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Visitationen.
n. 17); aus derselben, vielleicht noch ausfrüherer Zeit stammt das schon erwähnteinteressante Inschrift-Fragment von derConiux inlibata; für vorconstantiniscli hältde Rossi (R. S. II 277, tav. XLVIII, n. 53)auch folgende, in mehrfacher Beziehungwichtige Grabschrift aus S. Callisto: VIN-
CENTIVS IN
PETAS PRO PIIOE
BE ET PRO VIR || GINIO E || IVS. Mankann sich gegen diese Annahme nicht aufdas Monogramm Christi berufen, denn esist hier nicht Symbol, sondern einfacheAbkürzung und als solche schon aufvorconstantinischen Inschriften zu finden(vgl. de Rossi Inscr. I 16, wo eine ausdem J. 2G9 angeführt ist). Die übrigendatirten Inschriften mit V. vertheilen sichauf die Jahre 341 (1. c. 49, n. 62), 349(67, n. 107; vgl. dazu Boldetti Osserv. 573und Marangoni Acta s. Victorini 91), 377(125, n. 266), 384 (152, n. 346), 386 (160,n. 363), 423 (272, n. 636) und die letzteauf das Jahr 433 (188, n. 396). Anderechristliche Epitaphien mit V. verzeichnen:Gruter Inscr. 1010, n. 4; Bosio R. S. 506;Muratori 1. c. 1833, n. 9; 1970, n. 3; 1342,n. 9; 1834, n. 7. 8; Boldetti 372. 386. 388.397. 403. 409. 459. 480; Marangoni Actas. Victor. 110; Fabretti 1. c. 323, n. 441.442. 443; 324, n. 446; Lupi Epit. Sev. M.151; Bwtoli Antich. d’Aquil. 332, n. 382;Nicolai Basilica di s. Paolo 213, n. 460;Orelli Inscr. lat. n. 4925; de Rossi Inscr.I 357, n. 811; 504, n. 1100; 519, n. 1128;R. S. I, tav. XXIX 1 ; II 178, tav. XXV 32 .168, tav. XXV 4 ; Bull. 1875, 93. 106;Garrucci Storia della arte erist. I, tav.CCCCLXXXVI '• 19 ; eine jüdische tlieiltderselbe Gelehrte (Cimit. degli ant. Ebrei50) mit. Noch nicht publicirt ist folgen-des Fragment einer christlichen Inschriftdes Museums vom Campo santo, die, nachder Buchstabenform zu urteilen, dem Endedes 4. Jahrh. angehört: . . . MARITVSVXORI BENEMERENTI . . . IRGINIAE
SVAE.
Schliesslich wollen wir noch daran er-innern, dass V. (Virginia) auf einigenGrabschriften den Namen des Beigesetztenbezeichnet, so bei de Rossi Inscr. I 44,n. 53; Boldetti Osserv. 362 u. 407, welchletztere einem den Eltern frühzeitig ent-rissenen Kinde gesetzt wurde; sie lautet:BIRGINIVS • PARVM ISTETIT || AP • N •d. h. parum stetit apud nos. wilpert.
VISITATIONEN. I. V. d e r B i s c h ö f e.Die Kenntniss des geistlichen Zustandesihres Sprengels als unerlässliche Bedin-gung einer erfolgreichen Erfüllung ihrerHirtenpflichten, einer erspriesslichen Lei-
tung konnte den Bischöfen kaum fehlen,so lange sich die Grenzen ihrer Parochieenmit denen ihrer bischöflichen Städte deck-ten und in den allmälig entstehendenLandgemeinden seit dem 3. Jahrh. unterihrer Oberleitung die Chorbischöfe (s. d. Art.I 210) wirkten. Sobald aber letztere durchdie angestrebte Selbständigkeit die Einheitder Verwaltung und die Würde des bi-schöflichen Amtes gefährdeten und da-durch in der kirchlichen Gesetzgebungdie Tendenz zu ihrer Beseitigung hervor-riefen , setzte sogleich das fortdauerndeBedürfniss nach einem untergeordnetenAufsichtsorgan, welches der kirchlichenCentralstelle eine auf Autopsie beruhendeKenntniss der kirchlichen Verhältnisse ent-legener Gemeinden vermitteln sollte, andie Stelle der Landbischöfe Priester alsVisitatoren, itepioösutai ( Conc. Laod.
а. 343—381, c. 57). Aber als eine per-sönliche Pflicht, in deren Erfüllung sienur in Behinderungsfällen vertreten wur-den, übten die Bischöfe die Visitationschon in vorconstantinischer Zeit dort aus,wo das Institut der Chorbischöfe unbe-kannt war: nach der Katastrophe der deei-sclien Christenverfolgung von der Fluchtzurückgekehrt (251), bereiste Gregor Thau-maturgus, Bischof von Neocaesarea inPontus, ,das ganze umliegende Land 1 be-hufs Neuordnung der kirchlichen Verhält-nisse und Abstellung eingeschlichener Miss-bräuche {Greg. Nyss. De vita b. Greg. Migne46, 953 B), und Bischof Petrus von Ale-xandrien bestellte nur während seiner Ab-wesenheit in der diocletianischen Verfol-gungPeriodeuten in seinem Sprengel {RouthReliqu. sacr. III 381); persönlich hieltAthanasius in der zum Bisthum Alexan-drien gehörigen Mareotis die Visitationab, bei welcher er dem Ischias den Kelchzerbrochen zu haben verleumdet wurde{Athanas. Apol. c. Arian. c. 63). ,Der Bi-schof einer grossen Anzahl von Gemein-den muss fortwährend herumreison, 1 sagtChrysost. (Horn. II 1 in ep. ad Tit. I 5;vgl. Ilom. I 4), ,denn wandert der Bischofnicht täglich mehr als die Pflastertreterumher, so giebt es unaussprechliche Miss-helligkeiten 1 (De sacerd. III 17). — ImAbendland kannte man für diese Pflicht-erfüllung kein ständiges stellvertretendesOrgan des Bischofs: die Visitatores derabendländischen Rechtsquellen des 5. und
б. Jahrh., identisch mit den Intercessoresund Interventores der frühem Zeit (s. d.Art. II 59 f.), sind die vom Metropoliten,event. vom Papst zq Verwesern erledigterBisthümer bestellten Bischöfe {Phillips Kir-chenr. V 458 ff.; Ilinschius Kirchenr. II239 f.). Augustin, der seine Diöcose häufigvisitirte {Possid. Vita s. Aug. c. 12), liess