Band 
Erster Theil.
Seite
266
JPEG-Download
 

266

Botschafter der Treulosigkeit an, reizte das Volk auf,einen Schritt beim Könige zu beschließen, um sich überseinen Minister zu beklagen, und das Bündniß zu brechen,wenn der Kanton nicht Genugthuung erhalte. Die Ge-meinden beschlossen einstimmig, daß der Kanton in Zu-kunft weder eine Pension annehmen, noch verlangensollteAlles gieng schnell einem Bruche mit Frank-reich entgegen. Zn nächtlichen Zusammenkünften mitihren Freunden bereiteten Schumacher, Schicker und derHauptagent von diesem, der Schneider Tossenbach, mitdem langen Gesichte, der Adlernase und den rothen Haaren,die Beschlüsse vor; vom Volke, dem sie schmeichelten,oder vom Rathe, den sie terrorisirten, wurden sie bestä-tigt. Die beiden Alt-Ammänner Clemens Damian Weberund Christoph An der Matt setzten sie mehrere Male insGefängniß. Die neuliche Abschaffung des burgundischenSalzes, an der sie sehr unschuldig waren, war der Haupt-beweggrund dieser Maßregel'^); aber man rechnete ihnenüberdies zum Verbrechen an, mit Beat Zakob Zurlau-ben das, damals gebilligte, jetzt verhaßte, Bündniß von1715 unterzeichnet zu haben. Nach fünfzehn Zähren sahman in diesem Bündnisse, was man bisher nie darin ge-sehen hatte: die Freiheit geschmälert, der Neuvermähltegezwungen, seine junge Frau zu verlassen, das Kind imMutterleibe verkauft, die Ehre der Eidgenossenschaft in Ge-fahr, der französische Botschafter Diktator der Schweiz

156) Die Zuger Unruhen.

157) Clemens Damian Weber u. Christ. An der Matt an Luzern,5. Juni 1731 (Archiv von Luzern ).

158) Zug an Luzern , 17. Aug. u. 30. September 1731; Alle Kathol.Orte an Zug, 17. September 1731 (Luzerner Archiv!. Sieheauch eine Schrift, welche die Regierung vonZug im April 1731,unter dem Titel „Schuhschrift", 22 S. 4., drucken ließ.