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vermag die Kirche zu fassen. Prozessionen folgen sichTag und Nacht hindurch; an die öffentliche Buße schloßsich Privatbeichte. Die Missionaire finden in Luzern soViel zu thun, daß sie Solothurn und Freiburg nicht mehrbesuchen können. Sie kehren mit einer reichen demarmen Alpenvolke abgewonnenen Ernte nach Rom zurückund versprechen, berauscht von der Freude über ihre Er-folge, dem heiligen Vater die baldige Rückkehr der Prote-stanten in den Schooß seiner Kirche?°).
Wahrend solcher Auftritte des Fanatismus rüsteteman sich von beiden Seiten immer eifriger zum Kriege.Bern hatte zu diesem Zwecke unter Leitung Willadingsund des Seckelmeisters Steiger eine besondere Commissionniedergesetzt^). Es wollte Zürich in der TockenburgischenAngelegenheit so redlich unterstützen, als dieses ihm selbstin der Neuenburgischen Beistand geleistet hatte. Auf derandern Seite fanden zwischen den fünf Orten und vonThurn häufige Conferenzen in der Jesuitenkirche zu Luzern statt ^). In dieser Zeit schlug der Strahl in die Haupt-kirche und unter großem Gepolter fiel vom Gewölbe einStein auf den Bußaltar nieder^). Die Auguren desalten Rom hätten hier Unglück geweissagt; auch in Luzern
70) Balthasars Chronik. — Leu. Artikel Montana. — Hottinger. —8sri<l äells missiono äel vsvuliers Ikulvio I'onlan» mit Ab-bildungen der Büßenden. Brief aus Rom , der dem »popolonlkolatissimo" die Mission empfahl. — Protokoll ko>. 174 — 183.— Montanas Predigt, übersetzt von Jgnaz Ceberg. Einsiedeln . —dalsria <li Almsrvs. VII.
71) Aus sechs Gliedern des kleinen und zwölf des großen Rathesbestehend, erhielt sie den Auftrag, über die Sicherheit des Staateszu wachen. Nach dem Aarauerfrieden wurden die Schriften der-selben im „Silbergewölbe" unter Siegel gelegt.
72) Ein französischer Ingenieur, Nigolier, instruirte die LuzernischenArtilleristen.
73) 28. Aug'. 1708,