Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Vigilien.

Fasten einen Bestandteil der V. bildete;gehörte es doch zum ,Wachen und Beten 1 .Das Fasten in der Ostervigil ist wieder-holt bezeugt: Consl. apost. a. a. 0.; Chry-sost. Hom. de terrae motu ( MontfauconII 718: Eil "o irpüiTov izd sya vrjuxeuovTsc).Gregor von Tours II. Fr. X 31 erzählt,dass Bischof Perpetuus im 5. Jahrh. dasFasten bei den Franken anordnete: insti-tuit ieiunia vigiliasque, qualiter per cir-culum anni observarentur, quod liodiequeapud nos tenetur scriptum; denn nach Sitteder Gallier fanden vor jedem Hauptfeste,Vigiliae cum ieiunio“ statt. Nicetim a. a. 0.mahnt die Mönche, sich auf die Y. wieauf ein Mysterium durch Fasten vorzu-bereiten. Für Africa ist Augustin Zeuge(De bono vid. c. 20): ieiunia et vigilias . . .in quantum valetudine non perturberis(vgl. Can. de ieiun. dist. 76); ebenso derAuctor Serm. ad fratres in eremo in denOpp. August. YI 305, app. Die Frage,wie unsere heutigen Vigilfasten entstan-den , wird verschieden beantwortet. Dieälteren Liturgiker, wie Durandus Ration.VI 7; Honorius Gemma animae III 6;Beleth De divin. ofF. c. 137, stellten denseitdem oft wiederholten Satz auf: zumErsatz der ehemaligen nächtlichenV. wurde das Fasten als Ieiunium dispen-sationis eingeführt. Allein es ist keinZweifel, dass in der alten Kirche währendder V. gefastet wurde, somit kann vonkeinem Ersatz durch Fasten die Rede sein.Nach dem Aufhören der alten V. scheintdas Fasten ausser Uebung gekommen zusein und musste das Vigilfasten (ieiu-nia vigiliarum) neu eingeschärft werden.Gesetzeskraft hat es nachweisbar seitNicolaus 1 (Resp. ad Bulgar.). llegino vonPrüm im 9. Jahrh. bezeugt, dass das Volkjenes Fasten beobachtete. Der Kanonin den Conc. German. II 462: presbyteri,cum sacras festivitates populo annuntiant,etiam ieiunium vigiliarum eum omnimodisservare monent, weist in seiner Fassungwol sicher auf ein schon vorhandenes Ge-setz dieser Art hin (Binterim V 2, 157 ff.).

6) Welche Feste liattenV.? Allehöheren Feste des Herrn, die der Märtyrer,die Sonntage und gewisse Ferialtage. Diefeierlichsten V. hatten Weihnachten, Epi-phanie, Ostern, Pfingsten, Himmelfahrt.Ueber die grossen V. der drei erstge-nannten Feiertage vgl. den Brief des Lupusvon Troges und Euphronius von Autun (um426) an Talasius, Bischof von Angers{Galland. IX 516 ff.).

a) Ueber die Ostervigil s. d. Art.Osternacht II 569.

b) Weihnachten. Die Vigil erlangtefür dieses Fest noch eine besondere Be-deutung dadurch, dass Jesus in der Nacht

in die Welt trat (s. Jacob. Edess. bei As-semani Bibi. Orient. II 1636). Dies warauch der Grund, weswegen diese Vigilallein nach Aufhebung bez. Verlegung deranderen stehen blieb. Ueber die präch-tige Feier der Vigil des ,Dominicus na-talis 1 und der ,nox alma Dominici natalis 1{Greg. Tur. De vit. patr. c. 8; H. Fr.III 17) besitzen wir mancherlei Nach-richten.

c) Die ,itapapovr) tSW crp'uiv Iitiopaviüiv 1(Typ. Sab. XVII 33) war ebenfalls einehochfeierliche.

d) Die vor dem Pfingstfeste hattenachweisbar wie die Ostervigil stets Fastenund Vornahme der Taufe, weshalb jetztnoch ein Tractus gelesen wird, kein Credovorkommt, noch die Lichter beim Evan-gelium herumgetragen werden.

e) In den alten Zeiten hatten alle Sonn-tage Vigil, wenigstens im Osten scheintdieselbe allgemein gewesen zu sein {Socr.II. e. VI 8; II 11); für das Abendlandzeugt das zweite Matisconense (585) c. 1:noctem ipsam, quae nos inspiratae luciinacessibili reddit, spiritualibus exigamusexcubiis nec dormiamus in ea, quemad-modum dormitant, qui nomine tenus chri-stiani esse noscuntur, sed oremus et vigi-Iemus operibus sacris, ut digni habeamurin regno heredes fieri Salvatoris (s. Isidor.Do eccl. off. II 22).

f) Am Samstag hielt wenigstens dieOstkirche V., wie aus Socrates a. a. O.und Cassian. Instit. III 8 u. 9 erhellt:sano vigilias, quae singulis hebdomadibusa vespera illucescente sabbato celebranturetc. Das Sabbatum illucescens ist nachjüdischer Weise gerechnet vom Abend desFreitags an. Diese Vigil war Pervigiliumund mit Fasten verbunden, welches Sams-tags Morgens endete. Doch galt dieseNachtfeier wol nur für die Klöster.

g) Von der Fastenzeit sagt Chry-sostomus Hom. 9 in Act.: wir läutern unsin diesen 40 Tagen durch gemeinsamenächtliche Andacht. Worin diese aberbestand, wissen wir nicht.

h) In der Charwoche fand in man-chen Kirchen allnächtlich, in anderen nurvor der Feria quinta Vigil statt. So inJerusalem nach Johannes Damascenus (Ilom.in parase.); Aehnliches begegnet uns indem Kloster der Radegundis zu Poitiers{Gngor. Tur. Mirac. I 5, Migne P. L.LXXI 709): feria sexta ante sanctumpascha cum in vigiliis sine lumine per-noctarent circa horam tertiam noctis ap-paruit lumen etc.

i) Vor den Martyrerfes teil. Seitdem 2. Jahrh., soweit wir sehen, bestanddie Sitte, die Natalitien (Anniversarien)der Märtyrer mit V. zu begehen, wie die