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Erschrocken über die Gerüchte, welche sich in mehre-ren Kantonen verbreiteten und auf das Volk Eindruckmachen konnten, gaben Schicker und Schumacher in die-sem nämlichen Zahre 1729, unter dem Titel Species kactioder „rhapsodische Sätze" "^), eine Rechtfertigung der Be-hörden — eine mit dem Urtel begleitete Anklageakte gegenFidel Zurlauben — heraus. Die Beweisführung der Ver-fasser zeigt, wie in den Demokratien die durch seine Füh-rer angerufene Volkssouveränität oft nur ein Hebel inden Händen ihres Ehrgeizes ist.
Auf der Landsgemeinde des folgenden Zahres (amersten Sonntage im Mai 1730) sollte Schicker — daswar außer allem Zweifel — in der ersten Würde be-stätigt werden. Aber ein schlichter Metzger, LaurenzSuter, machte Gebrauch von dem Rechte eines jedenBürgers und schlug einen andern Bewerber vor. Nungeräth die Partei der Harten in Wuth; mit Händenund Füßen wird darauf losgeschlagen; die Säbel glänzen;viele fallen halb todt zu Boden. Der Pfarrer erscheint;er trägt das Hochwürdige und begiebt sich zur Kirche;wenige von den Linden folgen ihm. Die Harten, Mei-ster des Schlachtfeldes, wählen Schicker wieder und ziehentriumphirend mit ihm ab. Seine Rache vollendet seinenSieg. Suter ist nicht reich und kann seinen Fehlernicht durch eine große Buße loskaufen. „Wer nichts hat,zahlt mit seiner Haut", sagen die Harten. Folter undSchande strafen die Selbstständigkeit seines Charakters.Diese Gewaltherrschaft dauert bis zum Abflusse derAmtszeit.
Schumacher, die Seele dieses Treibens, hatte bis-
153) Eine Druckschrift 4. Da diese durch HenkerShand verbranntworden ist, als sich die Lage der Dinge verändert hatte, so istsie äußerst selten.