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0. Selinnnt,
Eingangsthür doch wegen ihrer hohen Stel-lung vollkommen sichtbar blieb. Dom Miss-verhältnis zwischen Länge und Breite desTempels suchte man auch dadurch zu be-gegnen, dass die Zici*rhenriiume der Säulenan der Vorder- und Rückseite grösser sindals an den Langseiten; an den Langseitenhaben die /Säulen unten eine geringere Dickezur Ausgleichung der Unregelmässigkeitdes Verhältnisses von 17 : (5; die Lcksäulensind deshalb stärker als die anderen Front-säulen. Nur an diesem Tempel kommt einesolche eigentkümliclie Anshülfe vor. DieFahnde hat die Besonderheit, dass die Pro-portionen und die Formen der »Schäfte undder Kapitale aus einer Epoche sind, wo diesioilisch- griechische Baukunst schon aufeiner bedeutenden Höhe stand, wahrend inden Proportionen des Gebälks, das hier nochsehr schwer aufruhte, an den Verhältnissendes altern Stils festgehalten wurde. DieSäulen der Langseiten haben 1,77t m. Durch-messer (statt 1,944), differiren also um Vn;da aber alle Kapitale dieselbe Höhe und das-selbe Profil haben, so wechseln die Propor-tionen der Säulen. An den Langseiten ist derZwischensäulenvaum der Ecke 2,110 m. breit(1,19 Durchmesser), der folgende 2 ,iig m.;die übrigen 2,075 m. (1,17 Durchmesser).Die »Säulen hatten nur 10 Kannelüren, eineMinderzahl, welche die Wirkung von Kraftund Einfachheit vermehrt; die Säulen ander Ostfront, vor dem Pronaos und auf derSüdseite sind monolith, die übrigen bestehenaus geringerem Kalktuff aus den Cave dclfondo di Barone, 1 St. nürdl. vouSelinunt;die Trommelsäulen sammt dem'zugehörigenGebälk sind aus einem feinem Kalktuft" vonanderer Farbe gearbeitet, welcher eine ge-naue Ausarbeitung der Profile zuliess. DieVerjüngung der Säule ist eine sehr starke,bis zu 1 k der unteren Durchmesser (bei denattischen Monumenten etwas mehr als i k).— Die Kapitale waren sehr kühn undvorsx»ringend, der Hals hat drei Einschnitte,das eingeschnittene »Schäftende biegt sichoben ein wenig aus, die vier Ringe sindklein, sehuppenartig und sitzen weit oben,der Ecliinus liat einen ziemlich steilen obernWulst, ist aber noch niedrig, der Abacushat eine kräftige Dicke. — Das Gebälkmisst fast die Hälfte der »Säulenhölic, ist alsonoch sehr schwer; es besteht aus gewaltigenBlöcken. Der Arcliitrav, aus zwei Paar übereinander liegenden Balken gebildet (untenzu 1,259 m., oben zu 0,r»ui m. Höhe), deutetnoch auf die Nachahmung der Holzbalken;er hat eine seltsame Bekrönung, ein Rund-glied zwischen zwei glatten Fascien. — DerFries ist niedriger als der Arcliitrav. DieMetopen sind von auffallender Kleinheit,die Triglyphcn sind sehr breit für ihre Höhe,ihre Kanäle enden tlieils in einfach spitzen,tlieils in ausgeschweiften Bogen (so an denim Museum zu Palermo befindlichen nord-östlichen Ecktrig'lyplien), die Stege sindbald glatt, bald von geschwungenem Profilund mit erhabenen Rändern umsäumt. DieBreite der Triglyphen an den Langseiten
Unter-Italien. II.
(Tempel I)). SM
wechselt zwischen l,or>, 0,95, 0,90, 0,88 m.,während sie an den Schmalseiten l,io,1,<>5 m. messen. — Die Metopen der bei-den Schmalseiten waren reliefirt (Angellund Harris entdeckten 182Ü drei Marmorre-liefs derselben: Herkules und die Kerkopen,Perseus und die Medusa, und ein Vierge-spann, noch in sehr primitiven, alterthüm-lichen Formen, jetzt im Museum zu Palermo,S. 2zl); die Metopen der Flügel trugenkeine Reliefs; jene l,io m. Bx’eite, diesewechseln zwischen 1,18 m. zu 1,04 in.; indieser fortschreitenden Verkleinerung derTriglyphen und der Metopen ist sorgfältigRücksicht genommen auf einen für das Augeunmerklichen Ucbcrgang von den schwerenVerhältnissen der Hauptfa^ade zu den leich-teren der Langseiten. Die Mutulen sindsehr stark und von ungleicher Breite, nurhalb so gross über den Metopen als überden Triglyphen, jene mit sechs, diese mitdrei Tropfenreihen. — Der ganze Bau warmit farbigem Stuck bekleidet; die Lagensind ohne Mörtel gefugt und die Fugennicht wahrnehmbar. Zwischen TempelO und D fand man eine Inschrift auf einemTuffblock in Buchstaben des ö. Jahrh. v. (dir.mit dem Namen des Apollon Vaian (der Hei-land, der durch Paeangesänge versöhntward) und der Athene. Der »Stein gehörtezur Bekrönung eines grossem dorischen Al-tars. Apollon war auch der Ilauptgott dernisäischen Mutterstadt Megara. (Die Ab-
weichungen der Masse s. oben.)
Masse in Metern:
Unterer Durchmesser der »Säulen . . 1,944Oberer - - - . . 1,502
Höhe der Säulen.S,tD3
Breite des mittlern Zwischensäulen-raums . 2,G0ü
der zwei Zwischensäulenräume
r. und 1. davon .... 2,5*20
- Zwischensäulenräume der
Ecken.2,310
Höhe des Gebälks.4,258
- Architravs.l,7öo #
- Krieses.1,480
der Corniclie.1,009
- vier Ecken.2,032
Bei den neuen Ausgrabungen wurdeeine vierte Metope hervorgezogen und nach-gewiesen, dass die Area vor den östlichenStufen mit Tulfplatten belegt war. Auf derNordseite fand man mehrere mit Tuffplattenbedeckte Gräber; in denselben ein »Sarko-phag, Vase mit Bronzemünze aus Motye,bronzene Angelhaken u. a.
24 m. nordwärts von C Hegen dieRuinen vom
Tempel 1 ), ungefähr von gleichemAlter wie Tempel C, ein ebenfalls vor-klassische,s dorisches Bauwerk, nahe der(»ründungszeit 028 v. dir. Vorhandensind nur 17 Säulen, 3 von der Haupt-faijade, d von der Rückseite, 4 von der12