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418 10. (jirgentl (Vulkantempel - Porta aurea).
glyphen und Metopcn zwar je als ein Stückbehandelt, aber in eine obere und untereHälfte gethei.it; die Breite der Triglyphen2, 0, 8, der Metopen 2, 11, 9 1*.; unter derHängeplatte laufen schöne Ornamente, Per-lenschnur, Eierstab, Mutuleutafel, letzterespringt 2,13 P. vor; über ihr ziehen ein rothesKleinchen und ein verhältnismässig schö-nes Kymation hin; die Kinnleistc ladet 0,10, 4P. aus und ist 0, 11, 3 P. hoch. Manfand noch einige Löwenköpfe und Terra-cotta-Firstziegel. — Oie Cella war liypä-tliral; am Tempelboden sieht man noch dieSpuren des Mosaikbodens. — Oer Tempel ge-hört dev schönsten Blütezeit der griechischenKunst an, wurde aber von der obern Hälfteder Friesstücke an zur Römerzeit restaurirt.
An der Südostecke des Dioskuren-tempels sieht man grosse antikeSuhstrulo-tionen; dstl. davon einen vierecJöigen Bau,11 m. lang, (i m. breit; siidl. vom Tem-pel die sogen. Stoa (Polyhius: »die Stadtist auch sonst herrlich geschmückt mitTempeln und Stoen«), 154P.Iang, 105P.breit, mit in den Fels eingesehnittenemUmfang. — Geht man einige Schrittenordostwärts vom Tempel (der gegen-überliegenden Stadt Girgenti parallel)durch die Wiese zum llöhenrand hin, sosieht mau in eine wie von Festungs-wänden begrenzte Felsen sch lucht hinab,deren rothe Abstürze mit Opuntien be-wachsen sind, wahrend ein reicher Tep-pich von Orangen, Limonen, Oliven,Karuben die Tiefe deckt. In diesem ma-lerischen Felsenkessel dehnte sieh einstdie berühmte grosse PiscillA (Fisch-teich') aus.
F'iodor (11, 25) erzählt: »Es war einkünstlicher Teich ausserhalb der Stadt, vonsieben Stadien im Umfang und 20 EllenTiefe. Man hegte hier eine Menge Fischealler Sorten für die öffentlichen Gastmahle.Zugleich hielten sich auch Schwane und an-dere Vögel in grosser Menge darin auf, sodass der Teich einen reizenden Anblick bot«.
Die Oeffmmgen in den Felswändensind die Ueherreste von Kloaken, densogen. Kanälen des Phäax, welche vonden in der Schlacht hei Ilimera gefan-genen Karthagern unter der Leitung desPlüiax ausgehöhlt wurden. I)iodor(l.l,25 1sagt von denselben: »Diese Kloaken warenvon solcher Ausdehnung, dass, obsclumsie verachtet sein mögen, wegen der ge-meinen Zwecke, denen sie dienten, siedoch des Anschauens wohl werth sind«.
Jenseit der Mitte der gegenüberliegendenFelswand sieht man (hart an der Kiscn-balin) zwei gebrochene dorische Säulen,die sich aus denVignen und Olivenhainenerheben. Sic gehören zum sogen.
Vulkantempel, einem römischenISau.
Die eine Säule erhebt sich an der Nord-ostecke auf einem vierroihigen Stylobat undnoch mit einem Theil der anstossendenWand; die andere an der Süd westeckesteht auf fünf Stufen; sie stehen auf vier-eckigen Plintlien, haben 20 sehr tiefe Hohl-kehlen und nach römischer Art kleineStege; vom Gebälk erhielt sich ein Stückvom Arcliitrav und vom Gesims. Nördl.von diesen Säulen liegen zwei kegelförmigeHügel mit einer Torfebene dazwischen,»La meta« genannt, eine Benennung (»dasZiel«), ‘welche die Tradition, hier habe dasHippodrom oder das Amphitheater gelegen,zu bestätigen scheint. — Westl. den Säulengegenüber ist unter dem Hügel jenseit desDragofiusscs ein Orangenhain, in dessenschattige Wassergrottc man die von Solinus(5, 22) und Plinius (35, 179) besprochene»Konto oleosa« verlegte.
Kehrt man vom Dio.skurentempel zumZeustempel zurück und von liier zurLandstrasse, so führt diese nach wenigenSchritten zu einem Durchschnitt zwischen(I. oben) dein Ileraklestempel und (r.oben) dem Häuschen mit den Anticliitädi Sieilia. Dieser Einschnitt, den die Land-strasse hier durchzieht (und welchem derIleraklestempel dasPosticum zuwendet),ist die Stelle der antiken Porta aurea,des Seethors, von Livius (2G, 40) »zumMeer« führend genannt, und des eigent-lichen Zuganges zum alten Akragras.
»Herrlich muss der Anblick von Akragasgewesen sein, wenn man, vom nahen Meerzur Porta aurea aufsteigend, bei derselbenauf einmal die .Stadt in der sanften Ver-tiefung sich weit ausbreiten und amphi-thoatralisch bis auf die gegeniiberstehendenHügel des Kastells und des Minervatempelserheben sah. Diese Lage, die fruchtbareUmgebung und das nahe Meer mussten zumWohlleben auffordern.«
Zwischen der Porta aurea und S.Nicola lag wohl (westl. im Valle Sala)der Marl:,t (Agora) der Griechenstadt, dahier die Wege vom Meer und vom Landher in einer Niederung Zusammentreffen;liier münden auch viele der Wasserlei-tungen, welche die Stadt durchzogen. —Jenseit des Strasseneinschnitts kommt