Band 
Erster Band: Unter-Italien.
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529-530
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529 10. Von Neapel über Nola nach Avellino und Monte Vergine. 530

Fenstern undThüren, horizontalen Back-steinlagen und Netzwerk.

Im Innern, im ersten Magazin, zweiRecipienten für die Bleigefässe der Färbereiund zwei ltecipienten für das Wasser. —Im zweiten eine kleine rechteckige Nische,einst mit Terraeotta-Idolen; im andern Kaumein Herd und ein Waschtvog. — Im drittenMagazin ein grosses Becken und an derFrontmauer ein langer Korridor, der zuunterirdisch en Lokalitäten führt, wo mehrereSkelette mit Werthsachen gefunden wur-den.— Das v iert e Magazin hat noch seinealte Decke.

Zu oberst r. steht ein modernes Häus-chen , wo Photographien verkauft werden

und ein interessantes * Modell das vekon-struirte Theater (1 : 40) darstellt. Mankommt hier r. nebenan durch ein Eisen-gitter auf den Vico del mare.

10 Min. von den Scavi, an der Haupt-strasse nach Resina, liegt die reizende(aussen rofh und gelbe) königliche Villallella Favorita (sie ist im Verzeichnisdes Permesso, den man im königlichenSchloss zu Neapel [S. 138] erhält, mitaufgenommen; Trinkgeld Va Fr.), mitköstlichem englischen Garten und Pracht-aussicht aufs Meer.

10. Von Neapel über Nola nach Avellino und Monte Vergine.

Siehe die Karte »Contorni di Napoli«, S. 22.

Eisenbahn von Neapel bis Kola (33 Kil.)4mal täglich in P/a St. 1. 3 Fr. 20 C., II. 2 Fr.,III. 1 Fr.; — Lanra (71 Kil.), in 3V2 St.I. G Fr. 55 C., II. 4 Fr. 10 C., III. 2 Fr. 5 C.

Wagen von Laura (Sitz 2 Fr.) in DfaSt. nach Avellino. Von Avellino in 2 J /a St.zum Monte Vergine hinan.

Von Neapel nach (21 Kil.) Cancello(s. S. 38). Hier zweigt die Bahn südöstl.ab und erreicht in 25 Min.

(33 Kil.) Stat. Nola.

Geschichtliches. Die Stadt, eine derältesten Kampaniens , an. der Strasse vonCapua nach Nuceria, zwischen dem Vesuv und den Apenninen, war schon früh so be-deutend, dass sie 327 v. Chr. den Neapoli-tanern 2000 Mann HiÜfstruppen sendenkonnte, später so treu zu Kom stehend, dasssie im Punischen Krieg nicht wie das übrigeKampanien zu Hannibal überging. Kurznach dem Unglück von Caimä bestand hier215 v. Chr. der Prätor Claud. Marcellus einsiegreiches Treffen gegen Hannibal undsicherte den Römern die Stadt. Sie bliebdeshalb als römische Bundesgenossin ImBesitz ihrer Freiheit und ihrer eigenen Ver-fassung, bis Vespasian die Stadt zur römi-schen Kolonie machte. — In Nola starb der76jährige Kaiser Augustus auf seiner Durch-reise nach Unteritalieu; nur seine GattinJAvia war bei ihm lind verheimlichte denTod durch sorgfältige Bewachung des Hauseslind falsche Gerüchte, bis der Sohn Tiberius herbeigerufen war.

Die Bedeutsamkeit der Stadt im Alter-thum beweisen die Ausgrabungen einerMenge ausgezeichneter kampanisclier Vasenmit Bemalung (S. 295); mit Pompeji solles den Hafen gemeinsam gehabt haben. —Von den altchristlichen Bauten, die S. Pau-linus fast kunsthistorisch beschrieb, steht

Unter-Italien . I

nichts mehr; aber Pontius Meropius Paulinus,dessen Fest am 26. Juli die ganze Umgegendhierher ruft, ist noch jetzt ein hochgefeierterHeiliger; er stammte aus reichem Sena-toren - Geschlecht zu Bordealix (geh. 353)und zog sich nach seiner Bekehrung an dasGrab des ersten Bischofs von Nola, 8. Felix.unweit der Stadt in die Einsamkeit zurück(394); fünf berühmte Gebäude und Herber-gen für die Pilger erhoben sich bei S. Fe-lix’ Grab. Noch besitzt man Gesänge undBriefe des Heiligen, der 431 starb. DieGräberkirche S. Felice in Oimüile, nord-westlich von Nola, enthält die Gräber vonS. Felix und Paulinus; Bischofsstuhl undKanzel daselbst stammen aus dem 12. Jalirh.,einige alte Skulpturen aus dem Anfang des8. Jalirh. (Leo III. ), einige Malereien ansdem 14. Jahrli.

Walafrid Strabo (gest. 849) berichtet, (lassin Nola zuerst Glocken angefertigt wordenseien; nach der Landschaft seien die grösseren»Campanae«, nach der Stadt die kleineren»Nolae« genannt worden. Die Stadt führtnoch jetzt eine Glocke im Wappen und manhält hier S. Paulinus selbst für den Erfinderder Glocken. — In der Zeit der Renaissancewar Nola die Geburtsstätte des berühmtenBildhauers Giovanni Merliano (S. 130) unddes zu Rom verbrannten NaturphilosophenGiordano Bruno , der in der Neuzeit eineStatue von Gennaro de Grescenzo erhalten hat.

Das jetzige Nola mit 12,000 Einw.ist eine untergeordnete Stadt, der Domerneuert, ein Bau von 1470; die ältesteGlocke von 1400 (der Thurm nach einemBrand erst 1863 erbaut); — in S. Pietround S. Francesco Gemälde aus der alt-neapolitanischen Schule; — das antikeAmphitheater wurde erst 1664 zerstört,18