464
der Beilegung keine Rücksicht für das Land zeigen! Ob-gleich es kein contrahirender Theil ist, so ist sein Interessenichts desto weniger eben so groß, als das der Abtei. Ohneeine freie Annahme von beiden Seiten giebt es keinen dauer-haften Frieden. Kräftige, aber freundschaftliche Vorstel-lungen, den Ausschüssen des Volkes ins Gesicht und mitFreimüthigkeit gemacht, werden die Vorurtheile und dasMißtrauen zerstreuen und dem Frieden die Einsicht zurStütze geben. So ist das menschliche Herz! Auf dieseWeise wird man die Quelle der Unruhen verstopfen, wel-chen vorzubeugen so sehr im Interesse des ans Toggenburggrenzenden Zürich liegen muß." Bern , erweicht, willigteein, die Abgeordneten des Volkes in einer Vorkonferenzzu vernehmen. Die Hauptconferenz begann zu Badenden 6. Dezember. Zwei Monate lang wurde mit Reden,Entwürfen, Gegenentwürfen, Abänderungen, Zugeständ-nissen und Schwierigkeiten hin und her gemarktet; und daman am Abschließen war, hob Zürich die Unterhandlungendamit auf, daß es das Abgehandelte jeder einzelnen Ge-meinde unterwarf. Die Abgeordneten des Fürsten for-derten nachdrücklich den Rechtsstand zurück und erhieltenihn;^) das hieß ihnen ein Wort gewähren, nicht aberdem Lande den Frieden geben. 3m Frühlinge (1752)verwarfen die Gemeinden den zu Baden gemachten Ver-gleichsentwurf. St. Gallen berief sich auf Schiedsrichter;aber der Toggenburgische Landrath, von Wühlern aufge-reizt, lehnte es ab. Bern rief im Geheimen für St.Gallen , aber ohne sein Wissen, die Vermittelung Frank-