Band 
Erster Band: Unter-Italien.
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459-460
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8 . Pompeji (Haus des Polybius). d60 j

linken Seite des erhöhten Gartens istein elegantes Sommcr-Triclinium, einstvon einer Weinlaube gedeckt und reichbemalt. — Von der rechten Längsseitedes Atriums gelangt man durch einenSeitengang, an dessen rechter Wand(Ende) wiederholt das Wort »Nympho-dote« steht (wohl ein Gruss an den Die-ner , der in der kleinen Cella gegenüberschlief und wahrscheinlich der Hüterder innern Hausabtheilung war), in einzweites Peristyl an der Südseite, mitacht rothen achteckigen Säulen umein Gärtchen; die Wände dieses Peri-styl s waren reich bemalt; noch siehtman an der rückliegenden Schmalwandin Lebensgrösse ein grosses Fresko:* Aktäon und Artemis ; 1. über einerOeffnung: Europa , und darüber in lan-gem Rechteck eine eigenthümliche Dar-stellung vor einer daherschreitendenGestalt auf ein Schiff und an ein Fluss-ufer Fliehender; gegenüber i\: Phrixos .Zu den Seiten der Hauptbilder: Mäd-chen mitMuscheln, r. Satyr, 1. Bacchan-tin ; am Sockel schwarze Nereiden aufgelbem Grund. — Im Kabinet 1. nebenAktäon oben: Geflügelte Sirenen. ImKabinet r. neben Aktäon, Rückwand:Paris und Helena (erloschen); darübergut erhalten: Mars und Venus. Untenneben Paris : Eroten (fast erloschen). —L. im Beginn der linken Wand: Küche,Treppe, Kloset.

Gegenüber von Casa di Sallustio liegt 1. Nr. 19—26 das grosse Haus desPolybius > vorn mit sechs Läden undj?wei Eingängen; der zweite (Nr. 25),etwas erhöht, führt zu einem tuskischenAtrium, mit kleinen Kammern zur Seite;dahinter das Tablinum, neben welchemr. ein Gang ziir Treppe insUntergeschossführt; der zweite Zugang (bei Nr. 24und dann r.) führt zu einem Peristyl,von dem noch 14 Säulenstümpfe stehen(hier Prachtblick auf die SorrentinerKüste), dahinter einige grosse Zimmermit Aussicht.

Nun bei der Strassentheilung 1. aneinem Brunnen und einer öffentlichengewölbten Gisterne vorbei,bei der sich einLararium befindet, trifft man r. (Regio VI,

Ins. I, Via II, Nr. 18) wieder eine Ta - ;verne (Tab er na FhoebiJ.

Dann r. Nr. 14 und lo 5 die sogen. Sei- ,

! fenfabrik (PI. 25); es folgt r. Nr. 13. die [Haut (Dogana; PI. 27), ein grosser Saal !mit Musivboden, wo man ein Bleigewichtfand; nach Fiorelli ein Kultusgebäude, wo jdie Magistri zum Opfer sich versammelten. >Es war vorn mit einem Eisengitter ge- ftschlossen. f

Dann r. Nr. 9, 10. das Haus des Chi- !rurgen (PI. 28), ein Bau von zehr alter Kon- •struktion. Das tuskische Atrium mit Implu- ‘vium von Nocerastein, seitlich vier Kubikelnund zwei Alen, die linke mit Resten von 'Malerei und Mosaikboden, führt in einengefensterten Oecus, die rechte in ein ge- \räumiges Triclinium. .Folgt man aussen an fder Eingangswand desselben dem Gang, so :kommt man zur Küche, zur Latrina, Cella 'penaria, und dem Posticum (Nr. 28). Am jEnde des Ostarms 1. ein Graffito. — Zurück <ins Tablinum tritt man aus diesem ins Yi- ;ridar, an welchem r. ein eleganter gefen- jsterter Oecus liegt, einst mit reichen Ma- jlereien. j

Es folgt r. Nr. 6, 7, 8. die Casa delle •Vestali (PI. 29), eine grandiose Wohnung imit 1. und r. je einem Vestibül (in Pompeji }ein Unicum) zur Seite des Eingangs, beide ,einst mit Mosaikboden und hübschen Male- ;reien; im ersten L, an der rechten Wand: ,Satyr und Bacchantin, gegenüber: Victoria; lim zweiten r. das enge Bett des Thürhtiters. )Die Wohnung ist eine aus zwei Häusern <vereinte; das Prothyron des ersten führtin ein tuskisches Atrium, 1. mit Kammerund Triclinium, dem Eingang gegenüberdas Tablinum, r. der Oecus, 1. die Fauces,die weiterhin L zur Küche und ihren zuge- ;hörigen Räumen geleitet; dann eine Skia- ;vencella, und eine gefensterte Kammer, wo jdas Bett an der Rückwand auf eine Er-höhung gesetzt war; über dem Bett Mars iund Venus; 1. Toilettenscene. Auf das jTablinum folgt ein kleines Viridar mit Pis-cina; dahinter ein Oecus mit (r.) einem !Zimmerehen, an dessen Rückseite eine Cella Ianstösst, und 1. daneben ein Raum mit aus- 1gemauertem Badebecken. I

Von da führt 1. ein Gang in das damit ,verbiindene zweite Haus, welches aber jeinen Zugang von der rückwärtsliegcnden ■Strasse bei Nr. 25 hat, wo man r. vom ;Eingang noch Epigraphe liest. Der zweite i

Raum r. vom Prothyron enthält das Apo- ;

dyterium eines häuslichen Bads, dann folgt i

das Bad, die Latrine, das Puteal der Ci- S

Sterne. Dem Atrium r. gegenüber liegt (

ein geräumiges Triclinium, an dessen Ein- !gangswand r. aussen ein Recess zu einem ,kleinen Oecus führt, und geradeaus zu demvon einer splendiden Portieus umgebenenGarten. Dieser, mit elf Säulen und vier Pi- 'lästern, durch steinerne Brüstung verbun-den, hat im Innern ein Blumenbeet, eineFontäne und Piscina. Die Aussenwändesind gelb bemalt mit rothem Sockel, und