Band 
Erster Theil.
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schimpft; man zog ihm seinen rothen Mantel ab und wollteihm die Pistolen nehmen, er hatte aber keine bei sich;man nannte ihn „messischer Ketzer" und schlug sein Pferdmit umgekehrten Gewehren auf die Füße, so daß es hintenund vornen auswarf. Zm Hause des Untervogts fandder junge Mann eine sichere Gefangenschaft, bis er nacheinigen Stunden entlassen ward. Die Eifrigen von derPartei der Reform ließen ihrem gewöhnlichen Haß gegendie Klöster freien Lauf. Zn der ersten Hitze redeten siedavon, Einsiedeln in einen Aschenhaufen zu verwandeln.Sie übten Mißhandlungen an Fuhrleuten, welche mit drei-zehn Pferden zwei Wagen Wein ins Kloster Muri führten.Die Angreifer öffneten ein Faß und tranken, unter aller-hand Scheltworten gegen das Kloster, den Wein desselbenin ihren Hüten. Nachdem der Fanatismus einmalaufgereizt war, blieben selbst Fremde nicht von Beschim-pfungen verschont, wenn ihre Frömmigkeit katholische Ab-zeichen trug. So sahen sich zwei ehrwürdige Piaristen aus Deutschland auf Zürchergebiet angehalten und be-schimpft, weil sie nach Einsiedeln wallfahrteten.^)

Die tiefste Wunde erhielt die Regierung von Zug. Mehrnoch als die üble Behandlung geachteter, sowohl geistlicherals weltlicher Mitbürger und als die gegen den Kantongerichteten Schmach- uud Spottreden, empfand es dasBeleidigende, was ein so leicht entzündliches Mißtrauenfür die Freund-Nachbarlichkeit und das freund-eidgenös-sische Zutrauen enthalte. Sie drückte die Erwartung aus,Zürich werde ihr billige und hinreichende Genugthuunggeben, os) Nach zwei Monaten antwortete Zürich , daß

96) Depositionen.

97) Klag-Schreibcn der Fürstl. Fürstenbergischen Regierung zu Donau -Eschingen an Zürich , den 17. November 1756.

98) Zug an Zürich , 6. Oktober und 8. November.