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Gunst in Hinsicht auf die Zahl ihrer Compagnien, kamder wirkliche Bestand nicht immer dem Namensbestandder Listen, noch der Zahl der aufbehaltenen Uniformengleich. Bei Musterungen bedeckte man gemiethete Land-streicher mit dem Militärkleide und einem schweizerischenNamen: der überschüssige Sold ward in Begünstigungenverwandelt, an denen jedoch der Preis des Stillschwei-gens voraus abgezogen wurde. Der Reiz des fremdenKriegsdienstes für das jugendliche Alter riß indeß nurzu viele Söhne aus den Armen ihrer Eltern. Allzuoftführte sie Heiniweh und Desertion, Laster und Krank-heit in den Schooß ihrer entehrten und in Kummerschmachtenden Familien zurück. Männer von Herz rügtenin den Räthen den Zammer der Vater6°). Zm franzö-sischen Dienste zeichnete sich besonders das bernische Re-giment durch seine Sittenlosigkeit aus. Die Zünglingebildeten sich zu demselben unter der Anleitung ihrer Dienst-vorfahren. Alte wohlhabende Offiziere brachten ihr Lebenin der Tabakschenke zu; nur wenige besuchten die gute Ge-sellschaft. Zhre Moral bestand aus den Grundsätzen überden Dienst, aus dem Ehrenpunkte, den Manieren undder Sparsamkeit. Heimgekehrt, heiratheten die altenOffiziere alte reiche Jungfrauen und erhielten, bisweilendurch das Ansehen ihrer Familie, eine Compagnie inihrem Kanton Ein Zug unter mehrern mag bewei-
60) Von Tillier, 143.
61) Wir entheben diese Einzelheiten einem sehr seltenen Werke überdie Sitten der bernischen Patrizier im achtzehnten Jahrhundert:Lebensbeschreibung Johannes Justingers, eines Bernischen ksIrioH.Ein kleiner Oktavband von 140 Seiten, theils deutsch, theils fran-zösisch; Berlin (Bern ) 1785. Wir verdanken die vertraute Mit-theilung desselben einer Magistratsperson von einer patrizischenFamilie. Die angeführten Thatsachen betreffend, siehe die S.45, 23, 42 u. 43.