Band 
Erster Band: Unter-Italien.
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441-442
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8. Pompeji (Gebäude dev Eumachia).

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Tempel, laut einer hier aufg-efundenen In-schrift (Mamia P. F. sacerdos public. GenioAug. solo et pecunia sua).

In diesen Tempel gelangt man vomForum aus durch eine (von dem Führeraufzuscbliessende) Vorhalle auf den Vor-platz desselben, in dessen Mitte ein 1V 2 m.hoher * Marmoraltar steht, auf dessenVorderseite ein Opfer (der Opfernde hatAehnlichkeit mit Cicero) in Relief dar-gestellt ist, an den Seiten die Opfer-instrumente, hinten ein Eichenkranz. ImHintergrund ist die kleine Cella, nur 4 m.breit und 3V*m. tief, mit einem Posta-ment für das Kultusbild auf einem 2 m.hohen Unterbau, auf den beidseitig vonhinten Stufen führen. — R. ist der Ein-gang zu drei Räumen für die Priester.

Vorn hat man eine Anzahl Ausgrabungs-gegenstände untergebracht: Marmorarbeiten,Tischfüsse, Brunnenmündungen, Töpfe, Ge-simsstücke, Statuetten, Bleigefässe, Reife,Eisengitter, Gewichte u. a.; auf dem Posta-ment der Cella gegenwärtig hübsche Regen-speier (Antefixa).

Die folgende grosse Anlage ist dasNr. l. *Gebäude der Enmacliiaoder Chalcidicum (E 7, Nr. 7), oder Por-ticus Concor diae Augustac (nachFiorelli),eine Waarenbörse.

Laut einer Inschrift am Sturz derkleinen Thür, aussen am Ende der rechtenLangseite (dem Brunnen der Strada dell 1Abbondanza gegenüber), hat Eumachia, öf-fentliche Priesterin (sacerd. pub.), in ihremund ihres Sohnes Namen auf ihre Kostenden Ban errichtet und weihte der ConeordiaAugusta ein Chalcidicum (verlängernde Vor-halle an der Schmalseite einer Basilika),eine Krypta (eine geschlossene, nach innenmit Fenstern versehene Gallerie) und einePorticun. Der erweiterte Bau wurde (wohlzu Ehren Livia’s , derWittwe des Augustus)dann der Pieta geweiht.

Man sieht nun gegen das Forum hineine grosse Vorballe (das Chalcidicum),39,50 m. laDg und 12,50 m. tief, einst mit16 Travertinsäulen von engeren Zwi-schenräumen als die der Forumhalle.An der Corniche dieser Vorhalle standebenfalls jene Inschrift (die noch aufBlöcken am Forumrand, 1. vor dem Ein-gang desChalcidicums, theilweise erhal-ten ist). Boden und Fa 9 ade waren mit Mar-mor bekleidet. An der Rückseite dieserVorhalle ist in der Mitte der Hauptein-gang, dessen schöne Marmorverzierung

| ins Museum zu Neapel kam. — L. undI r. von diesem Eingang sind schmalej Räume, durch die doppelte Hinterwand! des Chalcidicums gebildet, die wahr-, scheinlich zu Magazinen dienten, da man1 noch zahlreiche Marmortafeln zur Ver-, kleidung der Wände des noch in Restau-| ration begriffenen Baues fand. — Ausseni an den Seiten des Eingangs sind zwei! grosse halbkreisförmige Nischen nochi mit Resten afrikanischen Marmors be-kleidet, und an den äussersten Eckenzwei viereckige, 1,50 m. hohe Vorsprünge,wahrscheinlich für die Ausrufer der Han-delsedikte und Auktionen. — Tritt mannun durch den Haupteingang ein, so siehtman einen weiten Ilof (38 m. lang,19,50 m. breit), dessen Boden einst Mar-mor deckte und um den eine Rinne ge-zogen ist. Diesen grossen offenen Hofumgaben einst 54 Säulen von Marmor,je 18 korinthische Säulen an den Längs-seiten und je 10 an den Schmalseiten(Gebälkstücke und einige Säulentrom-meln sieht man gegenwärtig nach innenangelehnt). — In der Mitte des Hofs wareine Cisterne; an der rechten Seite siehtman kleine gemauerte Fundamente, wahr-scheinlich dieFüsse von Waarentischen,denn das Gebäude scheint dem Kollegiumder Walker, einer der reichsten und an-gesehensten Zünfte Pompeji’s , als Waa-renbörse und Lagerhaus für Zeuge ge-dient zu haben. Auch die Spuren von 10Cisternenmündungen sind noch sichtbar.

Nach aussen wurde diese offene Por-ticus von einem grossen bedeckten Kor-ridor, jenerKry pta umgeben, welche anden (in gelbe und rothe Felder getheilten,in der Mitte mit kleinen Landschaftengeschmückten) Längswänden des Gebäu-des hinzog und im N. und S. mit je 10Fenstern sich auf die Säulenhalle nachinnen öffnete. Dieser äussere bedeckteUmgang setzte sich auch an der hinternSchmalseite des Gebäudes quer fort. Ander Südseite ist ein Ausgang (aussenmit jener Inschrift).

Dem Eingang gegenüber, jenseit derhintern Schmalseite der Porticus , gelangtman über zwei Stufen, neben denen zweiWasserbehälter lagen, zu einer grossen