Band 
Erster Theil.
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Leidenschaften einem ruhigen und standhaften Manne,einem Freunde der Eintracht begegnet. Als ein solcherzeigte sich Aakob Gruber, den vielleicht im Anfange sei-ner Laufbahn als Landammann der Lärm einer stürmi-schen Landsgemeinde in Verwirrung brachte. Aber nochheute erzählen alte Leute, deren Eltern seine Zeitge-nossen waren, mit welcher Unparteilichkeit er die gegen-seitigen Klagen beider Parteien beilegte; wollten unver-söhnliche Gemüther seinen Ermahnungen kein Gehör schen-ken, so schrieb er ihre Beschwerden auf ein Papier,stopfte sich vor einer den ganzen Tag auf seinem Tischestehenden brennenden Kerze eine Pfeife, und unversehensstammte das beschriebene Blatt in der Hand des Landam-manns, der sich ganz kaltblütig seinen Taback damit anzün-dete. Betroffenheit und Scham ergriff jedesmal denhartsinnigen Kläger, und die wohlthätige Folge davon war,daß er gieng und schwiegt).

Ein Zeichen der Versöhnung und der Beruhigungder Gemüther zeigte sich in der Gemeinde Eais bei An-laß einer obrigkeitlichen Verordnung, welche Waffenübun-gen am Sonntage befahl. Der Pfarrer, welcher indenselben eine Störung der Andacht und eine Quellevon mancherlei Unordnungen sah, suchte sie zu verhütenund rieth daher, sie in die Zeit der Blaiche'^) zu verlegen.Die versammelte Gemeinde sollte mehren. „Der HerrDekan Z **, rief ein Bauer, ist ein frommer Herrund läßt doch auch mustern." — „Es ist wahr, riefet«anderer, aber er ist nicht unsre Bibel." Ein dritterschlug vor, das Sonntagmustern bis acht Tage nachdem

127) Todter, Regenten und Landesgeschichte, S. 51 u, 52.

128) Ist für Leinwandweber der Stillstand, oder das was im Fran-zösischen heißt I» Saison worls.