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die geborstene erkaltete Lava mit in dieHobe; so folgen dem Auswnrf vonDampf, Asclie and Sand bald die grösse-ren Massen, die LapilU, Scorie undBombe, deren Umfang vom Widerstands-in ass der Lava gegen den Dampf ab-liängt. Oft strömen die Dämpfe so ge-waltig durch die flüssige Lava, dassdiese zu Asche zerstäubt über ungeheureStrecken hin als Aschenregen getriebenwird und durch ihre Menge den Tagzum trüben Abend verwandelt.
Diese vulkanische Asche ist ein oftsehr feines sandiges Pulver, das beim Be-handeln mit Wasser Chlornatrium (Koch-salz) und andere Chloride, auch freie Säureabgibt ; die Hauptmasse besteht aus zerrie-bener Lava, hat daher die Zusammensetzungder Vesuvlaven und lässt unter dem Mikro-skop zahlreiche Krystalle der Lavaminera-lien erkennen. Die Asche nimmt die lös-lichen Kestandtlieüe der Rauchwolke auf,in welcher sie aufsteigt, und ist bei ihremersten Niedei'fallen den Pflanzen sehr nach-theilig wegen der dem Kochsalz beigemeng-ten übrigen Salze undwolil auch freier Säure.
Die prächtig grausige Feuergarbe,deren Licht bald tiefer, bald hellerglüht, die aber unbeweglich senkrechtemporzüngelt, ist keineswegs eineFlamme, sondern ist die Dampfsäule,erleuchtet vom rotlien Licht der ge-sprengten glühenden Lavadecke, welchedie Dampfblasen raketenartig empor-schleudern, und von den in der Säulesieh bewegenden rothglühenden un-zähligen Aschentheilclien. Begleitendeschwach bläuliche, wirkliche Flammenbilden sich zuweilen hei Zersetzungvon Wasserstoffverbindungen.
Wird die feuerflüssige Lava überden Krater emporgetrieben, so fliesstsie als leuchtender Lavastrom über dieBöschungen des Bergs nieder. Brichtdie Lava seitlich durch, so springt siein prächtigem Bogenstrom unter hef-tigem Knall durch die aufgerissencBergspalte.
Die Geschwindigkeit und Grösse desStroms ist sehr verschieden, denn siehängt von dem Flüssigkeitsgrad, vonder Temperatur und der Senkung desBodens ab, sowie auch von dem Kei-hungsmaasse; so betrug sie z. B. 1776:2000 m., 1805 : 2300 m., 1872 : 1000 m.
in einer Stunde. Im letzten zähbreiigenZustand beträgt das Vornicken oft nur1 /s m. im Tag; auch die Ausdehnungder Ströme ist sehr verschieden (1872bis 10 m. Dicke und 30 in. Breite).
»Selbst die Hitze der Lava bei ihremAustrcten ist keineswegs immer dieselbe,zuweilen weissglühend, zuweilen nur mitRotligliihwärme. schmolz bei einigen Ver-suchen Silbermünzen und verwandelteKupfermünzen in strahliges Itothkupfcrerz;man nimmt daher als mittlern Scbmol-zungspunkt der Lava 1270° C. an ; währendihre Hitze im Jahr 3 öo 5 nur vtk<° betrug,vermochte sic 17hl eine Glocke, welche zuTorre def Greeo in die .Lava fiel, s<> weitzu schmelzen, dass das Zink flüssig wurde,indess das Kupfer zuriiekbiieb. Bald ist dieLava dünnflüssig, last wie Wasser, baldzähflüssig wie ein Metallguss; bei der Ab-kühlung bildet sich sehr schnell eine<S< hlaekeidcruste, die dem rothglühendenStrom naehzieht. Diese Kruste bildet .-.eliol-lenartige Dämme beim Vordringen, und dieoberen Massen wäizen sich langsam überdie durch Druck und Boden gehemmtenunteren hin. Von den Rändern aus bildetsich eine geschlossene Schlaekenwölbung,unter welcher die Lava sich fortwälzt. Weildie Kruste, welche die Mas-e begleitet, einschlechter Wärmeleiter ist, so kann mansich ohne Gefahr den glühenden Strömennähern (das Unglück am 2<>. April lö<2 ver-anlagte ein plötzlich sich öffnender Kratermit glühendem Lavastrom), und über dieSchlackendecken getrost liinschreiten, wennzu unterst die Lava noch fliesst. Man wirdbei einer solchen Reise (nicht mit Behagen)bemerken, dass die Lava dieselben Dämpfewie der Krater aus den Lücken ausstosst.Die auffallende Erscheinung, das Bäume un-versehrt, nur verkohlt, unter Lavaströmensich befinden, ist aus der luftdichten Um-hüllung zu erklären, die dem Sauerstoff denZutritt verwehrt.
Die Lava des Vesuvs ; reich an LeV<-cit und Augit, ist meist krystallinisch,doch auch glasig und steinartig.
Beim Aufsteigen der Lavamasse im Yul-kanschlot und beim Erguss und Pliessen derLava tritt eine Scheidung ein, der erstarrteLavafels ist der am schwersten schmelz-bare Rückstand, die flüchtigsten Stoffe ent-weichen gänzlich als Dämpfe und ein dritterTheil, der zuerst dampfförmig entweicht,setzt sich an den kühleren Schlackenstückenals Sublimate wieder ab. Die Mineraliender Lava werden somit durch Temperatur-abnahme und Verdunsten des Lösungsmittelsausgcscliieden, aber beides geschieht schontief im Vulkanschlot, durch die Berührungmit den kälteren Bergwandungcn und wäh-rend des Aufsteigens und Austretens. Schonausgescliiedene Krystalle werden wiederzerrieben; herausgeworfene Bruchstückekönnen wieder in die Masse zurückfallen