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und Germ an 2) erhielten Aemter und Ehrenstellen. Dieprotestantische Partei war unzufrieden, weitste katholisch,die Partei der alten Obrigkeit, weil sie Volksfiihrerwaren. Für die Ruhe des Landes war also wenig ge-wonnen und die beständigen Aufregungen, von denen das-selbe zerarbeitet war, rechtfertigten nur zu sehr denSchmerz, womit der Abt in seinem Tagebuche aus-ruft'"): „Mit den unglücklichen Toggenburgern ist inRuhe zu leben keine Möglichkeit!" Zwei Herrschsüchtigewaren fast befriedigt; aber noch weit mehr Mißver-gnügte blieben übrig, vor allem Rüdlinger, ein Prote-stant, dabei ein störrischer Charakter und unruhiger Kopf.Durch giftige Reden und allerhand Besorgnisse wiegelte erdas Volk auf. Von jeher eifersüchtig auf Keller, haßteer ihn noch viel mehr, seit dieser Hofammann, nunmehrseine Obrigkeit, ihn wegen aufrührerischen Reden in Un-tersuchung genommen hatte. Nach zwei Zähren Weige-rung, als der Abt sah, daß, so lange Rüdlinger kein Amthätte, im Lande keine Ruhe sein würde, verlieh er ihm1726 die Stelle, welche sein Gegner, der zu andern Ver-richtungen abgerufen worden war, verwaltet hatte. Aberdie Eifersucht dieser beiden Männer fuhr nicht minderfort, die Mißstimmung zu unterhalten.
Geldangelegenheiten und Interessen einzelner Gemein-den oder Gegenden nährten das Mißbehagen in diesemganz in kleine, mehr oder minder selbstständige Be-zirke zerstückelten Lande: es war eine, während dervierzigtägigen Bewaffnung, aufgenommene Summe von70,000 fl., welche die alte Landschaft, die bisher
9) Franz Rudolf, Sohn Josephs, des Präsidenten des Land-rathes.
1 «) 1721 .