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gcnd, von den Haufen der Nachfolgendenin dev Finsternis zertreten werden! Kaumhatten wir uns niedergesetzt, als es Nachtwurde, nicht wie eine mondlose bewölkte,nein, wie in verschlossenen Käumen mitausgelüschten Lichtern. Nun hörte manWeiber heulen, Männer schreien, Elternnach ihren Kindern, Kinder nach ihrenEltern rufen und wimmern, hörte die Götteranflehen oder verfluchen. Dabei fiel derAschenregen immer dichter, dass wir eilenmussten, um von der Last nicht erdrücktzu werden. Endlich drang das Licht durch,trübe, wie bei einer Sonnenfinsternis; alleslag mit Asche wie mit Schnee bedeckt etc.«
Bio Caseins gibt an, die Pompejanerseien beim Ausbruch im Theater gewesen,und man erklärte daraus die verhältnis-mässig geringe Zahl (400—600) der ausgegra-benen Leichen, von denen man einige imMuseum r. vom Marinedurchgang sieht. Alleindie Verschüttung der Stadt durchAsche und Kimsstein liess wohl denmeisten Zeit zur Flucht, und nur Zurück-kehrende oder Verhinderte kamen um.
Die Ausgrabung.
Nachgrabungen und Plünderungenfanden schon in antiker Zeit statt, daunterirdische Reste noch hervorragten.Doch blieb die Stadt (ungeachtet Fontana1594 -einen unterirdischen Kanal zurWasserversorgung von Torre dell’ An-nunziata aus dem Sarno hindurchführte)gänzlich verschollen, bis 1748 BauernKostbarkeiten in einem bemalten unter-irdischen Haus fanden. Die bourbo-nische Regierung förderte aber mehrdas Nachsuchen nach solchen werth-vollen Gegenständen als eine wirklichplanmässige Ausgrabung, die erst Murat1808—1815 durchführen liess. Endlichin neuester Zeit, seitdem Fiorelli's In-telligenz, Vorsicht und Eifer den Arbei-ten vorstehen und ein jährliches Staats-budget von 60,000 Er. diese fördert,wird die Ausgrabung systematisch undmit sorglichster Erhaltung alles Gefun-denen betrieben.
Fiorelli selbst berichtet: »Mir schienräthlich, eine anderweitige Methode einzu-schlagen. Da die ummauerte Stadtflächevon zwei Cardo (S. 422) und zwei Becnmanusin nenn Abschnitte getheilt ist, welche sichdurchkreuzen, so hielt ich für geeigneter,jedes dieser Segmente, eins nach dem an-dern, vollständig auszugraben, als auf dieanstossenden Theile schon überzugellen.Daher liess ich zuerst die Aschen- und Bims-steinerhöhungen abtuagen, welche sich inden altenAusgrabungen zerstreut vorfanden«.
I Man grabt jetzt in wagrechtenSchichten, weshalb die Hausdächer,Baikone, Treppen, oberen Geschossenicht mehr ins Reich der Vermufbunggehören; das verkohlte Holz wird aufsgenaueste ersetzt, die Malereien, daman ein verlässiges Verfahren zu ihrerKonservirung gefunden, bleiben gegen-wärtig meist am Ort. Picken und Schau-feln genügen, den Schutt auf schiefenBahngeleisen, zu denen ihn die Maul-esel führen, zu beseitigen. Bis jetzt istetwas mehr als der dritte Theil der Stadtans Tageslicht gebracht, darunter gleichvon vornherein das Forum sammt seinenanliegenden Tempeln, Hallen und Glanz-bauten. Die zwei zuletzt ausgegrabenenQuartiere liegen neben der Porta Ma-rina und der Stabianer Strasse und bietendurch ihre bessere Erhaltung grossesInteresse.
Nach dem jetzigen Ausgrabungs-system deckt man zunächst einen vonvier Strassen umgebenen Häuserkom-plex,eine sogen.Insel, völlig auf, bevorman weiter schreitet. Eine solche Inselhat oft einen bedeutenden Umfang; dieneulichst bei der Stabianer Strasse frei-gemachte hat 11 zum Theil geräumigeHäuser, 27 Verkaufslokale, 2 Bäcke-reien, eine Färberei, 2 andere Werk-stätten, eine öffentliche Latrine, 4 Se-perateingänge zu Treppen ins Ober-geschoss.
Welch wunderbarer, überwältigen-der Eindruck, durch Strassen, Plätze,Thore einer zweitausendjährigeil Stadtbequem zu wandeln, in alle Privat-häuser bis in Küche, Kammer, Keller,Garten zu dringen, theil zu nehmen aneinem so überaus reichen BruchstückantikenLebens! — Freilich liat man auchDächer, Decken, Thüren,Hausgeräthe,die schönen Dekorationen (denn allebedeutenden Gemälde, Statuen und Mo-saiken sind im Museum zu Neapel ) unddas Gesims zu den Pfeilern und Säulender Vorhöfe und Mittelhöfe durch ge-schulte Einbildungskraft zu ersetzen,aber wer den Besuch wiederholt, demwird die ausgeräumte, ungedeckte Erd-geschossstadt bald zu einer der inter-