466
gleich ausgestreut. Sein Name Moäus vivenäi," sagtensie, „heiße auf deutsch Leibeigenschaft; von nun an wür-den die Söhne dem alten Vater, der trostlosen Wittwedurch gewaltsame Werbungen weggenommen werden, demLandesherrn müßten von jedem neu zu erbauenden Hausevierzig Gulden, von jedem neu gepflanzten Baum dreißigKreuzer, von jedem verkauften Pfunde Butter ein Kreuzerentrichtet werden. Die Protestanten würden wieder dieFeiertage halten und den englischen Gruß beten müssen,die Katholiken einer reformirten Obrigkeit unterworfenwerden."
Dieser hartnäckige Widerstand bewog Zürich , endlicheine entschiedene Sprache zu reden. Zu Uebereinstimmungmit Bern zeigte es den Landräthen beider Confessionendie Auswechslung der Ratifikationen des Vertrages an.^')Eine Schaar junger Wühler störte im März 1756 dieRathsversammlung, aber erschütterterte nicht ihre Stand-haftigkeit; ebenso wenig ward der Wille Zürichs durchdie Beschwerden einiger Gemeinden erschüttert.^) DerEntschlossenheit blieb der Sieg. Als die Lanbräthe beiderReligionstheile die Kantone am Ende entschieden sahen,nahmen sie den Vergleich von Baden an.^) Die Voll-
50) Die Widerlegung dieser Lügen von den Gesandten der drei rom-paciscirenden Stände 1759 im Druck ausgegeben.
51) Zürich an Berit, 14. Februar 1756.
52) Und nicht 1757; Zürich an Bern , 18. März 1756.
53) Zürich an Bern , 6. September 1756.
54) Indessen beschuldigte sie die französische Gesandtschaft noch lange,die Zwietracht unterhalten und immer angefacht zu haben, umihre Herrschaft auszudehnen. Ein langes Schreiben de Aermont'san den Minister, 31. Oktober 1758.
55) Der reformirte Landrath, den 10. März 1757; der katholischeLandrath, den folgenden 26. Mai; beide vereinigt, den 11. März1758. Togg. Bücher, 00. 177, 221, 2S3-2S8.