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bräuche abzustellen; statt dessen machte man sie noch schreien-der. Die 1745 vorgenommenen Wahlen zur Ergänzungvon achtzig, im Laufe von einigen Zähren mit Tode abge-gangenen Standesgliedern offenbarten mehr denn jemals ihrStreben nach der Oligarchie. Nur sieben und siebenzig Ge-schlechter fanden sich durch die zweihundert neun und neunzigMitglieder des großen Raths vertreten, und in wie ungleichen'Verhältnissen! Da saßen nicht weniger als sechs Willading,sechs Morlot, sieben von Erlach, sieben Tillier, siebenThormann, sieben Tscharner, acht Sinner, neun Fischer,eilf May, dreizehn Zenner, vierzehn von Grafenried,sechszehn Steiger und sechszehn von Wattenwyl. Sosahen also vierzehn Familien hundert sieben und zwanzigder Zhrigen im großen Rathe thronen! Für eine solcheAusbeutung der obersten Gewalt war die Wahl des unterdem Namen des großen Hallers verewigten ProfessorsAlbert Haller ein schwacher Ersatz.
Man sollte meinen, es wäre mit dem Vorstehendender höchste Grad der Mißbrauche angegeben, und doch gabes noch einen schreiendem, der bisweilen geahndet, öfteraber geübt ward. Die Rathsherren, an den Sitzungs-tagen immer in voller Amtstracht, trugen einen eigen-thümlich geformten Hut von schwarzem Sammt; dieses
sich zwei Logen, eine sogenannte ältere und eine jüngere, befanden.Der Hang zu dieser geheimen Verbindung setzte alle Köpfe in Gäh-rung. Es ward von der Kanzel herab gewarnt, wie sehr mandurch Besuchuug der maurerischen Vereine das Mißfallen der Re-gierung auf sich ziehe. Um dieselbe Zeit setzte der Landtag imWallis fest, daß die Güter derjenigen Unterthanen und Bürgerwelche sich als Freimaurer aufnehmen ließen, eingezogen werdensollten, und bot dem Angeber eine Summe von 200 Thalern an.De Chaignon an den Minister, Sitten den 30. Dezember 174g.8uisss, IVo. 339. sitp. jn Paris .)
140) Von Tillier, V, 178.