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Erster Band: Unter-Italien.
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7. Der Vesuv (Besteigung).

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der Sandregen in Neapel weniger dicht. —Am 1. Mai Abnahme aller Erscheinungen,nur unaufhörliches dichtes Qualmen vonKauchwolken. Am Nachmittag schliesst einschreckliches Gewitter diesen seit 1(538stärksten Ausbruch des Vesuvs. Am 3. Maisah man zum erstenmal wieder den Vesuv unbewölkt, hell und klar von Neapel aus.Er war von oben bis unten von den nassenAschen schwarz gefärbt. Die neuen Laven,mit hellen Sublimationsprodukten bedeckt,zeichneten sich schon in grosser Ferne durchihi*e helle Farbe aus.

So lange der Vesuv in Thätigkeit war,schwankte der Boden beständig, selbst nachdem Schluss der Eruption hielten diesewellenförmigen, von NW. nach SO. sich er-streckenden Schwankungen noch einigeTage an. Vor dem Ausbruch vom 26. Aprillagen im losen Aufschüttungsmaterial desGipfels drei Krater, zum Theil bis in denFelsgrund eingesenkt, ein vierter, nochnicht lange gebildeter, am Nordostabhangdes Gipfels gegen das Aschenplateau. Nord*östl. strömte aus einem festen, auf demAschenplateair aufgesetzten Lavakegel ausdessen Gipfel Dampf, aus dessen Fuss Grund-lava aus. Nach der Eruption hat sich dieForm des Gipfels verändert; vom Atrio ge-sehen, ist er zweigipfelig geworden, vomGipfel geht ein Riss als Thalschlucht bis insAtrio hinein. Die Ostseite ist felsig steil,die Westseite ein steiler Aschenhang, die.Schollenlava hat den Boden am westlichenTheil des Atrio um ca. 6 m. erhöht. DieMündung der neuen Schlucht gegen dasAtrio ist durch mitten aus demselben auf-steigende und um dieselbe herumgestellte

C. Besteigun

T a g e s t o u r. Man unternimmt dieselbemeist nur von zwei Punkten: von Resinaoder von Pompeji aus; von beiden ca. St.bis zum Gipfel. Im ganzen erfordert diePartie (mit Aufenthalt) ca. 7 St.

I) lieber Resina.

a) Die gewöhnliche und empfelilens-wertheste Art, von Neapel aus den Vesuv zu besteigen ist: Morgens sehr früh zuWagen {Einspänner 2 Fr.) bis zum (1 St.)Führerbüreau in llesina (Nr. 62, Öfficinadolle Guide) zu fahren; hier ein Pferd (5 Fr.)zu besteigen, und mit einem Führer (6 Fr.,für sein Pferd 5 Fr.), der auch für einegrössere Gesellschaft ausreicht, bis zumFuss des Kegels sich zu begeben. — Die-sen letzten Kegel kann man nur zu Fuss(oder in einem Tragsessel, Damen sehr zuempfehlen, 30 Fr. inkl. Rückkehr) ersteigen.Man braucht dazu eine Stunde, und ge-sunde, frische Kraft. — Ein Mann mit einemfesten Riemen umgürtet, in den man ein-greift, schreitet voran (auch kräftigen Leu-ten zu empfehlen); ein zweiter schiebt all-fällig hinten nach. Für dieses I-Iinaufziehen(ajuto) hat man (nach Taxe) 3 Fr. zu be-zahlen, und für das mittlerweile Haltender Pferde 2 Fr. — Für die Besteigung, noch

Hügel von 50—100 m. verbaut. Diese Hügelsind nicht etwa seitliche Ausbruchskegel,sondern Trümmerhaufen (Heim), Sand undAschen mit zahllossen mächtigen Blöckenälterer leneitreicher Vesuvlava liegen alsein Bergsturz übereinander.

Die Lapilli und Aschen haben nun denganzen Kegel so bedeckt, dass das Ansteigenzum Krater jetzt beschwerlicher ist, dasHerabsteigen dagegen etwas leichter. Denzweiten Krater scheidet gegenwärtig einekyklopenartige Scheidemauer in zwei Theilemit senkrechten Wänden, die einen Wechselvon horizontalen Schlackenschichten unddichten Laven zeigen und gegen 250 m.tief sind. Die Masse der ausgeflossenenLava (im Durchschnitt zrr 4 m. Dicke) be-trägt ca. 20 Mill. Kubikmeter. — Mofeiten(Kohlensäure * Exhalationen) bildeten sichnamentlich gegen Resina hin (zwischender Favorita und dem JJosco Reale); an denBrunnen bemerkte man vor dem Ausbruchkeine Verminderung, mit dem Erscheinender Mofetten aber wurden sie zu Säuer-lingen. — Die Laven des Ausbruchs von1872 enthalten wenig Leucit, sind überreichan Augit und Olivin und zeigen bisweilenkleine Krystalle von Hornblende.

Merkwürdig für das Verhältnis der Erd-geschichte zur Weltgeschichte ist das Fak-tum , dass das Vesuvgeb.irge trotz seinerSchrecken und so zahlreicher entsetzlichenZerstörungen doch für eine kräftige Be-völkerung von mehr als 80,000 MenschenNährboden geblieben ist, während der Kalk-boden des Apennins , falls er hier gestandenhätte, kaum den 20. Theil würde ernährthaben.

I des Vesuvs.

mehr beim Hinuntersteigen leistet wesent-liche Dienste ein Bergstock (den man inResina für l U Fr. erhält). — Man bezahlterst nach der Rückkehr in Resina.

Als Trinkgeld gibt man gewöhnlich demFührer IV 2 —3 Fr., je nach der Zahl der ihnBenutzenden; dem Halter des Pferdes 30 C.;dem Rienienzieher Va bis 1 Fr. — Orangenund Vesuvwein, beides von guter Qualitätmitzunehmen, ist sehr räthlich; doch werdenoben Eier, Wein und Brod, freilich zu hohenPreisen angetragen.

Der Wein am Vesuv (die Flasche gewöhn-lich 1 Fr.), der überall angeboten wird, istmeist sehr gut. Ein erfahrener Reisenderwird sich aber erst nach den Strapazen güt-lich thun.

Ein Einzelner, welcher nach obiger An-ordnung verfährt , gibt also für die ganzeReise ca. 25 Fr. aus; eine Gesellschaft stehtsich billiger.

b) Man kann auch von Neapel aus (überResina) bis zum Observatorium imWagen fahren (Zweispänner 25 Fr., Drei-spänner 30 Fr.; zuweilen findet man auchKutscher, die für 15 Fr. zweispännig hinan-faliren, doch nur bei günstiger Gelegenheit).Ordentliche Fussgänger machen dann dieweitere Besteigung zu Fuss. Führer und