Band 
Erster Theil.
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macht hätte. Scherz und Spott ist bei ihnen eine ArtBürgerkrieg, welche sie gewöhnlich vor ernsthaftem Krie-gen bewahrt.

Die Frau Konrad Zellwegers von Gais hatte andernnach das Gerücht wiederholt, der 83. Artikel werde, wasman auch dagegen sage, aufrecht erhalten werden, undwurde deshalb vor die Strafkommifsion zu Gais citirt.Sie bat ihren Mann, sich für sie zu stellen, und dieserwilligte ein. Aber ein Mitglied der Commission sagteihm: „Man hat nicht dich, sondern deine Frau vorge-laden." Zellweger antwortete: „Es geht mir wie demThurgauer, der sich mit seinem Weib nach St. Gallen begab. Diese war mit einer schweren Bürde beladen;unterwegs bat sie ihren Mann, er möchte sie ihr ab-nehmen, worauf er antwortete: „Behalte sie nur, wirsind ja Ein Fleisch und Ein Blut, was macht es, obdu die Last tragest oder ich?" Sie ließ sichs gefallen.Zn der Stadt angekommen, gieng der Mann in einekleine Schenke, um sich mit ein wenig Most zu erfrischen.Als die beiden Eheleute wieder nach Hause kehrten, er-zählte die Frau, sie sei ins Wirthshaus gegangen, wosie eine gute Mahlzeit gehabt und vortrefflichen Weingetrunken habe. „Wie", sagte der Mann, „du hast mirnichts davon gesagt! ich hätte dir Gesellschaft geleistet".„Lieber Mann", erwiederte sie, „wir sind ja Ein Fleischund Ein Blut, was macht es, ob ich die Mahlzeit undden Wein genossen habe oder du"? „Gerade so ist es jetzt",fuhr Zellweger fort, „meine Frau und ich sind Eins;was wünschen Sie meine Herren?"'^)

Noch lange dauerten die feindseligen Erinnerungenfort. Wenn Personen von beiden Parteien einander

115) Erzählung was in der gemeind Gaiß, u. s. w. S. 12 Z, 124.