Band 
Dritter Theil.
Seite
543
JPEG-Download
 

543

rieth er in einen Hinterhalt und fiel von Kugeln durch-bohrt. Menschen, des Schweizernamens unwürdig, ver-stümmelten den Leichnam. Sonncnberg, voll Schmerz-gefühl darüber, ließ ihn den Zürichern zurückgeben.

Der Luzernische Oberbefehlshaber hatte mittlerweilewas er an Truppen aufbringen konnte, von allen Sei-ten her zusammengezogen. Mit Mühe indessen gelang esihm, vier bis fünftausend Mann zu vereinigen '^). UmZeit zu gewinnen, trug er auf einen Waffenstillstand an.Der Brigadier Amrhyn begab sich den 26. um sechs Uhr-Vormittags ins Bernische Eeneralquartier im KlosterGnadenthal mit dem Vorschlage, die freien Aemter fürneutral zu erklären. Man versprach einzuwilligen unterder Bedingung, daß Bremgarten Bernische Bejahungeinnehme, und das Kelleramt geräumt werde. — „Nurbesiegt," antwortete Amrhyn, »würden wir auf solcheWeise uns Gesetze geben lassen." „Wir hoffen," sprachendie Berner, „daß Gott mit uns und unserer gerechtenSache sei." Auf dieses verlangte Amrhyn einen Waf-fenstillstand von zweimal vierundzwanzig Stunden. DieBerner bewilligten einen Tag. »Treffen wir morgens umsieben Uhr," setzten sie hinzu, „euch noch in euerm La-ger, so werden wir euch angreifen." — „Gut denn", sprachAmrhyn, »ihr sollet eure Leute finden," und sprengte da-nn Stiche ließen. Die Leiche traf mit ihrem Begleite den L5.Mai in Zürich ein. wo sie mit allen KriegSehren bestattet ward.176) Bei dieser kleinen Armee befanden sich ungefähr 8VV Mann ausden freien Aemtern; wankelmnthige, unzuverlässige Leute, die mansage» hörte: „Warum sollten wir gegen Zürich streiten, woherwir unsere Nahrung haben?" Meier von Schauensee. Sie schlu-gen sich indessen gut. Zug, um der Walliser loS zu werden, hattedieselben nach Muri gewiesen, wo sie alles im Ueberffuffe findenwerden. Sie blieben dort unthätig stehen. Die bei Sursee ste-hende Lnzernische Abtheilung weigerte sich, ihre Gränze zu ver-elasse», die durch die Berner bedroht sei.