Band 
Erster Band: Unter-Italien.
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7 . Der Vesuv

Strom ab, (1er durch den Hohlweg desP'osso alla Vetranct und P'osso di Faraonehinabfloss, sich auf Massa di Somma stürzteund bis 8. Sebastiano und Madonna delV Arcoausbreitete. Man berechnete die Masse derin 2 St. ausgefiossenen Lava auf 73 Mill.Kubikm., welche eine Fläche von 14Va Mill.Qm. 7—10 m. hoch bedeckte! Ein Stein von25,000 Kilogr. Gewicht wurde bis zurSomma geschleudert, ein anderer nach Xolavon solcher Grösse, dass 20 Ochsen ihnnicht fortzuziehen vermochten. Auch grosseSchlammströme wirkten fast ebenso verhee-rend wie die Laven. Wo die Lava endete,bildete sie grosse Hügel. Nach dem Aus-bruch war der zuvor 40 m. höher als dieSomma aufsteigende Vesuv 108 m. niedri-ger als diese geworden, der Kraterrandstürzte ein und das Innere ward zum tiefenverengten Schlund. In der Woche darauftobten Orkane, zuvor schon fielen mit Ascheuntermengte Wasserströme nieder. DieKiiste soll 000 m. weiter gegen das Meergerückt worden sein.

Weitere Ausbrüche:

1638 , 1660 (aus drei Schlünden), 1680 .— Von da an bis jetzt ist die lleihe derEruptionen eine fast nie längere als höch-stens lu Jahre unterbrochene, während inder Nachbarschaft keine Eruption mehrstattfand. Bei den kleinen Eruptionen erhobsich in der Hegel der Gipfel, -während er bei dengrossen an Höhe verlor; ball hatte er inseiner Mitte 1, 2, 3 Kegel, in oder neben demandern, bald zwei oder mehr Höhlungen,grösser oder kleiner, mit ebenem oder kon-kavem Boden, mit oder ohne Kegel aufdemselben. — 1682 , 1685 , 1680 (der innereKegel wuchs um 100 m.). — 1694 (zweiLavastrüme gegen Torre del (ireco und8. Giorgio a Cremano). — 1606—08 fünfAusbrüche. — 1701 , 1704—1708 drei Aus-brüche, namentlich 1707 sehr heftig. —1712—37 eine ganze lleihe nur durch kurzePausen unterbrochene Eruptionen ('Lava-ströme gegen Otlajano und Torre del Greco1713 und 1725; Lavaströme ins Atrio di Ca-vallo). — Nach dem Ausbruch von 1737 warder Vesuv nur noch 1066 m. hoch, dieSomma unverändert (1110 m.). Später wardder Kegel mehrmals wieder aufgebaut undwieder vertieft, die Gestalt des Vesuvs da-durch oft geändert. — 1751—54 fortwäh-rende Tliätigkeit des Vesuvs (1754 der Kegelsehr erhöht). — 1756 drei koncentrisciieKrater. — 1760 im Fosso della GampagnaBildung einer lleihe von Kegeln (Voccoli),von denen drei noch sichtbar sind, abermit Reben und Gehölz überzogen. — 1765bis 1767 Lavenergüsse in das Atrio di Ca-vallo und Kegelbildung. — 1767—78 Lava-ströme ins Atrio di Cavallo und durch dieFossa grande (1773 der grosse Krater mitebener Fläche und einem, kleinen Kegel inder Mitte). — 1779 grosse Feuerfontäneaus einer neuen Oeffnung gegen die Somma.Dann glühender Steinregen. — 1785 flossdie Lava 15 Monate lang. — 1786 Lava-

(Die Ausbrüche).

ström in den Fosso Vetrana. — 1700 Lava-strom und heftiger Aschenregen bis Neapel .

1704 ist wieder einer der hef-tigsten Ausbrüche; die ganze Krater-j ebene wird in die Luft gesprengt, in denPedimenta öffnet sich eine OjU m. lange und30 m. tiefe Spalte, aus welcher sich eineungeheure Feuergarbe erhob, welcher so-gleich ein mächtiger Lavastrom folgte; in4 St. erreichte er das Meer, zerstörte,600 m. breit eindringend, 'Torre del Greco fast ganz und hatte an manchen Stellender Stadt 12 m. Mächtigkeit. Im Meerbildete die Lava noch eine 8 m, hohe Masse,die den südlichen Hand der jetzigen Calades Städtchens bildet. Der Vesuv erzittertewährend des Ergusses wie von Schüsseneiner Batterie, später auch der Boden vonNeapel ; Blitze zuckten, dichte Aschenregenumhüllten den Gipfel. In Neapel und bisTarent fiel Asche nieder. Die Spitze desKegels war im Westen eingestürzt, derKegol um den vierten Tlieil niedriger ge-worden. Die ganze Form des Vesuvs ver-ändert sich. Regen mit Asche vermengtund Schlammströme folgten. Die feineAsche lagerte sich 3 Migl. um den Vesuv herum fast V 2 m. hoch.

Neuere Ausbrüche:

1804 eine Eruption von 30 Tagen, einLavastrom von 22,500 Pa men (ca. 6 Kil.)Länge. ■— 1805 Beobachtungen von Alexan-der v. Humboldt, Leopold v. Huch, Gay-Lnssac.Bildung der Punta del Palo, ein Dutzendkleiner Kegel in der ebenen Kraterfiäche.— 1810 ziemlich heftiger Ausbruch; Lava-ströme gegen Ottajano, Bosco tre Gase undHesin-t, — 1812 begrüsste der Vesuv dasNeue Jahr mit einer Girandola. Die Lavalegte in 8 St. 3 Migl. zurück, erreichte aufihrem Weg nach Torre del Greco diesen Ortjedoch nicht. — 1818-20 eine Reihe klei-nerer Ausbrüche. — 1S20. Auf der Spitzedes Hügels, aus dem die Lava seit Monatenfloss, stiegen beständig Flammen von schön-ster Farbe auf, welche von Verbrennungeines schwefelhaltigen Gases zeugten. Un-geheurer Aschenauswurf Ende des Jahres,im nordwestlichen Tlieil des Atrio übersechs Oeffnungen sechs Kegel, der obersteam Fuss des grossen Kegels, der unterstenächst dem Fosso della Vetrana auf der Lavavon 178(5.

1822 im Februar Explosion und Lava-erguss über den Westrand des Kraters indrei Armen, die sich in der Pedimentina ver-einigten, gegen Besinn hin auf die Lavenvon 1810 sich warfen, »eine wunderschöneKaskade« bildend. Später neuer Nachschub.Unter donnerndem, 10 St. weit hörbaremGetöse Auswurf von Rauch, Sand und Lavain hoher Feuergarbe. Neuer Erguss in sechsArmen an dieselben Stellen. Grosse Ver-änderung im Krater. Am 21. Okt. sahman die Lava sich über den Kraterrand inzwei Bächen in die Pedimenta stürzen. Am22. Okt. früh 1 Uhr stieg eine ca. 600 m. hohe,mit Sand und glühender Asche gemischte