Band 
Erster Theil.
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vornehmes Wesen beschleunigte noch ihren Fall. Ein dritter„Wühler", der katholische Landrath Fridolin Erb, dersich durch ihren Untergang zu erheben trachtete, waffnetedie Verleumdung gegen sie. Es ward ausgestreut: „dieObrigkeit wolle die Toggenburger zu Leibeigenen machen,jedem Vater, der drei Söhne habe, werde einer mit Ge-walt weggenommen und nach Ungarn hinabgeschickt wer-den ; die Beamten, welche Landrathe wären, hätten dazuhelfen, und dem Fürsten daS Mannschaftsrecht einhändigenwollen. Wenn Friedli Erb nicht gewesen wäre, würdenalle Toggenburger zu Leibeigenen gemacht worden sein."

Durch diese Gerüchte wurden die Reformirten in diegrößte Wuth gebracht; sie liefen aus mehrern Gemein-den, sechshundert Mann stark, den 28. April 1734, nachLichtensteig , zerstreuten den katholischen Landrath, zwan-gen ihn, mit den Reformirten sich zu versammeln, undforderten, daß eine Landsgemeinde zusammenberufen,daß Keller und Rüdlinger nicht mehr als Landsleuteangesehen und daß ihre Güter eingezogen werden soll-ten.^) Der Landrath schickte Abgeordnete nach Zürich ,um darüber die Meinung der Vororte zu vernehmen. VonStandeswegen wurde in Bern und Zürich das Vorge-fallene getadelt, während einflußreiche Bürger der Direk-torialstadt und selbst protestantische Rathsglieder, welchendie besondere Uebereinkunft der Katholiken mit dem Fürsten mißfiel, tapfer zuzufahren ermunterten. Die Folge davonwar, daß die Aufwiegler nach der Zurückkunft der Abge-ordneten den Landrath durch neue Zusammenrottungenmit vielen Drohungen wieder bestürmen und die Zusam-menberufung einer Landsgemeinde fordern ließen. Bei fünf-

22) Protok. des geh. Raths, 1734.

23) V. Arr, 536, Meyer, 308.