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2. Palermo (Umgrtrau
stntuc 1 /4 8t. Von 8. Rosalia zum Telegra-phen hinauf (mühsam) */a St.
Der Berg präscntirt seine breite, zehn-kantige Felsenmasse wie eine dunkel-farbige Krystalldruse schon vom Hafenaus in den reizendsten Formen. DieStrasse führt dem Hafen entlang dies- jseit der Carceri an das über ihre ganzeAusmiindung sieh erstreckende Gitterder Rundbahn; liier durch die Mittel -pforte und längs der Mauer der Carcerizur Wegtheilung, wo die Strasse r. ge-radeaus (an dcrVillaGraziano vorbei) biszum Fuss des Monte Pellegrino führt.Am Fuss angekommen, sieht man r. inder Nähe des Meers das stattliche (gelbe)Casino Belmonte, eine glänzende Villa,von Giuseppe Ventimiglia, Principe diBelmonte, errichtet, dem bedeutendstenStaatsmann Sieiliens in dem schwierigenJahr 1812, der hier die Blüte der pal er-«litauischen Bürgerschaft um sich ver-sammelte. — Den Monte Pellegrino hinanführt eine gepflasterte Kunststrasse (je-doch nur für Reiter benutzbar) bis zurHöhe. Der Berg, ein grossentlieils nack-ter, an Muscheln reicher Kalkfelsen von597 m. Hohe, ist ringsum von Abstürzenumgeben, und nur eine natürliche Sen-kung gegen Palermo hin machte es mög-lich, hier eine Zickzackstrasse aufzufüh-ren, die mit grosser Meisterschaft aufvielen nach Art der Aquädukte angeleg- :ten Bögen den rauhen zackigen Felsenhinan gezogen wurde. Schon nach 10Min. Ansteigung auf dieser breiten, voneiner Plattenreihe senkrecht durchzoge-ner, l */2 m. abstehender Horizontalstrei-fen durchkreuzten »Scala« hat man vorder ersten Windung einen herrlichen* Blick auf Meer, Gebirge, Villa Belmonte,Hafen und die Stadt bis Monreale nebstden umringenden Bergen und der Concad’oro. Von besonderer Schönheit sinddie Verschiebungslinicn der Berge amMeer. Dann der ersten Windung sichzuwendend, sieht man sich plötzlich ineine wilde, romantische Gebirgsschluchtversetzt, die von prächtig gegliedertenRusticafelsen begrenzt wird, und von derKunststrasse in langen Windungen vonje neun Bögen (unter denen ein »Geis-
g: Monte Pellegrino).
weg« direkt hinanführt) wie mit antikenTheaterarkaden durchzogen ist. Nachder sechsten Windung 1. ein alter Thurmund darüber am Weg eine Kapelle (nebendieser 1. eine kleine Alpwohnung, woauch Pferde eingestellt werden), dann| r. (durch ein Gitterthor) die rauher undeinförmiger werdende Strasse hinan; mankommt an (1.) zwei kapellenartigen, vonden Rindern als Schattenstellen benutz-ten Bauten vorbei und folgt immer dernun bis zur Höhe des Passes geradeaushinzichenden (weniger' gut gehaltenen)Strasse; r. oben sieht man den Semaphorauf dem Scheitel, des Bergs. Etwa 100Schritte nach jenem zweiten Schutzpa-villon hat man nach 1. einen weiten'* Pr achtblich auf die Ebene, die mit derüppigsten Vegetation dem Ostrücken desMonte Pellegrino entlang zieht, bis zumMeerbusen Mondello hin. In der Mittedieser Landschaft sieht man aufs deut-lichste das Lustschloss Favorita, mit sei-nen Gärten. — Palermo fällt nun ganzausser Auge, und man befindet sich ineiner völlig einsamen, ziemlich öden Berg-landschaft, nur hier und da unterbrechengrosse Ziegenherden, die hier dem imrauhen Gestein zerstreuten Futter nach-gehen, die Stille. R. über sich hat manden nackten rauhen Abhang der Gebirgs-höhe, 1. unter sich die jähe Kluft zur Pa-lermitanisclion Ebene.
Auf der IIÖlic des Passes steht 1. er-höht neben demWeg die Cappella laCroce.Hier biegt der Weg nach r. um, und manhat plötzlich (r.) die GrottenkirclieS* Rosalia vor sich, dahinter ein paarBauernhäuser und in weiter Ferne dielvolossalstatuc der Heiligen. Kirche undKloster (von 1025) sind als eine zusam-menhängende Baumasse an die steile Fels-wand hingebaut; über dem fensterlosenErdgeschoss ist das kleine Kloster reichmit Baikonen ausgestattet, der kleine,oben von zwei Rundfenstern durchbro-chene Thurm trägt eine Uhr. — Der Wegendet an der Treppe, die (in 21 Stufen)zum Vorplatz hinanführt; zur Grotten-kirche führt zunächst ein bedecktes Vesti-bül mit gewundenen Säulen, welches denWinterchor mit der Orgel stützt. Dann