhr) beim feierlichen Officium (Messe)des Priesters wieder da zu sein. Es hattehier die Yigilie bis in den tiefen Morgenhinein gedauert. Chrysost. Hom. 6 depoenit.: bei unseren Nachtwachen in denKirchen bildet David (= die Psalmen) An-fang, Mitte und Schluss, llieron. Comment.in Dan. 4, 13: unde et nos crebris pernocta-tionibus imitamur angelorum officia. In-dess war solcher Gesang schon insofernvon selbst gegeben, weil die Recitationdes Nachtofficiums mit den Y. zusam-menfiel.

c) Lesungen in den Y. können wiraus dem eben genannten Grunde folgern,wird aber direct bezeugt durch die citirteStelle Euseb. H. e. VI 9 und Const. apost.V 19: leset das Gesetz, die Prophetenund die Psalmen bis zum Hahnenruf.

d) Predigt. Darüber stehen nur spär-liche Zeugnisse zu Gebote. Yon der Oster-vigil heisst es Const. apost. a. a. 0.: undnachdem das Evangelium in Furcht undZittern gelesen und eine Anspracheüber die Heilswahrheiten an das Yolk ge-halten ist . . . Die Praxis war aber hierinin verschiedenen Kirchen verschieden. ImAbendland redet nur Caesarius von ArlesSerm. 285 u. 300 (Opp. August. Y 475)hiervon: aliqui, qui tardius ad vigilias ve-niunt, et ubi verbum Dei recitari coeperit,cito discedunt. Es könnte zwar ,recitari 1auch von den Lesungen verstanden sein,doch legt die Stelle die Predigt näher.Sidonius schweigt hierüber, wiewol erziemlich eingehend die V. behandelt.

e) Fasten. Auch hierüber sind wir nichtgenügend unterrichtet und gehen dieAnsichten auseinander; wahrscheinlichherrschte auch darin keine einheitlichePraxis. Anderseits legt schon der Cha-rakter der V., als einer Vorher ei tu ngauf das Fest mit Gottesdienst und Com-munionempfang, ihre Verwandtschaft mitden Stationes die Annahme nahe, dass