Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Vitulus — Vögel.

b) Der Bischof von Karthago war gleich-sam der Patriarch für Africa: Carthagi-niensem ecclesiam cognoscimus habere pri-mae sedis episcopum omnium provincia-rum Africanarum, sagen Bischöfe auf derSynode von Hippo (393, Mansi VIII 646 C),und die 3. Synode von Karthago (397)erneuerte daher den hipponensischen Be-schluss über die jährliche, zur Zeit desGeneralconcils durch den karthagischenBischof vorzunehmende Visitationen derKirchenprovinzen (Mansi III 927 D; lief eieC.-G. 2 II 67). Gleiche Befugnisse habensicherlich auch die Patriarchen des Orientsgeübt. SUBALEK.

VITULUS. 1) Das nach Exod. 32, 4von Aaron in der Wüste aus goldenenOhrringen gegossene Kalb, eigentlich jungeStier ("s>5 vitulum conflatilem), ohneZweifel in Nachbildung des ägyptischenApis, des Symbols des Osiris ( Plutarch.De Is. c. 33), von Aaron jedoch als Sym-bol Jehova’s hingestellt (Exod. 32, 5).Moses aber sah darin ein Sinnbild desHeidenthums überhaupt im Gegensatz ge-gen das Gesetz (Exod. 32, 8—14. 20; dazuPs. 105, 20). ,1m Golde, 1 sagt W. MenzelChristi. Symbol. I 465, ,ist die äusserePracht und Ueppigkeit, im Kalbe dasThierische und Bornirte des Heidenthumssymbolisirt, dasselbe, was jetzt noch alsReiz der Weltlichkeit verführt und dieMenge verblendet. 1 2) Zwei goldene Käl-ber wurden noch unter König Jeroboam I.gefertigt und das eine zu Bethel, das an-dere zu Dan aufgestellt, angeblich wieder-um als Symbol Jehova’s (I Kön. 12, 16 ff.).3) Damit im Zusammenhang wurden dieRinder als Bild mächtiger Feinde undgegenüber Christus als die ihm feindseli-gen Juden aufgefasst (Ps. 21,13). 4) Ueberden Ausdruck: vitulum facere s. d. Art.Cervula I 209. Auch hier bedeutet dasKalb die thierische Sinnlichkeit. 5) Käl-ber wurden aber nicht nur von Heiden,sondern auch von Juden häufig als Opfer-thiere geschlachtet, z. B. Exod. 24, 5;29, 1. 3. 10. 36; Levit. 1, 5; 4, 3. 6. Inder Freude über den Wiedergefundenenlässt der Vater des verlorenen Sohnes einKalb schlachten, Luc. 15, 27. 6) DerClavis Melito’s (Dom. Pitra Spicil. Solesm.)erblickt in dem letztem Schlachtthier eineBeziehung auf Christus. Andere Stellen s.noch bei Aringhi R. S. VI 32. 7) Auchwurde Distinct. monast. 1. 1 De bove (Pitraibid.) der Ochs des Evangelisten Lucas alsV. bezeichnet. 8) Vituli labiorum = Pre-ces, s. Ducange i. v. 9) Endlich wurdenunter diesem Bilde auch Apostel, aposto-lische Männer, Märtyrer und überhauptopferfähige Christen bezeichnet; s. die

Väterstellen bei Aringhi 1. c. und Clem.Alex. Paedag. I 5.

Ueber bezügliche bildliche Darstellungens. Buonarrüoti Vetri, tav. V 2 ; AHegranzaSacri monum. di Mil. XII 5; Wolf Beitr.z. deutschen Mythol. I, Taf. III und IV(Stierhäupter an Kirchen).

Zur Litteratur s. noch ausser denangeführten Werken: G. N. Dorsch Sym-bol. d. christl. Lehre, Tüb. 1859; MartignyDict. d. antiq. ehret, i. v. Veau.

VITURARII (auch Didumarii), die Of-ficiales Apollinis Didumaei, welche unterden durch Cod. Theod. XIV 7, 2 aufge-hobenen, heidnischen Ceremonien dienen-den Collegioti aufgeführt werden. Vgl.Bingham VII 258.

VIVAS IN DEO, s. Acclanjationen I 13.

VÖGEL. Ausser den grösseren Vögeln(Pelikan, Taube, Pfau u. s. w.), welchein besonderen Artikeln behandelt werden,

Fig. 521. Fuesco in S. Callisto (de Rossi R. 8. I,tav. XIV).

begegnen uns auf den altchristlichen Mo-numenten noch zahlreiche kleinere V.,die entweder auf Zweigen sitzen oder ihreJungen füttern oder umherfliegen (AringhiI 569; II 63; de Bossi R. S. I tav. XIV;s. uns. Fig. 521). Eine schöne Frescomale-rei’, welche fliegende V. zwischen Wein-reben-Guirlanden darstellt, fand de Bossi(R. S. III, tav. XIII) im Coemeteriumder hl. Soteris. Die schönste Darstellungder Art aber sieht man an einem Decken-gewölbe des Coemeterium Praetextati (deBossi Bull. 1863, 3; Martigny Dict. 709;Beckei' Roms Coemeterien 70; vgl. unsereFig. 522). In der Mitte von Rosonguir-landen und Kornähren sieht man eineMenge Nester mit jungen Vögelchen, wel-che sich von den Alten füttern lassen.Auf diesen Frescomaleroien sind die V.wol Decoration.

Doch bloss ornamentalen Zwecken die-nen die V. nicht immer, vielfach habensie auch symbolische Bedeutung. Abge-sehen davon, dass der an symbolischen