1. Physiographisehc Geologie.
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Nebelflecke ableilet und die einzelnen Planeten als in verschiedenen Stadiender Abkühlung befindliche losgetrennte Ballen jenes früher einheitlichenUrnebelflecks ansieht. So besitzen ganz analog unserer Erde Saturn undJupiter eine polare Abplattung, die jedoch wegen der bedeutenderen Grüßeund rascheren Achsendrehung derselben eine viel beträchtlichere ist, alsdie der ersteren.
ki den ältesten geologischen Zeiträumen entsprach die durch Rotationbedingte Form der Erde sicherlich ihrer mathematischen Gestalt noch mehrals heute. Sie stellte wohl ein vollkommenes Rotationsellipsoid vor und warringsum von einer Wasserschicht gleichmäßig überdeckt. Kontinentalmassenund ozeanische Vertiefungen entstanden erst später und verwischten dieursprüngliche Erdgestaltung.
§ 2. Das spezifische Gewicht (1er Erde. Die mittlere Dichtigkeit derErde ist 5,6 mal größer als die des Wassers (nach Poynting = 5,(59; nachCornu und Baille == 5,56). Die Feststellung dieses Wertes war nichtauf direktem Wege, wohl aber mittelbar dadurch möglich, daß man eineWirkung der Masse der Erde, z. B. ihre Anziehung, mit der eines anderen,seiner Masse nach bekannten Körpers verglich. Zu diesem Zwecke hat mandrei Methoden in Anwendung gebracht. Die erste derselben beruht auf derAblenkung des Bleilotes aus der wahren Vertikallinie durch Anziehungvon seiten der Masse eines naheliegenden Berges; die zweite auf der Beob-achtung von Pendelschwingungen auf dem Gipfel eines hohen Berges oderim Grunde eines tiefen Schachtes und von solchen auf der ebenen Erde,wobei die Differenz der Schwingungszahlen auf Kosten der zwischen beidenBeobachtungspunkten liegenden Erdmasse zu setzen ist, — endlich diedritte Methode auf den Schwingungen eines horizontalen, daher der Schwer-kraft entzogenen und durch die Anziehung großer Metallkugeln in Bewegunggesetzten Pendels (der Drehwage).
Das hohe spezifische Gewicht der Erde muß überraschen, wenn manes mit dem der bekannten festen Erdkruste vergleicht, welches etwa 2,5beträgt, während sich die Dichtigkeit der kontinentalen und ozeanischenErdoberfläche zusammen auf kaum 1,6 beläuft. Es ergiebt sich daraus, daßdas spezifische Gewicht des Erdinneren bedeutend größer als 5,6 ist, sowiedie Wahrscheinlichkeit, daß die Dichtigkeit des Erdmateriales mit der Tiefezunimmt, —Verhältnisse, welche ähnlich wie die Gestalt der Erde einenursprünglich flüssigen Zustand unseres Planeten voraussetzen, besonderswenn man noch in Betracht zieht, daß Mittelpunkt und Schwerpunktder Erde zusammenfallen, mit anderen Worten eine vollkommenregelmäßige Anordnung der gleich dichten Massen zu konzentrischen Zonenstattfinden muß, wobei die spezifisch schwersten den inneren Kern ein-nehmen, um welchen sich Schalen von nach außen immer geringer werden-der Dichtigkeit lagern.