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Fuss Zoll
5. Brauner erdiger Tuff mit Pi-
solitli (auch beim Ausbruchvon 1822 in dem mit dem Regenniedersturzenden ausgewoge-nen vulkanischen Sand) . . — 9
6. Brauner erdiger Tuff .... 4 —
7. Grauer fester Tuff.6 3
8. Bimsstein.— 3
Bas Holzwerk, in wässeriges Sedimenteingehüllt, verbrannte nicht, sondern ver-kohlte.
Bei Herculaneum verhält sich die Sacheanders; obschon auch hier die Substanz,welche das Innere der Häuser ausfiült, alsSchlamm eindrang, so weichen doch dieüberliegenden Massen sowohl in der Zusam-mensetzung wie in der Dichtigkeit völlig voneinander ab. Herculaneum lag einige Mi-glien näher am Vulkan und ist deshalb mehrausgesetzt gewesen, nicht nur von Aschen-schauern und Alluvialströmen, sondernauch von Lavaströmen bedeckt zu werden;demgemäss haben sammt jener Ausfüllungnoch beiderlei Massen die Stadt oberwärtsüberdeckt, so dass man jetzt 20—30 m. zumBoden hinabdringen muss, und über tiefe-ren Schichten liegen noch Mateiden vonvielen weiteren Eruptionen auf; jede vonder andern durch Lagen guten Bodens ge-trennt. (Das Weitere S. 521.)
Vor diesem Ausbruch, zur Zeit desAugustus. beschreibt Strabo (V) die Gegendso: »Es leben aber zu Seapolis die Römer,die sich hierher von Rom zurückgezogenhaben, um von ihren Anstrengungen auszu-ruhen , oder weil sie sich wegen Altersund Gebrechlichkeit nach einem ruhigemLeben sehnen, ganz nach griechischerWeise. In der Nähe ist das befestigte Her-culaneum auf einer ins Meer vorlaufendenLandspitze, wo der Südwest sehr häufigweht, und dadurch der Aufenthalt sehr ge-sund ist. Die Osker besessen diesen Ort so-wie auch Pompeji, an dem der Fluss Sarno vorbeiströmt. An diesem ist der HafenPompeja gelegen, auf dem die Waaren an-kommen und abgeschickt werden. Ober-halb dieser G egenden liegt der Berg Vesuv ,mit Ausnahme des Gipfels ringsum von schö-nen Feldern bedeckt Dieser ist grössten-theils flach , ganz unfruchtbar und von asch-grauer Farbe, mit grottenartigen Höhlun-gen , asengrauen, vom Feuer zerfressenenSteinen; ein Beweis, dass diese Gegendfrüher gebrannt und Krater für das Feuergehabt hat, welches aus Mangel an Materieerlosch«.
Die folgenden Hauptausbrüchc fandenstatt in den Jahren:
203, 472 (der Wind trug die Asche bisKonstantinopel ); 512, 085, 082 (mit Erd-beben zu Ihnecent und C.tpna); 1030, 1130.— Dann lange Pause; selbst bei der Er-hebung des Monte Nuovo (153s) blieb derVesuv ruhig. Nun aber erfolgte:
1031 der heftigste Ausbruch seitPompeji . — Salimbeni und de’ Rubel be-richten, dass sie bei ihrer Besteigung 1610
das Innere des Kraters noch mit Eichen,Steineichen, Eschen und anderen Waldbäu-men bedeckt fanden. Man konnte (vonOttajano her) in den Krater, der 1578 m.im Durchmesser hatte, auf abschüssigemPfad 657 m. tief zum Boden desselben hin-absteigen; er mass 160 m. Der Berg warbis nahe zum Kegel auf allen Seiten an-gebaut, die Pedimenta und die Atrii dien-ten als Weideplätze. — Bracini, der denVesuv kurz vorher bestiegen, sagt: »DerKrater hatte 5 Migl. Umfang und war etwa1000 Schritte tief, die inneren Seiten warenmit Buschwerk bedeckt und auf dem Grundwar eine Ebene, auf der das Vieh weidete;im Gehölz daselbst bargen sich häufig wildeEber. An einem mit Asche gefüllten Theilder Ebene waren drei kleine Teiche, zweisalzige und ein geschmackloser«. — Am16. Dec. 1631, kurz vor Sonnenaufgang, be-gann der Ausbruch, indem sich mit fürchter-lichem Getöse die Südseite des Bergs etwasüber dem Atrio di Cavallo Öffnete (schonam 10. Dec. hatte man eine Hebung des Kra-ters wahrgenommen, so hoch waren die La-ven bereits gestiegen). Zwei Tage spie derSchlund glühende Steine, Rauchwirbel undAsclienwollcen und Blitze schlängelten ausdem Krater hervor. Aschen- und Sandregenzog in grosser Pinienwolke durch die Basi-licata bis nach Tarent ; in der Nähe des Vesuvslag die Asche 6 m. hoch. In Neapel war dieSonne am hellen Tag verdunkelt und mit derAsche ein lästiger Geruch nach Salzsäureverbreitet. Die glühenden herabfallendenSteine zerstörten und verbrannten alles inSola, Palma, Lauro, Ottajano und anderenStäiten der östlichen Ebene in der Nähedes Vesuvs. Dabei unaufhörliche Erdbeben,auch in Neapel und weiterhin. — So ginges bis zum 18. Dec. Daun ergoss Morgens10 Uhr der Krater, nach einem äusserstheftigen Erdstoss, eine ungeheure Lavaflut,die in mehrere (oft 1 Mjgl. breite) Armegetheilt, die Abhänge zwischen Ton-e dell'Annunziata und PoHici bis zum Meer über-strömte, S. Jorio zerstörte und nördl. beiMadonna dclV Arco sich ausdehnte, Häuserund Baume umriss und entzündete und etwa3000 Menschen (auch eine Procession von400 Personen) tödtete. Sie war mit solcherSchnelligkeit niedergeströmt, dass sie vomKrater bis zum Meer weniger als 1 St.brauchte; gleichzeitig trat das Meer an derganzen neapolitanischen Küste zurück undkehrte dann heftig, sein altes Bett über-schreitend, infolge einer starken Erschütte-rung zurück. Einer der Arme des Lava-stroms zerstörte Bosco und Torre dell’ An-nunziata und ergoss sich noch 200 in. insMeer; ein zweiter verwüstete den grösstenTheil von Torre d-l Greco und floss noch400 m. weiter ins Meer; ein dritter zerstörteResina (über Herculaneum ) und Portid undergoss sich bei dem sogen. Granatello nochweiterhin ins Meer; ein vierter westlicherergoss sich über S. Giorgio a O emano undberührte noch Harra und S. Giovanni. Aufder Höhe des Bergs löste sich ein grosser