Band 
Zweiter Band: Sicilien.
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319-320
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:si!) 5. Von 'l'rapani nacli Marsala, Mamra und Castelvetrauo. 820

Meer hinab. —Man findet noch jetzt längsder Stadtmauer in der Nähe des MeersMosaikwürfel und Münzen, selbst Gem-men und Kameen. An der Südwestseitedehnt sich jetzt das Land weiter vor, alsfrüher, Meergras und Seetang bilden einenhohen Wall. Die grossen Quadern amneuen Molo und an der Quaibrüstung amneuen Hafen sind wohl aus antikem Ma-terial aufgerielitet (vielleicht auch dieFundamente der Bastionen der mittel-alterlichen Festung). — Die alte Burg(Akropolis) erhob sich wohl da, wo jetztan der Ostecke das mittelalterliche Ka-stell aufragt und ein südlicher liund-thurm aus kleinen Quadern nebst einemnördlichen viereckigen Thurm aus klei-nen Steinen und Kalk stehen. Der antikeIIafen lag im N., wo die aus angescliwemm-tem Seetang gebildete Landzunge mit derPunta dell’ Alga noch nicht existirte. Beider jetztigen Saline des Giuseppe Polleribegann wahrscheinlich der lange Hafen-damm , zwischen dessen Endpunkt undder Südspitze der Isola longa sich die Ha-feneinfahrt befand. Erst durch I>on Juan<T Austria, der den Hafen den türkischenKorsaren unzugänglich zu machen be-schloss, wurde der berühmte Hafen durchSand zu einer jetzt sehr seichten Ufer-stelle verschüttet und von O. nach W.mit Blocken verrammelt. Mit dem Hafenwar die Stadt (wie Schubring nachweist)durch lange Mauern verbunden.

8 Kil. nördl. von Marsala liegt dieInsel S. PailtaleOlie (Barke mit zweiRuderern 5 Fr.) in der Mitte der Lagunelo Stagnone (am nächsten an der Küste),mit nur 2 a /2 Kil. Umfang; dennoch be-fand sich hier die bedeutendste punischeKolonie Siciliens, die nur vom Meer auszu erreichende Stadt Motye f schon in derältesten Zeit mit Korallenfang und Tliun-fischfang beschäftigt und Stapelplatz fürsicilianisclie Wolle und Felle, Wein, Salzund Korn. Webereien, Färbereien (Pur-pur mittels der Purpurschnecke), Werk-stätten für die Verarbeitung der Koral-len, des Alabasters und der Muschelnfanden Nahrung durch den regen Verkehrmit dem Orient.

Der Name Motye bedeutet wahrschein-lich Spinnerei; aufgefundene Münzen undeine phönikisehe Inscnrit't bezeugen den.phünikischen Ursprung der Stadt; auch ihrVox*koinmen in der Herakles-Sage deutet aufihr Alter.

Tliukyd. (VI, 2) sagt: Es wohnten diePhöniker auch dort und hatten in ganz Sici-lieu umher die Promontorien am Meer be-setzt und die dabei liegenden Inselchenwegen des Handels mit den Sikulern (zuEmporien). — Alle drei Aegatischen Inselnsowie die Ameisen- und die Taubeninseln,die Landzunge der Sichelstadt Drepana unddas südl. Kosyros (Pantellaria) waren uraltephünikisclie Faktoreien und Stationen, wieja dieses kaufmännische Volk seit den älte-sten Zeiten die für den Handel günstig ge-legenen Stätten überall aufzuspüren wusste.Zudem lag die Spitze des Westgestades derInsel Afrika am nächsten, wo die ProdukteSiciliens wieder reichen Absatz fanden. Nachder Gründung des nahen Karthago wurdedie feste Handelsstadt Motye zur kartha-gischen Besitzung und bildete sainmt Panor-mos (Palermo) und tiolus die Stütze gegendie vordringenden Griechen. Zwischen Mo-tye und Panormus lagen die befreundeten,aus Silcanern und Kleinasiaten gemischtenElymer mit ihren Vesten Egesta, Eryx. undDrepana, so dass hier ein den Griechen feind-liches Festungsfiinfeck lag, dessen Mittel-punkt die Seefeste Motye bildete. Der llafenwar gegen das offene Meer durch die west-liche Inselgruppe und das südliche Kap Lily-baion geschützt; das Becken vermochte diegrössten Schiffsmengen aufzunehmen, unddie niedrigen Ufer dienten einerseits fürSchiffshäuser, Arsenale, Werften und Vor-rathsliäuser, anderseits boten sie überallgünstige Landung. Die Einfahrt von S. wareng, konnte also leicht gesperrt werden,und die Untiefen und Klippen mehrten denSchutz. Ein schmaler Fussweg verbandMotye mit Sicilien. Es war bevölkert, reich,blühend (l)iodor XIV, 48); die Menge undSchönheit der Häuser, die äusserst künst-liche Anlage der Stadt zeugte vom Wohl-stand der Einwohner. Aber die reiche Stadtfand schon 397 v. Clir. ihren Untergangdurch Dionys von Syrakus. Er zog mit derganzen Heeresmacht (80,000 Fussgängern,bOOO Leitern, 200 Kriegsschiffen, 500 Last-schiffen mit den Maschinen und Geräth-scliaften) gegen diesen Stützpunkt der Kar-thager. Schon hatte Dionys das ganze denKarthagern unterworfene Gebiet verheert,und die Feinde in ihre Städte getrieben;dann errichtete er einen Damm und brachtedas Sturmzeug den Maueni näher. Abervon Karthago liefen 100 Schiffe zur Unter-stützung Motye’s aus und zertrümmerten un-vermuthet die vor Anker liegenden Wachtschiffe des Dionys; dieser liess die ans Landgezogenen Fahrzeuge über die Landzungean das Meer ausserhalb des Hafens hinüber-schaffen und die Karthager durch die zahl-reichen Bogenschützen und Schleuderer an-greifen , zudem verbreiteten die neuen