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Abriss der staatlichen und statistischen Verhältnisse der Schweiz / Johann Pfister
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zu wenig Ausbeute; das Thier vermochte das Klima nicht so unan-gefochten zu ertragen , wie das inländische Schaf, und endlich wurdedas Fleisch minder schmackhaft und preiswürdig befunden. Daherkehrte man im Gebirge und in den meisten Oekonomien zum Land-schaf zurück. Die Zahl der in der Schweiz gehaltenen Schafe wirdauf 405,000 angeschlagen; die meisten derselben züchten die KantoneBern (105,000), Waadt (51,000) und Wallis (44,000).

Was der Schweizer in der Schafzucht selbst versäumt, beuten dieLombarden theilweise durch ihre Bergamaskerheerden aus. Schonseit Jahrhunderten kommen Hirten aus der Provinz Bergamo (Lom-bardei ) mit ihren zahlreichen Heerden Anfang des Sommers nachGraubünden und pachten im Misor, Bergell, Puschlav, Engadin ,Rheinwald und Oberhalbstein eine bedeutende Anzahl Alpen , in denenjährlich 40 45,000 Stück italienische Schafe gesömmert werden.

Die Schweinezucht ist ziemlich bedeutend und hat seit denletzten Dezennien in Folge vermehrter Kartoffelkultur wesentlich zu-genommen. Am bedeutendsten ist die Schweinezucht in den KantonenBern, Luzern, Waadt und Tessin .

Fvrftkultur. Die Schweiz ist reich an Waldungen, beinahe2,000,000 Jucharten, also ungefähr 17 Prozent des Gebietes findmit solchen bedeckt. In den schweizerischen Forsten wachsen vorzüglichEichen, Ahorne, Buchen, Erlen, Fichten, Birken, Tannen, Lärchen rc.Das Holz, das Erzeugniß der Waldungen, übersteigt den Bedarf derEinwohner; dennoch ist der Ueberfluß nicht so groß, als man auf denersten Blick meinen könnte, denn:

1. viele Nadelhölzer müssen geschont werden zum Schutze gegendie Lawinen;

2. viele Forste gewähren gar keinen Nutzen, wegen ihrer Entfer-nung von bewohnten Orten und wegen der Schwierigkeit,Straßen anzulegen;

3. die Gemeinden, welchen in den meisten Kantonen viele Wal-dungen und in einigen Kantonen der Alpenschweiz beinahealle angehören, benutzen sie großentheils auf allzu leichtsinnigeWeise, indem sie entweder den Hieb noch unreifer Wälderverkaufen oder denselben ohne die nöthige Vorsicht für denjungen Nachwuchs vornehmen lassen, oder den durch Stürmeund Lawinen verursachten Schaden nicht durch gehörige Pflan-