tannischev Geschäftsträger am französischen Hofe^), ver-wandte sich bei dem Cardinal Fleury und zog diesen Mi-nister, der sich in einen eben nicht ehrenvollen Handel
SO) Lukas Schaub , geboren den 1. Mai 1690, war der Sohn einesNotars zu Basel und Enkel eines Schulmeisters. Er begannseine diplomatische Laufbahn als Sekretär des Gesandten Sta-nian, sodann des englischen Botschafters zu Wien , Lord Cobham,und wurde hierauf selber Geschäftsträger an diesem Hofe. 1720ward er von König Georg I. zum Ritter geschlagen. In derFolge wurde er als Bevollmächtigter des englischen Hofes mitden wichtigsten Aufträgen nach Spanien, Frankreich und Polen geschickt und erwarb sich durch seine Thätigkeit, durch seinenScharfsinn und durch seine anmuthsvolle Beredsamkeit die größteAchtung. Auch bei dem Mediationsgeschäfte zu Genf 1738 lei-stete er die wichtigsten Dienste, weswegen ihm der dasige Ma-gistrat durch einen Ausschuß für seine Bemühungen danken ließund ihn mit einem Gemälde von großem Werthe beschenkte. Beider 1739 angetragenen Bundeserneuerung mit Frankreich übergaber dem Cardinal von Fleury ein von diesem Minister sehr ap-probirtes Memorial über die Art und Weise mit den Eidgenos-sen Unterhandlungen zu pflegen (oben S. 390). Die wenigenmüßigen Stunden, die ihm die Geschäfte erlaubten, verwandteer auf die Dichtkunst, wovon noch ein zu Wien verfertigtes Ge-dicht, „An die Einsamkeit", eine Probe ist. Er starb zu London den 20. Februar 1758. Holzhalb, Supplem. zu Leu's Lericon, V,336. — Der Abbe Huber (Schreiben vom 23. Januar 1734)stellt Schaub dar als „einen gewandten und zum Unterhandelngeeigneten Mann". Mariane (Memoire 9. Februar 1737) nenntihn „das Orakel der Großen und Schultheißen zu Bern ." —Schaub, lesen wir in den Instruolions äs Lourleills, „ist einseiner Religion sehr zugethaner Basier, außerordentlich Wohl bekanntmit den allgemeinen Angelegenheiten, an denen er vielen Antheil ge-habt hat, als der verstorbene Lord Stanhope ihn an mehrernHöfen zum Dienste Englands, dessen Pensionär er geblieben ist,gebrauchte. . . ." Er hat ausgezeichnete Talente. Der Bot-schafter wird nie dürfen den Grad von Vertrauen vermuthen las-sen, das man Schaub gewährt; die Katholische» würdenäußerst eifersüchtig darüber. — Endlich schreibt ds Cour-teille selbst von ihm (an den Min., 22. März 1749): „Es ist