Band 
Erster Theil.
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jüngsten Tage abzuwehren. Dieser Vorschlag ward bei-nahe einhellig angenommen'^).

Selbst der kriegerische Pfarrer von Bühler wandtesich zum Frieden, als die Leidenschaften im Lande schwie-gen und die Stimme des Gewissens wieder gehört werdenkonnte, als er Zeuge verzweifelter Handlungen, die trau-rigen Folgen der politischen Wirren, geworden war, undeinem Manne, der sich erhenkt hatte, das Leben rettete.Er bat seine Gemeinde öffentlich um Verzeihung für dasAergerniß, das er ihr gegeben, und vergoß bittere Thrä-nen, indem er über den Text predigte: „Vater, vergiebihnen; denn sie wissen nicht, was sie thun""").

An den Ufern des klarsten Sees, von einem Kranzegrünender Hügel eingeschlossen, war Zug mit seinenzweitausend Einwohnern während derselben Zeit, aberviel länger, der Schauplatz zweier erhitzter Parteien,deren Erbitterung sich auch der Landschaft bemächtigte.Zn diesem damals kleinsten Kantone, der auf einemFlächenraum von zehn Quadratstunden weniger denn zwölf-tausend Einwohner nährte, waren die Spaltungen her-kömmlich. 2n vier selbstständige und vereinigte Gemein-wesen getheilt, welche nicht an der allgemeinen Versamm-lung, sondern abgesondert die öffentlichen Angelegenheitenberiethen, bildete der kleine Staat Zug eine Art Fö-deration, in welcher aber ein Prinzip der Ungleichheit,nämlich das Uebergewicht der Stadt, das Mißbehagenunterhielt. Die Stimmen der drei Landgemeinden hattennur den Werth von zwei Dritteln, während Zug fürden übrigen Drittheil gerechnet ward, — eine verderblicheUnterscheidung zwischen dem Städter und dem Landmanne,

129) Leben Heinrich Stähelins, S. 82—gl.

ISO) R«f»rm»tionsgesch. 25. März / 5. April, 1735.