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Grasthofswesen.
Personen wird ein Rabatt von 20 Proc. fürdie I. und II. Kl. gewährt; auf den franzö-sischen Dampfern der Comp. Fraissinet etValery bis 30 Proc. (doch fahren diese Schiffemeist nur Nachts).
Sogleich nach Betreten des Schiffs er-greife man Besitz von einer Koje, oderversichere sich einer solchen schon vorher.Die Kajüten I. Kl. sind reinlich und schönund Damen allein zu empfehlen. Der obereSchiffsraum kann in seiner ganzen Langevon beiden Klassen benutzt werden.
Die Kost, in beiden Kajüten meist die-selbe, besteht aus einem Gabelfrühstück
Morg. 10 Uhr (3 Platten, Wein und Kaffee)und Diner um 5 Uhr mit Wein und Kaffee.Für die I. Kl. später noch Thee . EineTasse Kaffee Morgens früh extra 25 C. DerKellner erhält für eine Tagesfahrt etwa 1 Fr.pro Person, für besondere Bemühungen mehr.
Für die Gondelfahrt zum Dampfschiffhat man überall Tarife, die Bezahlung findetam Bord statt. Hier wird das Billet abge-nommen und die Schlafstelle angewiesen;das grössere Gepäck kommt in den unternSchiffsraum, das kleinere zur Schlafstelle. —Etwaige, wohl sehr selten vorkommende Be-schwerden richte man direkt an den Kapitän.
Gondeifahrten an den Küsten sind jetzt vielerorts tarifirt. Wo es keinenTarif gibt, akkordire man genau, wenn man sich nicht fabelhaften Ueberforde-rungen aussetzen will. Der erstgeforderte Preis darf dreist auf die Hälfte und nochmehr herabgesetzt werden, das Trinkgeld lasse man von der Güte der Bedienungabhängen und akkordire lieber »buona mancia compresa«.
Gasthöfe. Die grossen Gasthöfe der Hauptstädte haben jetzt wie allerwärtsdas kosmopolitische Gewand angelegt und gleichen in Einrichtung und Preisendenen der übrigen Grossstädte Europa’s. — Zimmer je nach Lage: 2 1 j2 — 5 Fr. undhöher; Table d’hote 5—6 Fr., Diner a part 5—7 Fr.; Service 1 Fr. Die unver-meidliche ßougie 75 C. bis 1 Fr. Für längeres Verweilen 12 — 15 Fr. pro Tag(sogen. Pensionspreis), wobei oft der Wein und fast immer Licht und Heizung be-sonders zu bezahlen sind. — Bei Gasthöfen zweiten Ranges, deren Hauptuntugenddie Unreinlichkeit ist, akkordire man zum voraus, oder erkundige sich wenigstensgenau nach den Preisen. Das Frühstück wird sehr selten dort, sondern meist imCafe genommen. Viele geben auch kein Mittagessen, da die Italiener das Essen inden wohlfeileren Restaurants vorziehen; Zimmer ca. IV 2 —3 Fr., Kerze */2 Fr.,Service Fr. — Die Rechnung lasse man sich nicht erst im Augenblick der Ab-reise geben. Werthsachen und grössere Geldsummen hinterlege man gegen Be-scheinigung im Biireau des Hotels. Der Italiener betrachtet das Trinkgeld alsetwas Unerlässliches, ist aber, wo er Kenntnis der Sitten und ein bestimmtes Auf-treten sieht, mit sehr Wenigem zufrieden. Unverschämten Forderungen von Wir-ten , Kutschern, Facchini’s, Bedienten etc., denen der Fremde als kalifornischeMine gilt, an die man nur tüchtig pochen darf, um Gold zu erhalten, begegneman nicht mit Scheltworten, sondern mit der ruhigen Erklärung: »Fate ilprezzo giusto; vi siete, forse ingannato«. Sowie der Italiener merkt, dass derFremde die Preise kennt (»prattico « ist), lassen sich hohe Forderungen leicht aufihr Mass reduciren. Für kurzem Aufenthalt in den Hauptstädten sind namentlichbei Begleitung von Damen die sogen. Pensionen sehr zu empfehlen, wo man 10 bis12 Fr. (Zimmer; 1. und 2. Frühstück; Mittagessen) für den Tag pro Person be-rechnet. Für langem Aufenthalt sind Privatwohnungen und der Besuch derRestaurants, oder Besorgung des Essens in die Wohnung billiger. Ein Einzelnerkann für l 1 ^—2 Fr. pro Tag in den meisten Hauptstädten monatliche Zimmerund für 4—5 Fr. täglich leidliches, oft sogar sehr gutes Gabelfrühstück undMittagessen in den Restaurants erhalten. Beim Mieten grösserer möblirterWohnungen lasse man den Vertrag schriftlich aufsetzen, mit genauer Angabe desInventars. Man überzeuge sich genau von dem guten Zustand des Fussteppichsund Ofens, des Fenster- und Thürverschlusses und mache den Preis für Heizungund Beleuchtung aus. — In den
Trattorien (Speisehäusern) speist man meist nach der Karte; manche gebendurch Anschlag auch besondere Preise für Table d’hote an. In der Mehrzahl derTrattorien beginnt der Tisch erst von Mittags 12 Uhr an. Der Kellner erhält vom