Band 
Zweiter Band: Sicilien.
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2. Palermo (Umgebung: 'Cappiicciiii, Monreale),

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ncnfrics auf kleinen niedlichen Säulen mitfigurirten Kapitalen (Vögel, welche Früchtevon den Voluten picken). Der Brunnen istin der Mitte von einem offenen Marmor-kanal durchschnitten, durch welchen dasWasser nach vorn in ein grosses Dockenläuft, über welchem bis Ende des 16. Jalirli.eine elegante Loggetta sich erhob. — Lei-der hat ein schwerer Balken des 17. Jalirh.und nette Fensteröffnungen den Charakterder Parade alterirt; die oberen Geschossesind innen umgebaut, und es hat sich selbstmir von einem einzigen Saal die innereForm erhalten.

Auf dem flachen *Dacli (Eingang durchdas einstöckige Haus r. neben derZisa, beiNr. 29; dem Kustoden V 2 — 1 Fr.), zu demman auf 116 Stufen hinansteigt, hat maneine der schönsten ^Aussichten auf Palermound seine »goldene Muschel« umher (S. 254),von den prächtig geformten dunkeln Bergenvon drei Seiten eingerahmt, dann ostwärtshinaus «um vortretenden Gebirge des Monger-bino , mit den Villen der Bagheria an seinemGehänge; von hier westwärts über dasweite Meer hin bis zum Hafen und demLcuehttliunn, über denen der zehnkantigedunkle Monte Pellegrino aufragt; ringsumdie üppigsten Gärten mit Agrumen, Cy-pressen, Feigenbäumen, Opuntienuuigür-tungen und zahlreiche Villen vom Goldsehiin-111 er der Felsen überragt.

Einst umgab ein weithin sieh ausbrei-tender Garten die Zisa von allen Seiten.Leandro Alberti, welcher 152t! die nochwohl erhaltenen Ueberreste sah, berichtet:»Nicht weit von dem llaupteingang siehtman einen grossen viereckigen Fischteich,der von dem Springbrunnen in der Halleseinen Zufluss erhält. Die vier Seiten sindmit Steinen eingefasst, jede ist 50 F. lang,in der Mitte dos Teichs erhebt sich einviereckiger Pavillon , zu dem man über einekleine steinerne Brücke gelangt. Der Pa-villon besteht aus einem gewölbten Zimmermit einem Fenster auf jeder Seite; überdiesem befindet sich ein zweites, 8 F’. breit,3 2 F. lang; jedes der drei grossen Fensterdesselben wird durch eine schlanke Säulevon schönstem Marmor getheilt. Die Deckeist gewölbt und in maurischem Stil verziert.Den Fussboden schmückt verschiedenfar-biger Marmor, ln diesem Zimmer pflegtensich die Damen des Palastes zu versammelnund sich an dem Anblick der Fische indemklaren Wasser zu ergötzen. Die Zofenblieben ln den unteren Zimmern und ver-gnügten sich an den Fenstern auf dieselbeWeise. Rund um diesen Fischteich herumzog sich ein herrlicher Garten, üppig anOrangen und Citronen«. Der Fischteich istverschwunden, die Strasse durchzieht denehemaligen Garten, aber von dem Citronen-und Orangenreichthum kann man sich nocheinen Begriff machen, wenn man nebender Osteria im linken Anbau der Zisa indiesen üppigen Hainen lustwandelt.

Der Zisa gegenüber liegt die KircheAnnunziata (von 1663), mit einer (3. Capp.1.) Heil. Familie von Kooclli.

Der Parade cler Zisa nordwärts ent-lang und die erste Strasse ostwärts (zurVia Madonna dell’ Orto) kommt man zurOlivuzza, einer wegen der gesunden Lagevon reichen Villen "besetzten Gegend, un-ter denen die Villa Belmonte, Butera(jetzt dflorio), wo der russische Hof 184-5weilte, und die in der Vegetationsprachtalle überbietende * Villa desDuca di Ser-radifalco (famiglia lo Faso) sieb aus-zeiclmen. »Hier erfährt man, was einGarten im Winter zu sagen bat«; einHain von 30 Dattelpalmen, Papyrus-scliilf an den grossen Bassins, hohe Mag-nolien an den Rasenplätzen, kolossaleAgaven, schattige Plätze mit Karuben,Orangen und Limonen, ein herrlichesRosenwäldchen sind liier die Perlen dergoldenen Muschel; Marmorstatuen, Tem-pel, Wasserkünste, Vogelhäuser und dasin normannischem Stil erbaute Schlosserhöhen den dichterischen Reiz.

Der Fa^-ade der Zisa südwärts entlangund die erste Strasse r. kommt man west-wärts durch Via de’ Ciprcssi in 7 Min. zuden Ciippuecini, ein Kloster, das nur durchdie Art der Todtenbestattung allgemein be-, kanut wurde, in einer jenseit des Kreuz-gangsliegenden, halb unterirdischen, jedoch; durch Oberlicht erhellten Hallengruft (einerI »amphitlieatralisch geordneten Walhalla«),j wo man in einem Waehskabinet die Leichen| (nur Männer), in ihre besten Kleider gebullt,i au ihren mit Namen und Datum bezeich-neten Plätzen aufstellte. Mehr als 300 Jahrepflegten sich die wohlhabenden Palermitanerso nach ihrem Tod im Feierkleid zur Schauzu stellen. (Die Mumificirung ist das Resultateiner Röstung über gelindem Kohlenfeuer,Einlassung in Kalk und anderer Proeesse.)Im Garten hat sich ein neuer Kirchhof mitMarmormonumenten gebildet.

Den Rückweg von der Zisa kann manvon Piazza Ingastone ostwärts der Viad’Ossuna entlang nehmen zur ehemaligenPorta liier fand man am Corso Al-

berto Amadco, nahe beim Thor, 1785 Kata-komben; sie werden jetzt einer neuen Unter-suchung unterstellt.

Weitere Umgebungen.

Vgl. die Karte S. 243.

8. **Monreale (7 Kil.) uiuLlic Conead'Oro.

Entfernungen. Von Porta nuova zur Mit-telthiir des Albergo dei Poveri 6 Min. —Vonda zur Cuba 4 Min.; dann zum Giardiuo