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neu sich die im St. Gallischen Bezirk Werdenberg gezogenen Pferdeaus. Verhältnißmäßig die meisten Pferde halten die Kantone Frei-burg, Solothurn und Waadt ; die meisten Luruspferde findet manin Genf und Basel . — Esel werden nur in den wärmern Kantonen,namentlich in Tessin, Wallis und Waadtland gehalten.
Ziegenzucht. Für die armen Volksklassen in den Gebirgs-kantonen ist die Züchtung der Ziege eine große Wohlthat; denn beisehr geringem Ankaufspreise und außerordentlich billiger Fütterungliefert die Ziege verhältnißmäßig reichlicher Milch als die Kuh. Mankann während der Sommermonate von einer guten Ziege täglich 4bis 8 Pfund Milch erhalten, im Frühjahr und Herbst weniger undim Winter ist freilich das Milchergebniß ein äußerst geringes. DieZiege würde wegen der Kühnheit, mit welcher sie die steilsten Fels-wände und abschüssigen Rasenstellen erklettert, ein vortreffliches Alpen-weidethier sein, wenn sie nicht auch zugleich in Waldungen undjungen Forstpflanzungen außerordentlichen Schaden anrichtete. Manschätzt die Summe der in der Schweiz gehaltenen Ziegen auf 376,000.
Schafzucht in dem Sinne, wie sie in Sachsen, Mähren, Schle-sien, England, Spanien und andern Ländern betrieben wird, hat dieSchweiz nicht. So schön das Rindvieh der Alpen ist, so unansehnlichsind die Schafe. Es werden deren lange nicht so viel gehalten, alsnamentlich während des Sommers gute Weide für dieselben vorhandenist. Mit ganz wenig Ausnahmen ist die Schafzucht nirgends Gegen-stand eigentlicher Pflege in den Gemeinden; es fehlt an großen undwarmen Stallungen, sowie an reichlichem Futter für den Winter,an tüchtigen, mit der Natur des Thieres, seiner Führung und Paarungwohl vertrauten Schäfern, an nahe liegenden Frühlingsweiden fürdie Lämmer und am Markt für die Wolle.
Das eigentliche schweizerische Schaf ist klein, aber kräftig und fest;das Fleisch ist schmackhaft, die Wolle derb, rauh, und nicht sehr reich-lich. Man hat vielfach Versuche gemacht, die Landrace durch Merinoszu verbessern und eine Veredlung der Wolle herbeizuführen; aberdieselben entsprachen fast aller Orten den gehegten Erwartungen nicht.
Die Vermehrung erfolgte in weit geringerem Maße, als derLandmann es gewohnt ist; die feinere Wolle entsprach seinen lokalenBedürfnissen nicht und zur Verwerthung derselben kannte er keinegeeigneten Absatzwege, — jährlich nur einmal zu scheeren war ihm