Band 
Dritter Theil.
Seite
80
JPEG-Download
 

80

Zuletzt beschäftigte sich die Versammlung in Zofingen ,bei welcher nun auch Abgeordnete der fünf Orte undder Abtei St. Gallen Platz genommen hatten, mit denStrafen der Häupter des Aufstandes'?>). Ohne großeMühe wurden sie hier einig. Zene nämlichen Offiziere,gegen welche die Bauern noch den Tag zuvor unter denWaffen gestanden hatten, waren die Richter; Rachege-sühl gab ihnen das Urtheil ein. Nur Solothurn mußtedurch Drohungen gezwungen werden, seine Angeschuldigtenauszuliefern. Der erste derselben, Zeltner, wurde ausdie Folter gespannt und zum Tode verurtheilt. SiebenStimmen hatten sich für, sieben gegen ihn erklärt; Werd-müller, welcher den Vorsitz führte, warf das Gewichtder seinigen in die Schale des Zorns '^). Eine Frauflehte um das Leben ihres Sohnes und ihres Gatten.Da sie nicht für beide Gnade erlangen konnte, mußte siewählen. Nach einem langen Kampfe siegte die Liebe zum

„Es soll euch keinen Heller kosten", und sich verpflichtete, ihnen400,000 Kronen (eine Million) zu geben, zahlbar zur Hälfte inbaarem, zur Hälfte beim Frieden mit Spanien . Die Räthe,welche sich am eifrigsten zeigten, erhielten Pensionen; auch denBürgern ward ihr Theil. Siehe die Nathsbeschlüffe vom 8. und11. Juli 1653. — Fnßli, 35. — Nichts desto weniger wurden125,000 Frkn. von den Gemeinden erhoben. Die zur Bezahlungder Dorflehrer bestimmten Hnlfsgelder wenden gestrichen. „DieBauern haben ihre Schullehrer selbst zu bezahle», wenn siesolche haben wollen. " Mit Erkenntlichkeiten, die nicht vielkosteten, Stellen, Beinkleidern von bunten Farben, wurden dieGetreuen abgelehnt. Protokoll vom 15. Sept.

191) Protestation von I. I. von Staal gegen die Gewalt, welchesich der Kriegsrath anmaßt. — Haffner, II. 263. — Zofinger Chronik. — Wagenmann. — Die Berner heißen Solothurn„das faule Nest, mit den Bauern unter der Decke." Flugschrift.

192) Zeltner wurde auf der Wiese oberhalb des Hochgerichtes vonZofingen hingeopfert. Tillier.