Band 
Erster Theil.
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fühlte sie das italienische Blut in ihren Adern sich regen,und indem sie auf ihre zwei unmündigen Söhne hinwies,rief sie den Umstehenden zu: „So theuer mir diese Kindersind, würde ich sie doch lieber in dem Strome versinkensehen, wenn ich denken sollte, daß sie nicht das Blut ihresVaters rächen würden." Aber im Geiste des wahren Re-publikaners blieben die Söhne mit edler Liebe dem Vater-lande zugethan. Als Erzieher der Pagen des PrinzenErbstatthalters leistete der Eine nachher im Haag vielenseiner Mitbürger zahlreiche Dienste.^')

Andere Urtheile trafen die wieder in ihr Vaterlandzurückgekehrten Entwichenen.^) Die strengsten Strafenund selbst der Tod wurden gegen die Abwesenden ver-hängt.^") Sie wurden im Bildnis hingerichtet.^'') DerScharfrichter trug sie auf zwei Tafeln abgemalt auf dieRichtstätte, wo er die eine entzwei hieb, die andere ver-theilte.^)

Die Regierung zog die Güter der Hingerichteten nichtein, weil eben nicht viel einzuziehen war. Fueter undWerner hinterließen kaum so viel als nöthig war, umihre privilegirten Schulden, Hauszins, Fleischer, Dienstbotenzu bezahlen. HenziS Angelegenheiten waren in einer solchen

251) Meyer, a. a. O.

252) Ueber die Verurtheilung von Micheli dü Crest siehe Anhang p.

253) Den 20., den 5. u. 18. September. Bon Tillier, V, 210, 211;Helvetia, IV, 273.

254) Helvetia, IV, 275.

255) Lange nach dieser Scheinhinrichtung gelang es dem in einem Hausebei der Neudrucke, eine Stunde von Bern , versteckt gebliebenenGoldschmied Daniel Fueter, in eine Bäurin verkleidet, zu ent-wischen und nach Amerika zu kommen. Er gab zu, daß die Ver-schwörung nicht gut angelegt gewesen sei, und hielt sie von An-fang für verfehlt. Nach Mittheilungen eines Enkels von DanielFueter an den Verfasser.